Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?

Golem.de: Gerade für diese Künstler könnten ja die Creative-Commons-Lizenzen eine gute Sache sein. Aber ist es nicht ein Problem, dass die Major-Künstler an so etwas wie Creative Commons gar nicht interessiert sind? Der Großteil der Konsumenten kommt schließlich nur mit diesen Riesenkünstlern in Kontakt - und wird gar nichts von den Creative Commons mitbekommen, wenn nur die Independent-Künstler das adaptieren.

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Lessig: Naja, der durchschnittliche Bekanntheitsgrad eines Major-Künstlers ist meist recht kurz. Natürlich, es gibt die Beatles, die Rolling Stones oder Madonna. Aber die meisten Bands sind kurz da und verschwinden dann wieder. Ich habe keine Probleme damit zu warten. Immer mehr Bands erkennen die Copyright-Problematik und stellen ihre Werke frei zur Verfügung; andere bauen genau darauf auf. Also haben wir zwei Stränge, in die sich alles entwickelt - den einen mit dem geschützten Material, den anderen mit dem freien Material. Und ich bin glücklich darüber, für die freie Seite zu kämpfen - und ich bin zuversichtlich, dass sich diese Seite auf längere Sicht auch durchsetzen wird.

Golem.de: Zum Thema Musik-Filesharing und P2P schreiben Sie in Ihrem Buch, dass es ein großer Fehler wäre, wenn jetzt Gesetze gegen P2P erlassen würden - weil sich Tauschbörsen in ein paar Jahren ohnehin erledigt hätten und wir größtenteils nur noch mobile Geräte nutzen, die ihre Inhalte per Stream aus dem Netz abgreifen. Aber ist das nicht genau die Traumvorstellung der Industrie - DRM-geschützte Player, auf denen man für jedes Anhören eines Songs extra zahlen muss?

Lessig: Ja, da ist etwas dran. Deswegen ist es immens wichtig, dass wir eine möglichst große Nachfrage nach DRM-freien Inhalten generieren. DRM ist natürlich nicht die Lösung von P2P. Es gibt Leute, die denken, dass DRM die Antwort auf alles ist. Die meinen, dass es eine gute Idee ist, wenn du einen kostenpflichtigen Song herunterlädst und diesen dann nur auf fünf PCs abspielen darfst. Aber das ist Bullshit.

Mir ist das Recht auf ein paar zusätzliche Kopien nicht wichtig. Mir geht es darum, dass ich Kultur remixen und mit anderen teilen darf. Man zerstört eine ganze alternative Kultur durch DRM. Meine eigentliche Aussage an dieser Stelle im Buch ist, dass es derzeit keinen wirklich guten Grund gibt, rechtlich gegen P2P vorzugehen. Aber es gibt mehr als einen guten Grund, zum Aktivisten zu werden und die freie Kultur zurückzufordern.

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Andre B. 11. Dez 2006

Und Sie haben die Ahnung??? Ich hann nur sagen, ich finds gut, dass gegen den ganzen...

Verney 14. Jul 2006

Nichts wäre dann... nach dem heutigen Patentrecht wäre die Erfindung nach zwanzig...

Sielenc (Andy) 28. Jun 2004

Hallo, ich habe den Artikel gründlich gelesen und finde ihn klasse.Ein interresantes...

ich 27. Jun 2004

Danke das es entlich mal jemand sagt.

Jonny 27. Jun 2004

Karl, ist dir vieleicht schon mal in den Sinn gekommen, dass die Copyright Gesetze rund...



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