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Interview: Warum rebellieren wir nicht gegen das Copyright?

Golem.de: Wird es nicht auch schwer werden, gegen Gesetze anzukommen, die für einen Großteil der Bevölkerung vernünftig erscheinen? Zum Beispiel fordern Sie, dass so genannte derivative Rechte - also etwa das Recht, aus einem bekannten Buch einen Kinofilm zu machen - dem Rechteinhaber nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen sollen. Das Beispiel der Herr-der-Ringe-Trilogie zeigt doch aber, dass auch ältere Vorlagen zum Beispiel an der Kinokasse noch erhebliche Einspielergebnisse erbringen können - und den meisten Menschen leuchtet daher auch ein, dass diese Einnahmen zumindest zum Teil dem Rechteinhaber des Buches zufließen sollten.

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Lessig: Vielleicht ist dem so. Es ist hart, in diesem Zusammenhang zu definieren, was fair ist. Gerade "Der Herr der Ringe" ist ein gutes Beispiel. Das Buch hat sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil unserer Kultur entwickelt. Die Frage ist doch jetzt, ob es fair ist, dass nur eine kleine Gruppe von Menschen das Recht hat, diesen Bestandteil unserer Kultur aufzugreifen und weiterzuverarbeiten. Und eine andere wichtige Frage ist hier vor allem, warum es exklusive Rechte im Kontext der derivativen Rechte geben soll.

Shakespeare zum Beispiel ist immer noch immens populär - und das, obwohl niemand die exklusiven Rechte an seinen Werken hält. Jeder kann einen Film aus seinen Vorlagen machen. Und trotzdem würde glaube ich niemand annehmen, dass es kein Geld mehr mit Shakespeare-Filmen zu verdienen gibt - nur weil jeder einen solchen Film machen darf. Im Gegenteil, weil im Grunde jeder seine Werke verwenden darf, verbessert sich der Wert von Shakespeares Werken sogar noch. Daher sollten wir skeptisch sein, wenn es Beschränkungen gibt und Firmen auf ihr Recht pochen, dass nur sie ganz exklusiv ein bestimmtes Buch verfilmen dürfen.

Golem.de: Die Firmen, die Derartiges am lautesten fordern, sind interessanterweise ja zum Teil die, die einst am meisten von der so genannten Public Domain profitiert haben. Disney etwa, die zahlreiche frei verwendbare Märchen für ihre Zeichentrickfilme neu adaptierten, heute aber alles dafür tun, dass das Copyright an Micky Maus und Co. immer wieder verlängert wird.

Lessig: Das liegt vor allem an der Veränderung der Interessen, die sich dadurch ergeben haben, dass Unternehmen jetzt das Copyright in der Hand halten. So war das ja nie geplant - ursprünglich sollte des Copyright den Autoren gehören, damit die ihre Werke schützen können. Das Schöne an Autoren ist, dass sie sterben - dann bekommen die Kinder vielleicht noch ein bisschen Geld, und dann hat sich das erledigt. Das funktioniert mit den großen Medienunternehmen natürlich nicht - die leben immer weiter, und wir müssen diese immer stärker werdende Konzentration von Copyrights in der Hand einiger weniger Unternehmen beobachten.

Ich verstehe, warum diese Unternehmen mit aller Kraft versuchen, sich dieses Copyright auf ewig zu sichern. Insofern war es aber auch eine Farce, was wir uns vor dem Supreme Court anhören mussten, als es darum ging, ob die jetzige Form des Copyrights verfassungskonform ist oder nicht. Damals sagte man mir, dass ja überhaupt nicht geklärt sei, ob die Unternehmen beim nächsten Termin, wenn das Copyright droht auszulaufen, wieder eine Verlängerung beantragen. Und das ist natürlich völliger Blödsinn: Natürlich werden die Unternehmen wieder alles dafür tun, dass die Gültigkeit des Copyrights erneut verlängert wird, weil das für sie einfach deutlich mehr Gewinn bedeutet.

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Andre B. 11. Dez 2006

Und Sie haben die Ahnung??? Ich hann nur sagen, ich finds gut, dass gegen den ganzen...

Verney 14. Jul 2006

Nichts wäre dann... nach dem heutigen Patentrecht wäre die Erfindung nach zwanzig...

Sielenc (Andy) 28. Jun 2004

Hallo, ich habe den Artikel gründlich gelesen und finde ihn klasse.Ein interresantes...

ich 27. Jun 2004

Danke das es entlich mal jemand sagt.

Jonny 27. Jun 2004

Karl, ist dir vieleicht schon mal in den Sinn gekommen, dass die Copyright Gesetze rund...


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