Spieletest: Thief Deadly Shadows - Meisterdieb zum Dritten
Spiel für PC und Xbox erhältlich. Als Meisterdieb Garret das erste Mal auf dem PC auftauchte, war das Stealth-Genre noch nicht wirklich geboren – Spiele wie Metal Gear Solid und Splinter Cell sollten erst in den folgenden Jahren dafür sorgen, dass heutzutage kaum noch ein Action-Spiel ohne Schleichelemente auskommt. Mit Thief: Deadly Shadows meldet sich der Mitbegründer einer ganzen Spielgattung nun aber zurück – und sorgt einmal mehr für große Spannung im mittelalterlichen Szenario.
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Wer einen der ersten beiden Thief-Teile gespielt hat, weiß im Grunde auch schon, was ihn in Deadly Shadows erwartet – wieder schlüpft man in die Rolle des Meisterdiebs Garret und ist die meiste Zeit damit beschäftigt, kostbare Schätze zu stibitzen – natürlich möglichst, ohne sich dabei erwischen zu lassen. Dunkle Gassen und Gänge sind also gern gesehen, Fackeln und Wachen hingegen versucht man zu meiden, so gut es eben geht. Ein Kristall am unteren Bildschirmrand zeigt jeweils an, wie gut sichtbar man für das mittelalterliche Sicherheitspersonal ist – fängt er an zu blinken, sollte man schleunigst die Beine in die Hand nehmen.
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Natürlich wäre es auf Dauer zu langweilig, sich immer nur an Wänden entlangzudrücken, um Ecken zu spähen und auszuharren, bis die Wachen vorbeigezogen ist – insofern greift Garret immer wieder auch aktiv ins Geschehen ein. Hilfreich ist dabei vor allem der eigene Bogen, mit dem sich unter anderem Wasserpfeile auf Lichtquellen schießen lassen – Fackeln erlöschen so ganz schnell und problemlos. Andere Inventar-Objekte wie Blitzbomben sind da schon auffälliger, aber ähnlich effektiv – wenn die Wachen erst mal geblendet sind, ist der Weg prinzipiell auch frei.
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Wer zu ungeduldig ist und den Nahkampf sucht, hat hingegen Pech – diese Gefechte sind spielerisch nicht nur recht dumpf, da man immer nur mit dem eigenen Dolch drauflos hackt, sondern auch nur selten vom Erfolg gekrönt, da der ansonsten recht agile Garret kaum Treffer einstecken kann.
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Ebenfalls ein wenig dumpf ist leider stellenweise die KI: Da verfolgt einen die Wache eine ganze Gasse entlang, nur um nach der nächsten Ecke offenbar wieder die Lust zu verlieren und zurückzutrotten. Andere werden zwar durch ein Geräusch aufgeschreckt – wartet man einen kurzen Moment, ist die Aufregung aber auch schon wieder vorbei. Und hat man sich an eine von zwei parallele laufenden Wachen von hinten angeschlichen, um sie unschädlich zu machen, kann es sein, dass die andere davon gar nichts mitbekommt – und frohen Mutes weiter durch die Nacht stapft. Glanzlichter gibt es aber ebenso: Wenn sich ein paar der bewaffneten Schergen gegenseitig warnen und sich die Nachricht über Garrets Eindringen wie ein Lauffeuer in der Umgebung ausbreitet, sorgt das schon für stimmige Atmosphäre.
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Atmosphäre ist ohnehin ein gutes Stichwort: Die Grafik-Engine vollbringt zwar keine Wunderdinge, die mittelalterlichen Kulissen können aber ebenso überzeugen wie die vielen schönen Licht- und Schatteneffekte. Und da man immer mal wieder auch ohne direkten Auftrag durch die Gassen trottet, um kurze Gespräche zwischen den Stadtbewohnern aufzuschnappen oder aber um Diebesgut beim Hehler gewinnbringend gegen neue Ausrüstungsgegenstände einzulösen, wirkt das Ganze auch längst nicht so linear wie die beiden Vorgängerspiele. Überhaupt ist Freiheit Trumpf: Wie es sich für einen guten Action-Titel gehört, führen meist mehrere Wege zum Sieg – ein kleines Fenster kann ebenfalls zum gesuchten Goldstück führen wie der direkte Weg durch die Tür und an den Wachen vorbei. Für die deutsche Übersetzung muss sich Eidos allerdings Kritik gefallen lassen – da wurde stellenweise geschlampt.
Thief Deadly Shadows ist für Xbox und PC bereits im Handel erhältlich. Dieser Test bezieht sich auf die PC-Version, die Xbox-Umsetzung lag uns zum Test nicht vor. Für die PC-Version gibt es mittlerweile auch einen Patch , der einen kleinen Bug im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade beseitigt.
Fazit: Viel getan hat sich in der Welt des Meisterdiebes sicherlich nicht – inhaltlich wird einem prinzipiell das Gleiche geboten wie in den beiden Vorgängertiteln. Abgesehen von den KI-Aussetzern stört das allerdings kaum, in puncto Atmosphäre und Spannung ist nämlich auch Deadly Shadows eine kleine Meisterleistung. Wer gerne in stilvollem und düsterem Ambiente schleicht, sollte zugreifen – virtueller Diebstahl hat selten so viel Spaß gemacht wie hier.