Mobiles Dorftelefon macht aus Bäuerinnen Geschäftsfrauen
Mit diesem mobilen Dorftelefon haben sich nicht nur die betreffenden Frauen aus der Armut befreit, sie haben auch eine Dienstleistung aufgebaut, die gleichzeitig der Landbevölkerung von Nutzen ist. So können sich heute die Bauern vor Ort über aktuelle Marktpreise für Agrarprodukte informieren und haben die Möglichkeit, bei medizinischen Notfällen Hilfe anzufordern.
Die Grameen Bank aus Bangladesch hat mit dem Projekt "Village Phone" unter mehr als 220 internationalen Nominierungen den Zuschlag für den Petersberg Prize 2004 erhalten. Weltbank-Präsident James D. Wolfensohn überreichte den mit 100.000 Euro dotierten Preis an Grameen-Bank-Gründer und -Direktor Muhammad Yunus.
Der erstmals ausgeschriebene Petersberg Prize wird Projekten verliehen, die durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) einen herausragenden Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Er wird von der Development Gateway Foundation, gegründet von der Weltbank, vergeben. Das Preisgeld von 100.000 Euro spendeten die Deutsche Telekom AG und die Microsoft Deutschland GmbH. Gastgeber Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßte Gäste aus internationaler Politik und Wirtschaft zur Preisverleihung auf dem Petersberg bei Bonn.
Die Preisverleihung ist Teil und Auftakt des zweiten Development Gateway Forums, einer zweitägigen Fachkonferenz auf dem Petersberg zur Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologien bei der Bekämpfung der Armut. Veranstalter des Forums sind die Development Gateway Foundation mit Sitz in Washington D.C., das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Telekom. Die Forumsteilnehmer wollen diskutieren, wie die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern an Informations- und Kommunikationstechnologien teilhaben können, um lokale Bildungskapazitäten und Wirtschaftswachstum aufzubauen. Die Ergebnisse der Debatten werden in einen Aktionsplan einfließen, der als so genannte "Petersberg-Declaration" dazu beiträgt, dass auch Menschen in den ärmsten Regionen der Welt am Informationszeitalter teilhaben können.



