Xeatre - Linux-Videorekorder für digitales Fernsehen (Upd.)
Der Xeatre PVR 6100 ist ein voll digitaler Receiver für DVB-S und später auch für DVB-T und DVB-C (Karten sind austausch- und nachrüstbar), der zudem als "Personal Video Recorder" (PVR) dient. Dazu gehören das Anhalten des Live-Fernsehbilds ("Timeshifting"), die digitale Aufzeichnung auf die eingebaute 80- oder 160-GByte-Festplatte, eine integrierte elektronische Fernsehzeitung (EPG) sowie die DVD- und MP3-Wiedergabe. Die 40-GByte-Festplatte soll für bis zu 40 Stunden MPEG-2-Aufnahmekapazität reichen. Die DVD-Wiedergabe beschränkt sich – ohne zusätzliche Software – auf unverschlüsselte DVDs.
Die Aufnahmen lassen sich auf dem PC abspielen oder bearbeiten. Umgekehrt lassen sich Dateien vom PC in den Linux-Videorekorder kopieren. Sehr ungewöhnlich für einen Digitalvideorekorder ist auch die versprochene automatische Werbeunterdrückung, die anhand des Senderlogos die Werbeblöcke in Aufzeichnungen erkennen soll, so dass diese auf Wunsch mit der integrierten Schnittfunktion leicht entfernt werden können, so der Hersteller. Darüber hinaus werden eine Fernsteuerung auch über das Internet per Web-Interface sowie ein "Autotimer" geboten, der den Rekorder anhand von Stichworten automatisch programmiert und damit das Suchen in Programmzeitschriften überflüssig macht.
Für das Xeatre-System sollen in Zukunft noch weitere Komponenten angeboten werden: Das Grundsystem ist modular aufgebaut und kann in verschiedene Richtungen erweitert werden. So soll etwa ein Storage-Server als Grundlage für ein praktisch unbegrenztes Filmarchiv angeboten werden, während ein WLAN-Modul eine Verkabelung der Komponenten untereinander überflüssig machen soll.
In dem 13,6 x 37 x 32,9 cm großen und 8,7 kg schweren Mini-PC-Gehäuse des Xeatre PVR 6100 stecken ein AMD-Athlon-Prozessor mit 1,4 GHz, 128 MByte DDR-Speicher, eine 80-GByte- oder optional eine 160-GByte-Festplatte sowie ein Multiformat-DVD-Brenner (DVD+R/RW, DVD-R/RW, DVD-RAM). An Anschlüssen werden 4x USB (2x Vorder- und 2x Rückseite), einmal Fast-Ethernet, Maus- und Tastatur-Anschlüsse, ein serieller Anschluss, ein paralleler Druckeranschluss, Stereo-Audio-Ein- und -Ausgänge, digitaler Ton (Dolby Digital) als Composite-Ausgang, ein VGA-Anschluss und ein S-VHS-Ausgang als SCART geboten.
Der PVR 6100 soll ab Anfang Juli 2004 in zwei unterschiedlichen Ausstattungsvarianten verkauft werden: Die "professional"-Variante enthält gegenüber der "basic"-Variante eine zweite DVB-Karte sowie eine größere Festplatte. Die "basic"-Variante ist zum Preis von 849,- Euro, die "professional"-Variante für 949,- Euro im Fach- und Versandhandel erhältlich. LinuxLand(öffnet im neuen Fenster) gewährt Messebesuchern des LinuxTag 2004 und Online-Vorbestellern jeweils 100,- Euro Rabatt (Stichwort "LinuxTag-Rabatt") auf die Geräte. Auch eine Infrarot-Fernbedienung und eine Bedienungsanleitung liegen dem Xeatre bei.
Nachtrag vom 22. Juni 2004:
Als Software soll ein um mehrere Plug-Ins (z.B. die DVD-Brennfunktion) erweitertes und optisch angepasstes LinVDR zum Einsatz kommen. Im Entwicklungsteam der Open Source Factory befindet sich Mirko Dölle, der Mitbegründer der LinVDR-Distribution.
Der Prozessor wird laut Hersteller mit einem temparaturgesteuerten, "besonders leisen" Lüfter gekühlt, der praktisch nicht hörbar sein soll. Die Stromversorgung erledigt ein externes lüfterloses Netzteil. Die verwendete Festplatte soll ein als besonders leise geltendes Modell SV von Samsung sein. Dezibel-Angaben zur Betriebslautstärke kann die Open Source Factory noch nicht machen.