Abo
  • Services:
Anzeige

WLAN-Mesh-Protokoll OLSR überarbeitet

OLSR-Feldtest des c-base e.V. läuft in Berlin weiter

Im Rahmen der Wizards of OS (WOS) 2004 startete der c-Base e.V. den bisher größten Netzwerk-Feldtest auf Basis des WLAN-Mesh-Protokolls "Optimised Link State Routing" (OLSR). Auf der Veranstaltung war auch Entwickler und Maintainer Andreas Tønnesen vertreten, der sich den Feldtest ansah und von zu erwartenden Verbesserungen berichtete. Nun hat Tønnesen die Version 0.4.5 des Routing-Protokolls OLSR veröffentlicht.

Das laut Tønnesen bisher nur von Linux-Systemen sinnvoll nutzbare OLSR-Protokoll ist ab der Version 0.4.5 nicht nur von einigen Fehlern befreit und im Code gestrafft, sondern bringt auch neue Konfigurationsoptionen. Zudem gibt es erstmals die Möglichkeit, Sicherheits-Plugins einzubinden und per weiterem Plug-in die berechneten Mesh-Topologie-Karten im dot-Format auszugeben. Der "nonwlan multiplier" wurde entfernt, während das ebenfalls von einigen Fehlern befreite Front-End bzw. dessen GUI nun auch mit dem Internet-Protokoll IPv6 keine Probleme mehr machen sollen.

Anzeige

Bei OLSR wird wie bei anderen Ad-hoc-Mesh-Netzen jeder Teilnehmer zur Relaisstation bzw. zum Knoten, über den andere Teilnehmer wieder Anschluss finden können usw. - eine Basis für freie Netze. Jeder Knoten hat dabei ein Bild der Topologie des gesamten Netzes. Die Distanzdaten zwischen Knoten werden an alle Knoten im Netz gesendet, um ein möglichst ideales, da stabiles Routing zu finden. Da es sich bei OLSR um ein dynamisches, pro-aktives "Mobile Ad Hoc Network" (MANET) handelt, soll es auch mit sich bewegenden, ausfallenden und neu hinzukommenden Knoten klarkommen.

Zumindest theoretisch ist es per Mobile Mesh bzw. MANET möglich, viele Teilnehmer zu vernetzen - die auf der WOS auch von Eben Moglen thematisierten freien Netze könnten dadurch nicht nur in schlecht erschlossenen Gebieten eine Nachbarschaftsvernetzung und Internet für alle realisieren. Denn je mehr teilnehmen, umso dichter wird das Netz und umso mehr profitiert die Gemeinschaft. Alternativ könnten auch Access-Points untereinander per Mesh-Protokoll Daten austauschen und mit herkömmlichem Infrastruktur-WLAN verbinden, um Geräte ohne Mesh-Protokoll-Unterstützung einzubinden.

Bisher sind jedoch nur wenige Mesh-Protokolle darauf getestet worden, ob sie auch bei größerer Zahl von Knoten bzw. Teilnehmern wirklich verlässlich funktionieren. Wie gut bestehende Protokolle mit einer großen Zahl von Teilnehmern skalieren und funktionieren, testet die c-base und konzentriert sich derzeit auf OLSR. Kurz nach der WOS 2004 (10. bis 12. Juni 2004) waren es bereits 23 Mesh-Knoten, die in Berlin ein MANET zwischen dem c-Base-Hauptquartier (Nähe S-Bahnhof Jannowitzbrücke) und dem nahe gelegenen Alexanderplatz - wo auch die WOS-Konferenz abgehalten wurde - spannten. Dazu zählten 20 von 4G Systems leihweise zur Verfügung gestellte "4G Access Cubes", die auf Dächern, in der c-Base, im Konferenz-Zentrum und sogar im Auto und auf einem Motorrad platziert und mit OLSR-Software versehen waren. Browsen - etwa mittels Linux-Notebook - war problemlos möglich, bei Verbindungen von c-base und Konferenz über teilweise bis zu 5 Mesh-Knoten wurden etwa 40 KByte/s erreicht. Nur sichere ssh-Verbindungen machten wegen des nicht ganz zuverlässigen Routings Probleme. Außerdem würden Unterschiede zwischen mobilen und stationären Knoten nicht zuverlässig erkannt.

