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Grafikkarten-Markt: Marketingschlacht ohne Munition

GeForce 6800 und X800 lassen immer noch auf sich warten. Ab Ende Mai 2004 sollte es, zumindest wenn es nach ATI und Nvidia geht, für anspruchsvolle Kunden einen Schwung neuer, leistungsfähigerer High-End-Grafikkarten geben. Doch bisher ist dieser Schwung ausgeblieben – während Radeon-X800-Pro- und GeForce-6800-Nicht-Ultra-Karten langsam auf den Markt tröpfeln, gibt es die X800-XT- oder 6800-Ultra-Produkte – wenn überhaupt – nur in homöopathischen Dosen.
/ Christian Klaß
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Schaut man in den Golem.de-eigenen Preisvergleich markt.golem.de , so sind bisher nur wenige Radeon-X800-Pro-Karten überhaupt mit Lieferdatum versehen und die ersten Lieferungen offenbar schon wieder ausverkauft. Gleiches gilt für die noch seltenere Radeon-X800-XT-Riege. Man darf sich also fragen, was von den festen Versprechen der Chiphersteller geblieben ist.

So hatte Nvidia Mitte Mai 2004 noch bestätigt, dass es keine Verzögerungen geben und die ersten Karten der Partner mit Nvidia-Grafikchips der Typen GeForce 6800 und GeForce 6800 Ultra definitiv Ende Mai 2004 auch auf den deutschen Markt kommen würden. ATI wollte seinem Konkurrenten gar noch eins auswischen und sah die X800-Serie -Karten seiner Partner schon etwas früher im Handel, was aber bisher nur mit den X800-Pro-Karten und da auch nur mit zu geringen Stückzahlen geschah.

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Für den Handel und die Hersteller ergibt sich daraus die unangenehme Situation, dass man nun mitten in der Marketingschlacht ohne Munition dasteht: Die alte High-End-Munition aus Radeon 9800 Pro und XT sowie der GeForceFX-5800-Serie wollen die Kunden in reger Erwartung auf die versprochene höhere Leistung der Radeon-X800- sowie der GeForce-6800-Chipserien nicht mehr haben, zumindest nicht für den aktuellen Preis. Und die neuen Grafikkarten sind noch nicht oder nur in zu geringen Mengen zu haben.

Ein Beispiel: Gainward hat sein Versprechen zwar wahr gemacht und vor wenigen Tagen als erster Hersteller in Deutschland GeForce-6800-Ultra-Karten ausgeliefert, sogar noch von Hause aus übertaktete, doch sollen es – so ist es aus Hersteller-Kreisen zu hören – für ganz Deutschland gerade mal eine Handvoll Karten gewesen sein, die auch sofort verkauft wurden. Bei Alternate wollte man sich zur genauen Stückzahl zwar nicht äußern, dementierte sie aber auch nicht und erklärte gegenüber Golem.de: "Die bislang gelieferten Karten waren auf der Stelle ausverkauft und stellten somit einen winzigen Tropfen auf einen glühenden Stein dar. Noch ist ungewiss, wann weitere 6800-Ultra-Karten den Handel respektive uns erreichen werden." Die Verfügbarkeit bei ATIs X800 sei zwar deutlich besser, aber immer noch nicht ausreichend, um den Bedarf der eigenen Kunden zu decken, hieß es weiter.

Größere Ultra-Stückzahlen – im Bereich von wenigen hundert Stück auf alle Hersteller gerechnet – sind wohl erst im Juli 2004 zu erwarten, wobei man natürlich bedenken muss, dass High-End-Produkte auf Grund der hohen Preise mehr ein Prestige-Objekt sind. Große Stückzahlen werden nur mit den im mittleren und unteren Preisbereich angesiedelten Grafikkarten erreicht.

Die verständliche und vermutlich zum Teil auch auf Preisrutsch-Hoffnung begründete Wartehaltung der Kundschaft wirkt sich aber eben auch auf die Midrange-Produkte aus – so werden etwa GeForceFX-5700-Karten zu Ladenhütern, vermutlich, weil man lieber auf die GeForce 6800 GT wartet. Ausgerechnet die GT-Karten – die schwächste, aber günstigste Version der GeForce-6800-Serie – lassen aber noch auf sich warten und sollen laut Grafikkartenherstellern erst gegen Ende Juni/Anfang Juli 2004 in ausreichenden Stückzahlen in den Handel kommen. Nvidia erwartete seinerzeit, dass die ersten GT-Karten etwa Anfang/Mitte Juni 2004 kommen, das stimmt soweit auch, aber nennenswerte und regelmäßige Lieferungen der Partner lassen noch etwas auf sich warten.

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Zumindest die normale GeForce 6800 und die Radeon X800 Pro sollen jedoch bis Ende Juni 2004 in größeren Stückzahlen lieferbar sein, auch wenn es im Moment mit der Verfügbarkeit noch traurig aussieht. Dies dürfte die Situation für Handel und Händler etwas entschärfen – und die Wartezeit für interessierte Kunden langsam ein Ende haben.

Eine Nachfrage bei Nvidia erbrachte, dass die GeForce-6800-Serie-Karten bei den Partnern zurzeit noch modifiziert würden, was die Verzögerung begründete. Dies beziehe sich auf Taktung, Speicher und die Kühlung. Die Verfügbarkeit im Einzelhandel habe aber nun begonnen, was aber noch nichts über die Stückzahlen sagt. Bei den Radeon-X800-XT-Karten soll es in diesen Tagen auch losgehen, zumindest beim ATI-Partner Sapphire. Alternate zufolge gibt es bereits größere – aber immer noch nicht ausreichende – X800-XT-Stückzahlen als bei den Konkurrenzkarten aus dem GeForce-6800-Ultra-Lager.


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