Debian Sarge soll doch 2004 erscheinen
Debian soll von jeher komplett aus freier Software, wie sie in den "The Debian Free Software Guidelines" definiert ist, bestehen. Software, die diese Richtlinien nicht erfüllt, darf für eine Debian-Installation nicht unabdingbar sein und wird in einem eigenen "Non-Free-Bereich" gepflegt. Nach Änderungen in den Formulierungen des Debian-Gesellschaftsvertrages gelten diese Anforderungen aber nicht mehr nur für Software, sondern umfassen alle Komponenten einschließlich Dokumentation und Firmware.
Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, sei es daher notwendig, Firmware in allen Bereichen aus dem Kernel zu entfernen und einzeln in Paketen zu Verfügung zu stellen, warnte Anthony Towns, Release-Manager für Debian Sarge, im April 2004. Zudem sei es notwendig, den Debian Installer neu zu schreiben, so dass dieser auch Firmware in Non-Free-Paketen akzeptiert, nicht aber andere Non-Free-Pakete. Auch müsste die zum Booten notwendige Firmware für Treiber in speziellen Paketen bereitgestellt werden.
Dies hätte die Veröffentlichung von Debian Sarge aber deutlich verschoben. Mit einer "General Resolution" haben die Debian-Entwickler die Verschiebung nun aber verhindert. Wie auf den noch nicht offiziellen Wahl-Ergebnissen(öffnet im neuen Fenster) , die Manoj Srivastava veröffentlichte, hervorgeht, wurde mit der notwendigen Mehrheit entschieden, dass die im April 2004 beschlossenen Änderungen am Debian-Gesellschaftsvertrag bis zur Veröffentlichung von Sarge ausgesetzt werden.