Spieletest: Onimusha 3 - Samurai-Gemetzel mit Stil
Famos präsentiertes Action-Feuerwerk für PlayStation 2. Eines der meisterwarteten Spiele für die PlayStation 2 dürfte in diesem Jahr Onimusha 3 sein – schließlich begeisterten schon die ersten beiden Teile der Reihe mit famoser Grafik und einer fesselnden Atmosphäre. Dank zahlreicher neuer Ideen und einer erneut beeindruckenden Optik ist es den Entwicklern von Capcom gelungen, auch das dritte Spiel in der Reihe wieder zu einem ganz besonderen Action-Leckerbissen zu machen.
Nachdem Onimusha 1 & 2 in Asien zu absoluten Verkaufsschlagern wurden, viele europäische Spieler sich aber noch nicht so recht überzeugen lassen wollten, kam man für Onimusha 3 auf eine recht faszinierende Idee: Das Spiel findet nicht mehr nur im mittelalterlichen Japan, sondern parallel auch im Paris der Jetzt-Zeit statt. Deshalb gibt es diesmal auch zwei Helden: Neben dem bekannten Samurai Samanosuke steuert man über weite Strecken auch den Franzosen Jaques, der dem Schauspieler Jean Reno nachempfunden ist.
In einem der beeindruckendsten Render-Intros der Videospiel-Geschichte wird man zunächst Zeuge der zu Beginn noch recht undurchsichtigen Verbindung von Samanosuke und Jaques: Während der erste durch ein Zeitportal in die Zukunft geschleudert wird und mit ansehen muss, wie die dämonischen Genma die französische Hauptstadt zu großen Teilen zu Klump verarbeitet haben, irrt Jaques 500 Jahre zuvor durch das alte Japan. Zu Beginn steuert man beide Charaktere noch unabhängig voneinander durch die ersten Abenteuer, im Verlaufe des Spiels wird die Interaktion allerdings immer wichtiger – einer der Punkte, die Onimusha 3 sehr faszinierend und gekonnt umsetzt.
So kommt es etwa vor, dass sich beide Charaktere an derselben Stelle aufhalten, allerdings zu völlig unterschiedlichen Zeiten – und der eine ein Tor öffnen muss, durch das der andere in der fernen Zukunft gehen kann. Zudem können die beiden auch indirekt miteinander in Kontakt treten und sich mit Hilfe einer beständig begleitenden Fee und von Teleportern diverse Objekte zuschicken.
Trotz all dieser Zeitverschiebungen und diversen kleinen Puzzles, die es zu lösen gilt, steht aber natürlich die Action weiterhin ganz klar im Vordergrund von Onimusha 3. Im Vergleich zu den Vorgängern wurde die Bedienung stark vereinfacht – vor allem ist erfreulich, dass man nun den Analog-Stick nutzen kann und nicht mehr auf das Digital-Pad zurückgreifen muss. Im Kampf reicht es schon, den Kontrahent anzuvisieren und mehrfach den Aktionsknopf zu drücken, um die Samurai-Zombies mit Peitsche, Axt oder Schwert auf sehr stilvolle Art und Weise zu besiegen.
Natürlich sind diverse Combos möglich, die nicht nur beeindruckend gut aussehen, sondern auch den eigenen Charakter schneller aufwerten – wer etwa gleichzeitig einen feindlichen Angriff zurückschlägt und selbst zum Angriff ausholt, kommt schneller zum Erfolg und ist zudem in der Lage, mehr Seelen einzusammeln. Die Seelen, die besiegte Kontrahenten hinterlassen, werden wie schon in den Vorgängern zum Aufbessern der eigenen Kampffähigkeiten, aber auch zum Auffrischen der Lebensenergie und für weitere Upgrades benötigt.
Neben den schönen Zwischensequenzen, die immer wieder die stellenweise allerdings etwas klischeehaft und ein wenig zu pathetisch vorgetragene Story weitererzählen, ist auch die Grafik eine Klasse für sich, wobei im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen nicht mehr auf vorgerenderte Hintergründe, sondern stattdessen auf komplett in Echtzeit berechnete 3D-Szenarien gesetzt wird. Der Detailreichtum der Szenarios hat dadurch etwas gelitten, nichtsdestotrotz feuert Onimusha 3 aber ein optisches Feuerwerk der Sonderklasse ab, das nur bei vielen Gegnern auf dem Bildschirm durch ein paar Ruckler getrübt wird.
Onimusha 3 ist ab dem 9. Juli 2004 exklusiv für die PlayStation 2 im Handel erhältlich. Die USK-Einstufung liegt bei 16 Jahren.
Fazit: Sieht man mal von der zum Teil an eine schlechte Soap-Opera-Folge erinnernden Hintergrundgeschichte ab, gibt es an Onimusha 3 kaum etwas auszusetzen: Die Bedienung ist kinderleicht und offenbart trotzdem zahlreiche Möglichkeiten und genügend Tiefgang; Grafik und Animationen der Recken sind zudem oft wirklich atemberaubend. Die verschiedenen Zeitzonen erweitern das Action-Gemetzel zudem um ein paar nette Rätseleinlagen – sowohl optisch als auch spielerisch wird Onimusha 3 damit dem guten Namen der Reihe voll und ganz gerecht.