Abo
  • Services:
Anzeige

Interview: Eben Moglen über die Zukunft der GPL (Teil 1)

Golem.de: Ihr Kollege Lawrence Lessig setzt sich für freie Kultur ein und verfolgt dabei eine ähnliche Argumentation wie Sie. Lessig fordert aber eine Veränderung des Urherrechts. Könnte dies ein Problem für freie Software darstellen?

Moglen: Also, lassen Sie es mich so sagen: Die die Freiheit schützende Natur der GPL nutzt das existierende Urheberrecht. Würde das Urheberrecht morgen erlöschen, würde die GPL nicht mehr in der Art und Weise wirken, wie sie das derzeit tut. Insofern hängt die GPL vom Urheberrecht ab. Aber auf der anderen Seite wäre der Bedarf an der GPL, wenn das Urheberrecht morgen verschwinden würde, auch deutlich geringer, in keinem Fall aber bei null. Ich sage nicht, dass eine Welt ohne Urheberrecht eine ideale Welt für die Freiheit wäre, das wäre sie nicht. Aber die GPL versagt bei Abwesenheit eines Urheberrechts weniger, als dies Microsofts EULA tut.

Anzeige

Wenn das Ende des Urheberrechts kommen würde, wären wir besser dran als proprietäre Hersteller. Das wäre kein ideales Ergebnis für uns und auch nicht für sie. Freiheit ist haltbarer in Bezug auf Änderungen an der Stärke des Urheberrechts als andere Modelle. Das heißt nicht, dass die optimale Stärke im Bereich des Urheberrechts bei null liegt, aber wir können noch arbeiten, wenn sie null wäre. So wie wir heute in einem übermäßig starken Urheberrechtsregime arbeiten können. Wir sind nicht sonderlich empfindlich in Bezug auf Temperaturänderungen in diesem Bereich, die Musik- und Filmindustrie hingegen ist schrecklich empfindlich, was Änderungen in der Stärke des Urheberrechts angeht, denn ihr Modell ist nicht robust. Es beruht auf Annahmen, die nur dann halten, wenn sie ein rechtlich geschlossenes System stützt.

Wir hängen nicht sonderlich fest an einer bestimmten Ausgestaltung des Regimes. Das sieht man daran, dass wir weltweit mit nur einer Lizenz arbeiten. Die anderen können das nicht, denn sie benötigen viel mehr Kontrolle und können sich nicht auf das allgemeine und harmonisierte Urheberrecht nach "Bern" verlassen. Wir zeigen im Großen wie im Kleinen, dass unser Modell robust genug ist - man die Stärke des Urheberrechts von fast null bis hin zu enormem Schutz variieren kann und unser Modell funktioniert überall dazwischen.

Das optimale Urheberrechtssystem bedeutet aber, weder überhaupt kein Urheberrecht zu haben noch besteht es aus dem Urheberrecht, das wir heute haben. Das optimale System gibt es nirgends. Das ist in Ordnung, wir arbeiten überall. Das ist es, was freie Software so interessant macht - sie funktioniert bei schwachem Urheberrecht, bei starkem Urheberrecht und auch überall dazwischen.

Golem.de: Von Slashdot-Lesern nach der größten Gefahr für freie Software gefragt, nannten sie "Trusted Computing" die größte Gefahr für das Überleben freier Software. Könnten Sie das etwas genauer erklären?

Moglen: Unfreie Hardware ist etwas Schlechtes und sie kann großen Schaden anrichten - auf die gleiche Art und Weise, wie dies Softwarepatente tun können. Ich sage nicht, es ist keine Gefahr, ich sage, es stellt eine ernsthafte Gefahr dar, die wir aber erfolgreich meistern werden.

 Interview: Eben Moglen über die Zukunft der GPL (Teil 1)Interview: Eben Moglen über die Zukunft der GPL (Teil 1) 

eye home zur Startseite
gerd 19. Jun 2004

Moglen spricht mit der deutschen Regierung über die GPL 3? So ein Quatsch. Der Mann ist...

fishy_joe's 18. Jun 2004

Arminius 18. Jun 2004

Sehr aggressiv, der Herr. Entscheiden wird der Kunde, wenn ich als Nicht-ITler, sondern...

Ossietzky 17. Jun 2004

Ach Torg, genauu das meint Ralf ja: Es müsste auch einen Übergang der SW Patente in die...

Ozzy 17. Jun 2004

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen !!! Besser hätte man es nicht sagen können...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Sindelfingen
  2. OEDIV KG, Bielefeld
  3. Mainzer Stadtwerke AG, Mainz
  4. Daimler AG, Stuttgart


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 29,99€ + 5,99€ Versand (günstiger als die schlechtere Nicht-PCGH-Version)
  2. und Destiny 2 gratis erhalten

Folgen Sie uns
       


  1. Windows 10

    Fall Creators Update macht Ryzen schneller

  2. Gesundheitskarte

    T-Systems will Konnektor bald ausliefern

  3. Galaxy Tab Active 2

    Samsungs neues Ruggedized-Tablet kommt mit S-Pen

  4. Jaxa

    Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond

  5. Deep Descent

    Aquanox lädt in Tiefsee-Beta

  6. Android-Apps

    Google belohnt Fehlersuche im Play Store

  7. Depublizierung

    7-Tage-Löschfrist für ARD und ZDF im Internet fällt weg

  8. Netzneutralität

    Telekom darf Auflagen zu Stream On länger prüfen

  9. Spielebranche

    Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Pro und X erwartet

  10. Thunderobot ST-Plus im Praxistest

    Da gehe ich doch lieber wieder draußen spielen!



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Indiegames-Rundschau: Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
Indiegames-Rundschau
Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
  1. Verlag IGN übernimmt Indiegames-Anbieter Humble Bundle
  2. Indiegames-Rundschau Cyberpunk, Knetmännchen und Kampfsportkünstler
  3. Indiegames-Rundschau Fantasysport, Burgbelagerungen und ein amorpher Blob

Xperia Touch im Test: Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
Xperia Touch im Test
Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
  1. Roboter Sony lässt Aibo als Alexa-Konkurrenten wieder auferstehen
  2. Sony Xperia XZ1 Compact im Test Alternativlos für Freunde kleiner Smartphones
  3. Sony Xperia XZ1 und XZ1 Compact sind erhältlich

Arktika 1 im Test: Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
Arktika 1 im Test
Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
  1. TPCast Oculus Rift erhält Funkmodul
  2. Oculus Go Alleine lauffähiges VR-Headset für 200 US-Dollar vorgestellt
  3. Virtual Reality Update bindet Steam-Rift in Oculus Home ein

  1. Hintergrund des Spiel: Kritik an Künstlicher...

    DeeMike | 23:47

  2. Noch viel Arbeit (an der Gnome Shell)

    quark2017 | 23:46

  3. Re: Leistung fürs Geld oder gar dauerhaft...

    lear | 23:41

  4. Re: Asse 2.0

    Ach | 23:37

  5. Re: Unity hat mich damals von Ubuntu weggetrieben

    ManMashine | 23:34


  1. 22:38

  2. 18:00

  3. 17:47

  4. 16:54

  5. 16:10

  6. 15:50

  7. 15:05

  8. 14:37


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel