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Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?

Golem.de: Sie legen sich ja nicht nur mit den ganz Großen der Medienbranche an, sondern messen sich auch mit einer ganzen Branche von Anwälten, die eben davon leben, dass - verbunden mit dem Copyright - so viele Prozesse geführt werden. In Ihrem Buch fordern Sie zudem, dass es deutlich weniger Anwälte geben sollte - dabei sind Sie ja selbst jemand, der als Jura-Professor angehende Anwälte ausbildet. Ist ein solcher Kampf realistisch - nicht nur gegen die mächtigen Medienkonzerne vorgehen zu wollen, sondern auch einen Großteil ihres Berufsstandes herauszufordern?

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Lessig: Die Anwälte sind nicht organisiert - sie sind ein leichtes Angriffziel. Die Medienkonzerne sind da schon deutlich härter zu knacken. Aber wir sind in diesem Kampf ja nicht alleine - wir haben zum Beispiel weite Teile der Technikindustrie auf unserer Seite. Die will schließlich Hard- und Software verkaufen, und die verkauft sich natürlich besser, wenn Leute mehr Möglichkeiten haben, Inhalte zu nehmen, zu verändern und über Breitband-Verbindungen zu verschicken.

Dieser Boom wird sich auf andere Bereiche ausdehnen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Content-Industrie gar nicht so groß ist wie man manchmal vielleicht annimmt. Die Musikindustrie beispielsweise ist gemessen an den Umsätzen ebenso groß wie die Wellpappen-Industrie. Die Vorstellung, dass die Wellpappen-Industrie Einfluss darauf nimmt, wie man in den USA Kultur konsumiert, ist doch absurd, oder nicht? Aber diese kleine winzige Content-Industrie diktiert uns, wie wir mit unserer Kultur umzugehen haben.

Golem.de: Es gibt viele Künstler, die auf Grund des Copyrights stark in ihrer Arbeit eingeschränkt sind - Filmemacher bekommen schon Probleme, wenn in einem ihrer Werke irgendwo im Hintergrund ein TV-Gerät zu sehen ist, auf dem die Simpsons laufen. Hiphop-Bands können kaum noch Songs samplen, da die Rechte für die Originale entweder nicht zu bekommen oder viel zu teuer sind. Wieso gibt es trotzdem innerhalb der Künstler keinen kollektiven Aufstand gegen das derzeitige Copyright?

Lessig: Den Major-Künstlern geht es im derzeitigen System ja recht gut. Die Leute, die wirklich wütend werden, sind die, die mit neuen Medien arbeiten und Geräte wie Sampler und PCs einsetzen. Die sind wütend und denken sich: Scheiße, ich habe so viele Möglichkeiten mich auszudrücken, aber die meisten darf ich nicht nutzen. Warum muss ich mir eine Erlaubnis von einem Rechtsanwalt holen, wenn ich kreativ sein will? Diese Künstler verstehen, was falsch läuft. Aber die Madonnas dieser Welt sitzen auf ihren riesigen Geldhaufen, die profitieren von diesem System. Was ist das für ein System, das ein paar wenige Milliardäre fördert, aber den Großteil der Künstler in ihren Möglichkeiten massiv einschränkt?

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Andre B. 11. Dez 2006

Und Sie haben die Ahnung??? Ich hann nur sagen, ich finds gut, dass gegen den ganzen...

Verney 14. Jul 2006

Nichts wäre dann... nach dem heutigen Patentrecht wäre die Erfindung nach zwanzig...

Sielenc (Andy) 28. Jun 2004

Hallo, ich habe den Artikel gründlich gelesen und finde ihn klasse.Ein interresantes...

ich 27. Jun 2004

Danke das es entlich mal jemand sagt.

Jonny 27. Jun 2004

Karl, ist dir vieleicht schon mal in den Sinn gekommen, dass die Copyright Gesetze rund...


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