Interview: Die Freiheit der GPL hat Grenzen

Golem.de: Wenn aber auch in anderen Produkten Linux verwendet wird, warum klagst dann gerade du? Viele andere klagen ja offenbar nicht?

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Welte: Es gibt noch einen weiteren recht bekannten Fall, von dem viele schon gehört haben werden, das ist der Fall Kiss Technology, die sich auf DVD-Player spezialisiert haben und die zumindest beschuldigt werden, Software des MPlayer-Projekts zu verwenden.
Letztendlich muss man aber einfach sehen, dass man auch ein Risiko eingeht. Ich gehe hier in der ersten Instanz ein Risiko von knapp 10.000 Euro ein, wenn ich verliere. Und nur wenige Autoren freier Software sind bereit und auch in der Lage, ein solches Risiko einzugehen.

Golem.de: Haben Möglichkeiten zum Rechtsschutz, wie sie beispielsweise die FSF Europe mit ihrem Fiduciary Licence Agreement bietet, bei deinen Überlegungen gegen Urheberrechtsverletzungen an deiner Software vorzugehen, eine Rolle gespielt?

Welte: Stimmt, es gibt dieses Fiduciary Licence Agreement, mit dem man die FSF Europe mit den gleichen Rechten ausstatten kann. Mir ist aber nicht bekannt, dass es da bisher einen Fall gegeben hätte. Es würde mich freuen, wenn da etwas passiert.
Es ist auch so, dass wir in den außergerichtlichen Einigungen häufig auch Spenden für die Free Software Foundation Europe haben erzielen können - auch in deutlich vierstelliger Höhe - bei denen wir mit der FSF Europe vereinbart haben, dass diese Gelder auch bevorzugt zur Unterstützung der Verfolgung von Rechten, also der Durchsetzung der GPL eingesetzt werden.
Ich persönlich würde das Fiduciary Licence Agreement nicht wahrnehmen wollen, aber ich denke, für Autoren, die sich selbst nicht mit der Durchsetzung der Rechte befassen wollen, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder zeitlichen Gründen, ist das sicherlich eine Option, die man in Erwägung ziehen sollte.

Golem.de: Du hast dich ganz bewusst für die GPL entschieden, nicht für eine BSD-Lizenz oder Ähnliches, warum?

Welte: Ja, Freiheit! Mir geht es einfach darum, dass die Software, die ich geschrieben habe, den Anwendern auch dann im Quellcode zugänglich ist, nachdem sie verändert wurde. Bei der BSD-Lizenz könnte man einfach ein Produkt auf Netfilter aufbauen und dieses produzieren und vertreiben, ohne dass der Quellcode wieder zur Verfügung gestellt wird.
Ich finde, gerade bei sicherheitsrelevanter Software ist es wichtig, dass der Quellcode einsehbar ist, um eben zu erkennen, ob keine Backdoors enthalten sind. Vor wenigen Tagen gab es diesen Netgear-Router, in den eine Backdoor eingebaut war: Wenn ich den Quellcode habe, kann ich viel einfacher erkennen, ob da eine Backdoor drin ist oder nicht. Und wenn eine drin wäre, dann nehme ich halt die Backdoor raus, kompiliere es neu und lade das Image in mein Gerät, das ich dann ohne Backdoor nutzen kann.
Mir ist schon klar, dass nicht jeder Mensch auf dieser Welt ein C-Freak ist und einen Kernel programmieren kann, aber zumindest wird er in die Lage versetzt, dies theoretisch zu tun oder jemanden zu engagieren, der das für ihn tut.

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bull16 01. Aug 2004

du kannst auch viel geld mit partnerprogramme verdienen wenn du natürlich dir müche...

Otto d.O. 24. Jun 2004

Trottel. Ich zahle jedes Jahr genug Steuer, um fünf Idioten wie dich durchfüttern zu können.

LOL 24. Jun 2004

Super. Und damit du Zeit hast mit deinen Kollegen herumzuspielen lässt du dich wohl von...

Otto d.O. 23. Jun 2004

Was man als Hersteller von OpenSource-Software relativ leicht gewinnt, ist...

jtsn 23. Jun 2004

Was in dem Artikel nicht ganz rüberkommt: Das Gericht beurteilt nicht nur die Gültigkeit...



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