Abo
  • IT-Karriere:

Tauschbörsen verbieten - um unsere Kinder zu schützen?

Streitbarer Gesetzesentwurf in den USA

Lawrence Lessig, Professur für Jura an der Stanford Universität und Vorstandsmitglied der Free Software Foundation, hat in dem Blog auf seiner Homepage auf einen Gesetzesentwurf des US-Senators Orrin G. Hatch aufmerksam gemacht: Nach dem Willen von Hatch sollen zukünftig nicht mehr unbedingt diejenigen von der Medienindustrie verklagt werden, die urheberrechtlich geschützte Werke zum Up- oder Download anbieten, sondern vielmehr diejenigen, welche die Nutzer zu einem derartigen Verhalten anstiften. Hat Hatch mit seinem Vorschlag Erfolg, könnte dies unter anderem ein Verbot von P2P-Software mit sich bringen.

Artikel veröffentlicht am ,

Hatch begründet seinen Vorschlag mit der Tatsache, dass heutzutage immer mehr Künstler dazu übergehen würden, die Nutzer von Tauschbörsen auf Grund von Urheberrechtsverletzungen zu verklagen. Bei den Verklagten handele es sich zumeist um Kinder und Jugendliche, da diese Altersgruppe überproportional stark P2P-Software nutze. Genau darin liegt nun nach Hatch das große Problem der derzeitigen Rechtsprechung: Anstelle gegen die prinzipiell "unschuldigen" Kinder vorzugehen, sei es doch viel sinnvoller, ihnen erst gar nicht die Möglichkeit zu geben, gegen das Urheberrecht zu verstoßen.

Stellenmarkt
  1. InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG, Burgkirchen an der Alz
  2. ITC ENGINEERING GMBH & CO. KG, Stuttgart

In der unter dem Namen "Inducing Infringement of Copyrights Act of 2004" eingereichten Gesetzesvorlage fordert Hatch daher ein Vorgehen gegen all jene, die PC-Nutzern das nötige Werkzeug an die Hand geben, mit dem dann illegale Downloads durchgeführt werden. Sie seien die eigentlichen Gesetzesbrecher, da sie im Grunde die Anwender regelrecht dazu verführen, gegen das Gesetz zu verstoßen. In den Erläuterungen zur Gesetzesvorlage bleibt Hatch recht vage - unklar bleibt, ob er "nur" die Anbieter von P2P-Software haftbar machen will oder gleich auch gegen jeden anderen vorgehen möchte, der den Download urheberrechtlich geschützter Inhalte ermöglicht - etwa Provider, die die nötige Bandbreite zur Verfügung stellen.

Lessig äußerte sich bereits mit größtem Unmut über den Vorschlag von Hatch, wies aber zudem auch auf ein anderes großes Problem hin: Angeblich soll die Vorlage schon in den nächsten Wochen zum Gesetz werden - ohne dass vorher eine Anhörung im US-Senat stattfindet. Dementsprechend fordert er nun vehement, dass eine öffentliche Diskussion über dieses Thema geführt wird, um so auch den US-Kongress vor den weit reichenden Folgen dieses Gesetzes zu warnen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 83,90€
  2. 72,99€ (Release am 19. September)

phantasia 29. Jun 2004

Ich habe in der Softwarebranche gearbeitet und nachgerechnet, dass die Herstellungskosten...

braincrusha 25. Jun 2004

demokratie = massendiktatur

DGL 25. Jun 2004

Na, oder Winchester und Co... Aber dann heisst es bestimmt wieder: "Nicht Waffen töten...

ThadMiller 24. Jun 2004

Quatsch, die schaffen es ja nicht mal vernünftige Waffengesetze in "ihrem" Land zu...

nemesis 24. Jun 2004

Ist man heutzutage schon arm dran, wenn man als Kid kein Handy hat? FÜr was gibts...


Folgen Sie uns
       


Escape Room in VR ausprobiert

Wir haben uns das Spiel Huxley von Exit VR näher angesehen.

Escape Room in VR ausprobiert Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Vernetztes Fahren: Wer hat uns verraten? Autodaten
Vernetztes Fahren
Wer hat uns verraten? Autodaten

An den Daten vernetzter Autos sind viele Branchen und Firmen interessiert. Die Vorschläge zu Speicherung und Zugriff auf die Daten sind jedoch noch nebulös. Und könnten den Fahrzeughaltern große Probleme bereiten.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
  3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

2FA mit TOTP-Standard: GMX sichert Mail und Cloud mit zweitem Faktor
2FA mit TOTP-Standard
GMX sichert Mail und Cloud mit zweitem Faktor

Auch GMX-Kunden können nun ihre E-Mails und Daten in der Cloud mit einem zweiten Faktor schützen. Bei Web.de soll eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bald folgen. Der eingesetzte TOTP-Standard hat aber auch Nachteile.
Von Moritz Tremmel


      •  /