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Microsoft: Knochen-Mikro soll Sprachübertragung verbessern

Erster WITTY-Prototyp für Mobiltelefone entwickelt. Forscher bei Microsoft wollen mit einem neuen Ansatz die Aufnahmequalität von Mikrofonen verbessern, indem sie störende Nebengeräusche eliminieren. Dabei nutzt man die Eigenschaft des menschlichen Körpers aus: Der Körper bzw. die Knochen vibrieren beim Sprechen.
/ Jens Ihlenfeld
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Mit einem Knochen-Mikrofon sollen dabei die Vibrationen des Köpers aufgenommen werden, was für sich genommen nichts Neues ist. Microsoft-Forscher wollen nun aber einen neuen Weg gefunden haben, diese Vibrationen zu nutzen.

Knochen-Mikrofone nehmen Sprache über die Haut auf und sind daher sehr unempfindlich gegenüber Hintergrundgeräuschen. Sie filtern rund 95 Prozent der Nebengeräusche aus, liefern aber eine sehr mäßige Tonqualität. Normale Mikrofone hingegen nehmen Schallwellen aus der Luft auf. So wird Sprache zwar in besserer Qualität, aber zusammen mit Nebengeräuschen aufgenommen und letztendlich in digitale Signale umgewandelt.

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Die Microsoft-Forscher verbinden mit ihrer "Who is Talking To You" (WITTY) getauften Technik nun beide Techniken miteinander, so dass Sprache zugleich über die Luft wie auch die Haut aufgenommen wird. Mit einem speziellen Algorithmus werden anschließend die Signale der beiden Mikrofone kombiniert. So soll die aufgenommene Sprachqualität deutlich verbessert werden, was beispielsweise bei der Spracherkennung von Vorteil ist. In ersten Tests von WITTY soll die Fehlerrate bei der Spracherkennung um 50 Prozent gesunken sein.

Die Forscher haben dabei auch einen Prototypen für Mobiltelefone entwickelt. Dabei liegt eine Scheide am Schädelknochen vor dem Ohr an, Hintergrundgeräusche werden ausgefiltert und die Verständigung verbessert. Noch sei aber viel zu tun, auch wenn die ersten Prototypen vielversprechend aussehen, so die Forscher.


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