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Interview: Eben Moglen über die Zukunft der GPL (Teil 1)

Golem.de: Und Trusted Computing?

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Moglen: Trusted Computing ist, wie auch das Patentsystem, ein möglicher Killer für das, was wir tun. Aber wir haben Ressourcen, um damit umzugehen. Ich meine nicht, dass wir gewinnen müssen, auch wenn ich hier auf der Konferenz sagte, dass ich glaube, dass wir den Kampf um freie Hardware gewinnen werden. Ich glaube, dass sich Hardware, die nicht das tut, was die Leute wollen, die sie gekauft haben, nicht langfristig durchsetzt. Denn die Verbraucher verstehen das. Sie wollen keinen Fernseher, der auf den Kanal umschaltet, den Herr Murdoch ihnen aufzwingen will. Und sie wollen keinen Computer, auf dessen Daten sie nie wieder Root-Zugriff erlangen.

In Bezug auf Trusted Computing und das Patentproblem werden wir das, was eine unumkehrbare Gefahr werden könnte, zu einem Risiko machen, mit dem wir leben können.

Golem.de: Die Apache-Lizenz hat ihre Lizenz überarbeitet und unter anderem eine Patent-Abwehrklausel eingefügt. Laut FSF ist die neue Apache-Lizenz nun aber inkompatibel zur GPL?

Moglen: Nein, das ist genau andersherum. Die alte Apache-Lizenz war sogar viel weniger kompatibel. Sowohl die Apache Software Foundation als auch die Free Software Foundation betrachten Kompatibilität als etwas sehr Wichtiges. Allerdings erlaubt die Apache Foundation mit Apache etwas, das wir mit GPL-Programmen nicht zulassen. Apache will nämlich, dass ihr Code in proprietäre Programme integriert werden kann. Daher muss die Apache License letztendlich der LGPL ähnlicher sein als der GPL. IBM und viele andere wollen das auch.

Was wir also brauchen ist eine Lizenz, die sowohl zu freien Softwarelizenzen wie der GPL kompatibel ist als auch zu freien Softwarelizenzen wie Apache. Der Code kann dann vorwärts und rückwärts wandern, zwischen einem sehr wichtigen Webserver, dem besten weltweit, und anderen Arten freier Software, zwischen denen Code getauscht werden sollte. Wir nähern uns dem an.

Die Apache-Lizenz 2 ist in vielerlei Hinsicht weniger inkompatibel mit der GPL. Aber Sie haben Recht, als ich die Apache Lizenz 2 kommentierte, sagte ich, dass ein großer Bereich der Inkompatibilität bleibt - der Schutz gegenüber Patenten. Also die Art, wie wir uns gegen die Patente anderer zur Wehr setzen wollen. Bei der Apache Lizenz 2 hat man einen Schutzmechanismus gewählt, der in der aktuellen Version der GPL so nicht vorkommt. Da diese Klausel in der aktuellen Version der GPL nicht vorkommt, sind die beiden Lizenzen inkompatibel. Denn die GPL erlaubt keine Erweiterungen.

Wir wissen, dass wir in der GPL Version 3 etwas tun werden, dass sich von dem unterscheidet, was wir in der GPL Version 2 machen. Wir sind aber nicht sicher, was das sein wird. Wenn wir den gleichen Ansatz wählen wie Apache, was möglich ist, dann wären die Lizenzen kompatibel. Wenn wir einen anderen Ansatz wählen, dann hoffen wir, dass Apache über unseren Ansatz nachdenken wird und sich die beiden Lizenzen dann wieder einander annähern.

Golem.de: Heißt das, die GPL Version 3 könnte zur GPL Version 2 inkompatibel sein?

Moglen: Nein, wegen der Lizenz-Wandlungsklausel in GPL-Paragraf 10, der besagt, dass die Lizenz sich verändern kann; es sei denn, Leute haben ihre Werke explizit unter der GPL Version 2 veröffentlicht, wie es beispielsweise Linus Torvalds mit dem Linux-Kernel getan hat. Aber es gibt auf Grund des Paragrafs 10 kein grundsätzliches Problem einer inhärenten Inkompatibilität zwischen verschiedenen Versionen der GPL. Die GPL Version 3 wird sich zwar von der Version 2 unterscheiden, aber nicht inkompatibel sein.

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gerd 19. Jun 2004

Moglen spricht mit der deutschen Regierung über die GPL 3? So ein Quatsch. Der Mann ist...

fishy_joe's 18. Jun 2004

Arminius 18. Jun 2004

Sehr aggressiv, der Herr. Entscheiden wird der Kunde, wenn ich als Nicht-ITler, sondern...

Ossietzky 17. Jun 2004

Ach Torg, genauu das meint Ralf ja: Es müsste auch einen Übergang der SW Patente in die...

Ozzy 17. Jun 2004

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen !!! Besser hätte man es nicht sagen können...


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