Allerdings sei man noch am Fein-Tuning der Protokolleinstellungen, erklärte Sven Wagner von der c-base in einem Beitrag auf einer Freifunk.net-Mailingliste. Derzeit wird das Experiment im kleinen Rahmen fortgesetzt: Es verblieben vier OLSR-Rundstrahler auf den Dächern auf bzw. in der Nähe der c-base. Die Ergebnisse des Experiments sollen bei dessen Beendigung bekannt gegeben werden, während Tønnesen bereits an der Verfeinerung des Protokolls arbeitet. Auf free2air.org sind bereits seit Mitte Juni 2004 erste topographische Auswertungen des bisher größten OLSR-Experiments zu finden, auch hier soll Genaueres später kommen.


eye home zur Startseite
adriatic 30. Jun 2004

Hört sich ja sehr interessant an... Ich habe in der vergangenheit schon mehrfach über...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Giesecke & Devrient GmbH, München
  2. Hornbach-Baumarkt-AG, Großraum Mannheim/Karlsruhe
  3. ETAS GmbH & Co. KG, Stuttgart
  4. Robert Bosch GmbH, Abstatt


Anzeige
Top-Angebote
  1. 59,90€ + 5,99€ Versand (Vergleichspreis 117€)
  2. 29,99€

Folgen Sie uns
       


  1. SSD

    Samsungs 860 Evo und 970/980 zeigen sich

  2. Elektroauto

    Schweißprobleme beim Tesla Model 3 möglich

  3. Streaming

    Netflix gewinnt weiter Millionen Neukunden

  4. Zusammenlegung

    So soll das Netz von O2 einmal aussehen

  5. Kohlendioxid

    Island hat ein Kraftwerk mit negativen Emissionen

  6. Definitive Edition

    Veröffentlichung von Age of Empires kurzfristig verschoben

  7. Elex im Test

    Schroffe Schale und postapokalyptischer Kern

  8. Raven Ridge

    HP bringt Convertible mit AMDs Ryzen Mobile

  9. Medion E6436 und P10602

    Preiswertes Notebook und Tablet bei Aldi Süd

  10. Smartphone mit KI

    Huawei stellt neues Mate 10 Pro für 800 Euro vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Cybercrime: Neun Jahre Jagd auf Bayrob
Cybercrime
Neun Jahre Jagd auf Bayrob
  1. Antivirus Symantec will keine Code-Reviews durch Regierungen mehr
  2. Verschlüsselung Google schmeißt Symantec aus Chrome raus
  3. Übernahme Digicert kauft Zertifikatssparte von Symantec

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  2. Apache-Lizenz 2.0 OpenSSL-Lizenzwechsel führt zu Code-Entfernungen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

ZFS ausprobiert: Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
ZFS ausprobiert
Ein Dateisystem fürs Rechenzentrum im privaten Einsatz
  1. Librem 5 Purism zeigt Funktionsprototyp für freies Linux-Smartphone
  2. Pipewire Fedora bekommt neues Multimedia-Framework
  3. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf

  1. Klar zusammenlegung

    Mastercontrol | 08:23

  2. Re: Und deswegen kauft man ein Nexus/Pixel oder...

    david_rieger | 08:23

  3. Re: schnell gelangweilt

    ufo70 | 08:22

  4. Lösung ohne Problem

    Bowman | 08:22

  5. Alsi ich finde das ding Geil

    Mastercontrol | 08:19


  1. 07:37

  2. 07:27

  3. 23:03

  4. 19:01

  5. 18:35

  6. 18:21

  7. 18:04

  8. 17:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel