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Interview: Freie Bandbreite für alle (Teil 2)

Eben Moglen: SCO glaubt selbst nicht, dass sie gewinnen

In diesem zweiten Teil unseres Interviews spicht Eben Moglen, Professor für Recht und Rechtsgeschichte an der Columbia Law School in New York und unter anderem Justiziar für die Free Software Foundation, über freie Netze, seine Forderung zur Freigabe des Frequenz-Spektrums, SCOs Feldzug gegen Linux und die Zukunft des US-Urheberrechts. Im ersten Teil des Interviews sprach Moglen über die Zukunft der GPL, Microsoft sowie die Gefahren, die durch Trusted Computing und Softwarepatente für freie Software drohen.

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Eben Moglen
Eben Moglen
Golem.de: Professor Moglen, Sie sprachen schon mehrfach über die Notwendigkeit, das Frequenz-Spektrum freizugeben. Könnten Sie Ihre Ideen dazu erläutern?

Eben Moglen: Sicher, wir leben in einer Welt, und das gilt überall in den entwickelten Gesellschaften, in der seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angenommen wurde, dass das Frequenz-Spektrum wie Grundbesitz zu behandeln ist - für dessen Anteile man exklusive Rechte besitzen musste. Anfangs war dies technisch begründet - da Interferenzprobleme die Möglichkeit zu kommunizieren zunichte machen, wenn Frequenzen und Sendeleistungen nicht zugeteilt werden. So weiß jeder, wann, wer auf welcher Frequenz mit welcher Leistung sendet. Dies wurde als technische Notwendigkeit angeführt.

Aus dieser technischen Notwendigkeit wurde dann eine politische Annehmlichkeit. Regierungen und Privatunternehmen hatten dadurch ein verhältnismäßig starkes Recht, sich zu äußern. Regierungen nutzten dies, um sich selbst an der Macht zu halten und bevorzugte Privatunternehmen oder Privatpersonen nutzten es, um sich ihre Vorteile zu erhalten. Aber all das basierte letztendlich auf dem technischen Argument, dass das Frequenz-Spektrum nicht gemeinsam genutzt werden könne, da es "verwüstet" würde, sobald es die Menschen allgemein nutzen würden.

Die gleiche Argumentation wird angeführt, um zu rechtfertigen, dass auf Grund der begrenzten Zahl der Fische im Meer nicht jeder fischen darf wie er will, denn dann würden alle Fische gefangen werden und es wäre für niemanden mehr einer da. Aber das Frequenz-Spektrum funktioniert so nicht. Eines Tages werden Endgeräte wie Handys intelligent werden und sich das Frequenz-Spektrum teilen statt es zu verwüsten. Eines Tages werden wir entdecken, dass sich das Frequenz-Spektrum ohne Rivalität nutzen lässt und dass es keinen technischen Grund gibt, dass Herr Murdoch [Anm. der Redaktion: gemeint ist der Medienmogul Rupert Murdoch] mehr davon erhält als Sie. Es gibt keinen Grund, warum die Deutsche Telekom mehr erhalten sollte als ich habe. Das ist nicht technisch notwendig.

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Was wir in den nächsten 20 Jahren oder so tun werden, ist die Menschen darüber aufzuklären, dass der alte Weg, das Frequenz-Spektrum zu nutzen, nicht länger technisch notwendig und nicht länger politisch oder ökonomisch erstrebenswert für den Einzelnen ist. Betrachtet man das Frequenz-Spektrum wie Grundbesitz und lizenziert es an eine kleine Gruppe, dann bedeutet dies, dass jeder, der nicht dazu gehört, Telefonrechnungen bezahlt, Handy-Rechnungen bezahlt und auch für den Fernsehempfang bezahlt. Und diese ökonomischen Renten werden von Monopolen abgeschöpft, welche die Regierung einsetzt.

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Marcus... 21. Jun 2004

Die Luftbuchungen der freien Softwareszene Mit der freien Software verbinden sich große...

Bexx 21. Jun 2004

Freie Bandbreite... diese Nerds! Freibier!!!

Michael - alt 20. Jun 2004

na, du "verkehrtherum"? 100% deiner meinung.

Suomynona 20. Jun 2004

Es ist nicht bewiesen ob die Belastung durch elektromagnetische Strahlung in kleinen...

Raiden 20. Jun 2004

Außerdem ist noch nicht geklärt ob die drahtlose Kommunikation die Gesundheit schädigt...


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