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Apple zeigt MacOS X 10.4 alias Tiger

Intelligente Desktop-Suche, Blog-Unterstützung, sicheres Messaging. Nicht nur Sun lässt den Tiger los, auch Apple präsentierte auf der Entwicklerkonferenz WWDC die neue Betriebssystemversion MacOS X 10.4, die zwar wie auch Suns J2SE 5.0 auf den Codenamen Tiger hört, damit aber nichts zu tun hat. Sowohl das Desktop-Betriebssystem als auch die Server-Variante warten mit einer Vielzahl neuer Funktionen auf.
/ Jens Ihlenfeld
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Die fünfte große Version von Apples Betriebssystems MacOS X soll im ersten Halbjahr 2005 mit rund 150 neuen Funktionen erscheinen, darunter auch "Spotlight", eine neuartige Technologie, um Dokumente oder Informationen, die mit einem Mac-Programm erstellt worden sind, wiederzufinden.

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Ähnlich wie in iTunes Songs anhand ihres Titels, des Künstlers oder des Albums angezeigt werden, ermöglicht es Spotlight, praktisch alles – E-Mails, Präsentationen, Grafiken, Termine oder Microsoft-Office-Dokumente – zu durchsuchen, die Resultate automatisch zu strukturieren und nach Kriterien wie Dokumententyp, Zeit oder Person sortiert darzustellen.

Die Spotlight-Technologie liegt auch den neuen intelligenten Ordnern ("Smart Folder"), den Postfächern ("Smart Mailbox") in Mail und den Gruppen ("Smart Group") im Adressbuch zu Grunde, die wie die Wiedergabelisten ("Smart Playlist") in iTunes die Informationen des Anwenders automatisch organisieren und aktuell halten.

Hinzu kommt "Safari RSS", eine neue Version von Apples Web-Browser, der nun auch RSS-Feeds verarbeitet. Die Software soll RSS-Feeds automatisch aufspüren und mit einem speziellen Icon darauf hinweisen. Wird das Icon angeklickt, verwandelt sich Safari in einen komplett ausgestatteten RSS-Reader.

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Mit Dashboard bekommen Anwender sofortigen Zugang zu einer neuen Klasse von Hilfsprogrammen, die "Widgets" genannt werden. Auf Grundlage der mit Panther eingeführten Exposé-Technologie ermöglicht Dashboard den schnellen Zugriff auf täglich genutzte Tools und Informationen wie etwa Aktienkurse, Webcams, Kalender und Taschenrechner. Tiger verfügt über verschiedene Widgets und bietet Entwicklern unterschiedliche Möglichkeiten, Dashboard mit eigenen Widgets zu erweitern. Überarbeitet wurde der Instant Messenger iChat, der nun den neuen Video-Codec H.264 unterstützt. Zusätzlich zeigt sich die Software in einer 3D-Benutzeroberfläche. Auch Mehrweg-Konferenzen mit bis zu zehn Teilnehmern bei Audio- und drei Teilnehmern bei Video-Übertragung sind möglich.

"Mit MacOS X ist Apple – wieder einmal – zum Innovator bei Betriebssystemen geworden, Tiger wird den Vorsprung weiter ausbauen" , schwärmte Apple-CEO Steve Jobs vollmundig. "Andere folgen den Rücklichtern von MacOS X. Tiger wird es ihnen noch schwerer machen, jemals aufzuschließen."

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Zu den weiteren Neuerungen von Apples Tiger zählen Core Image und Core Video, eine Grundlage für neue Bild- und Videobearbeitungsanwendungen, QuickTime mit H.264-Support, native Unterstützung für 64-Bit-Prozesse von Datenbanken und eine komplett neu entwickelte Engine zur .Mac-Synchronisation. Mit Automator liegt zudem eine Anwendung bei, die komplexe oder sich wiederholende Aufgaben automatisieren kann, ohne dass der Anwender dafür Skripte schreiben muss.

Erhebliche Weiterentwicklungen erfuhr auch der UNIX-Unterbau, der einen aktualisierten Kernel mit verbesserter SMP-Skalierbarkeit, 64-Bit Virtual Memory, modernisierten Netzwerkdiensten und Xgrid-Unterstützung ausgestattet ist. Eine verbesserte Kompatibilität mit Windows soll es einfacher machen, auf Windows-basierte Home-Verzeichnisse zuzugreifen und Active Directory von Microsoft zu nutzen. Mit Xcode 2 verspricht Apple leistungsstarke Entwicklungstools für eine schnelle Entwicklung von MacOS-X-Anwendungen.

Auch die Server-Version von Tiger wartet mit neuen Funktionen auf. Hier findet man native Unterstützung für 64-Bit-Anwendungen, einen Weblog-Server, den iChat Server sowie neue Migrations-Tools zum Umstieg von Windows-Servern auf MacOS X. Der Weblog-Server ist dabei voll kompatibel zu Safari RSS, das in der Desktop-Variante enthalten ist. Er basiert auf dem Open-Source-Projekt "Blojsom" und ist über eine laut Apple einfach zu bedienende Oberfläche inkl. Kerberos-Authentifizierung und LDAP-Unterstützung voll in Tiger Server integriert. Er bietet Anwendern eine kalenderbasierte Navigation und anpassbare Layouts, neue Einträge können über den integrierten Editor oder über Weblog-Clients mit XML-RPC oder Atom-API veröffentlicht werden.

Der iChat Server arbeitet mit der iChat Conferencing Software in MacOS X Tiger zusammen und versteht sich mit Open-Source-Jabber-Clients, die für Windows, Linux und PDAs verfügbar sind. Zudem bietet die Server-Variante auch mobile Heimatverzeichnisse, einen Software-Update-Server, Access-Control-Listen, einen Internet-Gateway-Setup-Assistenten sowie die Cluster-Software Xgrid 1.0.

MacOS X v10.4 "Tiger" für Desktops soll im ersten Halbjahr 2005 für 149,- Euro erhältlich sein. Die Server-Version soll im gleichen Zeitraum erscheinen und 579,- Euro für zehn Clients bzw. 1.149,- Euro in einer Client-unlimitierten Version kosten.


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