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BSA legt globale Studie zu Raubkopien vor

30 Prozent der Software in Deutschland angeblich illegal im Einsatz. Fast jede dritte Software, die in Deutschland eingesetzt wird, ist eine Raubkopie. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Pirateriestatistik, die IDC für die Business Software Alliance (BSA) erstellt hat. Allein in Deutschland sei der IT-Industrie im vergangenen Jahr durch illegal genutzte Software ein Umsatzausfall von 1,7 Milliarden Euro entstanden.
/ Jens Ihlenfeld
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Der Studie zufolge wurde im vergangenen Jahr weltweit Software im Wert von 80 Milliarden US-Dollar auf Computern installiert, von der allerdings nur Software im Wert von 51 Milliarden rechtmäßig erworben wurde.

Für Westeuropa ermittelt IDC einen Umsatzausfall für die IT-Industrie von rund 9,6 Milliarden US-Dollar. In Osteuropa liegt er bei einer durchschnittlichen Piraterierate von 71 Prozent bei 2,11 Milliarden US-Dollar. Dabei ist die Piraterierate in der Ukraine und in Russland mit 91 respektive 87 Prozent besonders hoch.

In Westeuropa, das mit seiner durchschnittlichen Piraterierate von 36 Prozent genau im weltweiten Schnitt liegt, wurden für Dänemark (26 Prozent) und Schweden (27 Prozent) besonders niedrige Piraterieraten ermittelt. Griechenland liegt mit 63 Prozent wie auch Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Irland mit Piraterieraten von über 40 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.

Unter den zehn neuen EU-Ländern tun sich Ungarn (42 Prozent) und Tschechien (40 Prozent) positiv hervor, während vor allem Polen (58 Prozent) und Kroatien (59 Prozent) negativ auffallen.

Ein gemischtes Bild ergibt sich zwischen Nord- und Südamerika. Während die USA mit einer Piraterierate von 22 Prozent gleichzeitig den weltweit größten Umsatzausfall (6,5 Milliarden US-Dollar) verzeichnen, kommt die Region Nordamerika mit einem Umsatzausfall der lokalen Softwareindustrie hinter Westeuropa und Asien auf den dritten Platz.

Süd- und Mittelamerika liegen, was die Piraterierate angeht, mit einem Durchschnitt von 63 Prozent nur noch vor der Region Osteuropa. Zugleich ist der Markt für Software und IT-Produkte hier vergleichsweise schwach, so dass der Umsatzausfall mit 1,27 Milliarden US-Dollar an vorletzter Stelle liegt.

Ein ähnlich gespaltenes Bild zeigt sich in den Bereichen Asien und Ozeanien. Während in Japan (29 Prozent), Neuseeland (23 Prozent) und Australien (31 Prozent) die Piraterieraten extrem niedrig ausfallen, finden sich in dieser Region mit China und Vietnam (je 92 Prozent) allerdings auch die beiden Länder mit dem weltweit höchsten Anteil an unlizenzierter Software.

In der Volksrepublik China sei global der zweithöchste Umsatzausfall von 3,8 Milliarden US-Dollar entstanden, womit die gesamte Region auf eine durchschnittliche Rate von 53 Prozent und einen Gesamtschaden von 7,55 Milliarden US-Dollar kommt.

Trotz einer durchschnittlichen Piraterierate von 55 Prozent weist die Region Naher Osten und Afrika mit einer Milliarde US-Dollar den weltweit geringsten Umsatzausfall auf. Die höchsten Piraterieraten haben Zimbabwe (87 Prozent), Algerien und Nigeria (84 Prozent), die geringsten Israel (35 Prozent) und die Vereinigten Arabischen Emirate (34 Prozent).

2003 wurde die jährliche Pirateriestudie der BSA zum ersten Mal vom Marktforschungsinstitut IDC durchgeführt und zugleich die Methodik angepasst. Ziel war es, Trends wie das Wachstum einheimischer Software-Märkte besser zu erfassen. Die Studie erfasst zudem eine größere Palette an Softwaretypen: Betriebssysteme sowie einen Teil von Anwender- und Unterhaltungssoftware. Deshalb ist ein Vergleich mit den Ergebnissen der Studien vergangener Jahre problematisch. Die IDC geht dennoch von einem leichten Wachstum der weltweiten Piraterie im Bereich von 1 oder 2 Prozentpunkten im Jahr 2003 aus.


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