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Posträuber stehlen Gold-Master - PC-Spiel wird verschoben

Ungewöhnliche Pressemitteilung von Slitherine Software. Das britische Spieleentwicklungsstudio Slitherine Software hat entweder ein Gespür für öffentlichkeitswirksame Pressearbeit – oder aber wirklich Pech. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Pressemitteilung verkündet, ist die Gold-Master zum Strategie-Spiel Gates of Troy bei einem Postraub entwendet worden.
/ Thorsten Wiesner
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Laut Unternehmensangaben ist der zuständige Postbote, der die Gold-Master vom Londoner Presswerk zur finalen Kontrolle ins Slitherine-Hauptquartier in Epsom bringen sollte, kurz vor dem Ziel seiner Reise von Unbekannten attackiert worden. Dabei seien mehrere Postsäcke entwendet worden, in denen sich unter anderem eben auch das fertige Spiel befunden haben soll. Slitherine hoffe nun, dass die Diebe ihre Beute nicht dazu nützen würden, das Programm bereits vorab in Umlauf zu bringen; die offizielle Veröffentlichung müsse auf Grund des Diebstahls verschoben werden.

Bei Gates of Troy handelt es sich um eine Stand-alone-Erweiterung des Strategie-Spiels Spartan. Slitherine zieht in der offiziellen Pressemitteilung einen Vergleich mit dem Code-Diebstahl von Half-Life 2 , da man in beiden Fällen gut sehen könne, wie leicht verletzbar Spiele-Unternehmen heutzutage sind. Allerdings dürfte es den meisten Nicht-Slitherine-Mitarbeitern schwer fallen, eine Parallele zwischen dem illegalen Eindringen in ein Firmen-Netzwerk und dem Diebstahl eines Postsackes zu sehen.

Insofern sollte man bei der ganzen Geschichte zumindest skeptisch bleiben; selbst wenn die Gold-Master wirklich gestohlen wurde, ist es einigermaßen offensichtlich, dass Slitherine versucht, dies zu nutzen – um so Aufmerksamkeit auf ein Spiel zu lenken, das ansonsten von der breiten Masse kaum beachtet worden wäre.


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