Abo
  • Services:

Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?

Golem.de: Gerade für diese Künstler könnten ja die Creative-Commons-Lizenzen eine gute Sache sein. Aber ist es nicht ein Problem, dass die Major-Künstler an so etwas wie Creative Commons gar nicht interessiert sind? Der Großteil der Konsumenten kommt schließlich nur mit diesen Riesenkünstlern in Kontakt - und wird gar nichts von den Creative Commons mitbekommen, wenn nur die Independent-Künstler das adaptieren.

Stellenmarkt
  1. Horváth & Partners Management Consultants, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart
  2. KWA Betriebs- und Service GmbH, Unterhaching

Lessig: Naja, der durchschnittliche Bekanntheitsgrad eines Major-Künstlers ist meist recht kurz. Natürlich, es gibt die Beatles, die Rolling Stones oder Madonna. Aber die meisten Bands sind kurz da und verschwinden dann wieder. Ich habe keine Probleme damit zu warten. Immer mehr Bands erkennen die Copyright-Problematik und stellen ihre Werke frei zur Verfügung; andere bauen genau darauf auf. Also haben wir zwei Stränge, in die sich alles entwickelt - den einen mit dem geschützten Material, den anderen mit dem freien Material. Und ich bin glücklich darüber, für die freie Seite zu kämpfen - und ich bin zuversichtlich, dass sich diese Seite auf längere Sicht auch durchsetzen wird.

Golem.de: Zum Thema Musik-Filesharing und P2P schreiben Sie in Ihrem Buch, dass es ein großer Fehler wäre, wenn jetzt Gesetze gegen P2P erlassen würden - weil sich Tauschbörsen in ein paar Jahren ohnehin erledigt hätten und wir größtenteils nur noch mobile Geräte nutzen, die ihre Inhalte per Stream aus dem Netz abgreifen. Aber ist das nicht genau die Traumvorstellung der Industrie - DRM-geschützte Player, auf denen man für jedes Anhören eines Songs extra zahlen muss?

Lessig: Ja, da ist etwas dran. Deswegen ist es immens wichtig, dass wir eine möglichst große Nachfrage nach DRM-freien Inhalten generieren. DRM ist natürlich nicht die Lösung von P2P. Es gibt Leute, die denken, dass DRM die Antwort auf alles ist. Die meinen, dass es eine gute Idee ist, wenn du einen kostenpflichtigen Song herunterlädst und diesen dann nur auf fünf PCs abspielen darfst. Aber das ist Bullshit.

Mir ist das Recht auf ein paar zusätzliche Kopien nicht wichtig. Mir geht es darum, dass ich Kultur remixen und mit anderen teilen darf. Man zerstört eine ganze alternative Kultur durch DRM. Meine eigentliche Aussage an dieser Stelle im Buch ist, dass es derzeit keinen wirklich guten Grund gibt, rechtlich gegen P2P vorzugehen. Aber es gibt mehr als einen guten Grund, zum Aktivisten zu werden und die freie Kultur zurückzufordern.

 Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Z370-Boards mit Intel Optane Speicher + Intel SSD
  2. bei Caseking kaufen
  3. ab 349€

Andre B. 11. Dez 2006

Und Sie haben die Ahnung??? Ich hann nur sagen, ich finds gut, dass gegen den ganzen...

Verney 14. Jul 2006

Nichts wäre dann... nach dem heutigen Patentrecht wäre die Erfindung nach zwanzig...

Sielenc (Andy) 28. Jun 2004

Hallo, ich habe den Artikel gründlich gelesen und finde ihn klasse.Ein interresantes...

ich 27. Jun 2004

Danke das es entlich mal jemand sagt.

Jonny 27. Jun 2004

Karl, ist dir vieleicht schon mal in den Sinn gekommen, dass die Copyright Gesetze rund...


Folgen Sie uns
       


Youtube Music - angeschaut

Wir haben uns das neue Youtube Music angeschaut. Davon gibt es eine kostenlose Version mit Werbeeinblendungen und zwei Abomodelle. Youtube Music Premium ist quasi der Nachfolger von Googles Play Musik. Das Monatsabo für Youtube Music Premium kostet 9,99 Euro.

Youtube Music - angeschaut Video aufrufen
Anthem angespielt: Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall
Anthem angespielt
Action in fremder Welt und Abkühlung im Wasserfall

E3 2018 Eine interessante Welt, schicke Grafik und ein erstaunlich gutes Fluggefühl: Golem.de hat das Actionrollenspiel Anthem von Bioware ausprobiert.

  1. Dying Light 2 Stadtentwicklung mit Schwung
  2. E3 2018 Eindrücke, Analysen und Zuschauerfragen
  3. Control Remedy Entertainment mit übersinnlichen Räumen

IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
IT-Jobs
Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
Ein Bericht von Juliane Gringer

  1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
  2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
  3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

Business-Festival: Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden
Business-Festival
Cebit verliert 70.000 Besucher und ist hochzufrieden

Cebit 2018 Zur ersten neuen Cebit sind deutlich weniger Besucher als im Vorjahr gekommen. Dennoch feiern Messe AG, Bitkom und Aussteller den Relaunch der Veranstaltung als Erfolg. Die Cebit 2019 wird erneut etwas verlegt.

  1. Festival statt Technikmesse "Die neue Cebit ist ein Proof of Concept"

    •  /