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WOS3: Peer-to-Peer-Technik zur Rettung des Usenet?

Anderson über Distributed Hash Tables (DHT), Filesharing-Clubs und Anreizsysteme

Obwohl Peer-to-Peer-Systeme vor allem durch den Tausch von populärer Musik die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit erlangt haben, so gibt es doch viele Möglichkeiten, die Technik legal zu nutzen. Auf der Konferenz "Wizards of OS 3" stellte der Cambridge-Professor Ross Anderson Beispiele für die legitime Nutzung von Peer-to-Peer-Technik zur kostengünstigen verteilten Datenspeicherung für Online-Bibliotheken und Museen bis zur Rettung des überfrachteten Usenet vor.

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Mittels Peer-to-Peer-Technik, bei der Daten dezentral, da auf verschiedenen, evtl. geographisch weit voneinander entfernten Rechnern gespeichert werden, könnten etwa Museen und Online-Bibliotheken hochauflösende Scans alter Dokumente archivieren und anderen zur Verfügung stellen, ohne viel Geld für Speicherplatz und Traffic ausgeben zu müssen. Als aktuelles Beispiel nannte Anderson das geplante freie Filmarchiv der BBC, die große Teile ihrer Inhalte online zur Verfügung stellen will - mittels herkömmlicher Online-Distribution würden hier bei steigender Anzahl zum Download angebotener Videos die Kosten nicht mehr tragbar sein.

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  1. WOS3: Peer-to-Peer-Technik zur Rettung des Usenet?
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Auch im Bereich der Computersicherheit, insbesondere in Bezug auf Verfügbarkeit oder verteilte Backup-Systeme, können entsprechende Technologien gute Dienste leisten. Darüber hinaus könnte ein verteiltes Nachrichten-Verbreitungssystem unabhängigen Medien und Berichterstattern helfen, ihre Berichte, Audio- und Videostreams zu verbreiten, ohne an den Kosten für die Distribution zu scheitern.

Als konkretes Beispiel, bei dem Peer-to-Peer-Systeme großen Nutzen stiften können, nennt Anderson das zunehmend durch Spam und Binaries belastete Usenet. Der gesamte Usenet-Feed sei auf Grund für die Provider zu hohen Datentransfer-Kosten an nur noch 50 Stellen komplett verfügbar. Kein Wunder: Pro Sekunde würden rund 12 Megabyte und somit pro Woche rund 10 Terabyte Daten übertragen, was den Datenabgleich zwischen den Usenet-Anbietern und lesenden wie schreibenden Usenet-Nutzern beinhaltet. Einfach alle Binaries zu entfernen, wäre auf Grund der hohen Nachfrage nicht sinnvoll, auch reine Header-Feeds hätten nur die Belastung gesteigert und den Zugriff auf Usenet-Beiträge erschwert.

Ein bereits seit zwei bis drei Jahren gemeinsam mit dem MIT entwickeltes, auf Distributed Hash Tables (DHT) basierendes Peer-to-Peer-System soll nun für Usenet adaptiert werden und ab Ende 2004/Anfang 2005 als UsenetDHT in die Beta-Phase eintreten. Usenet-Beiträge werden dabei in einmal über alle teilnehmenden Provider verteilt gespeichert, es werde demnach nur noch eine einzelne Kopie des Usenet benötigt. Anderson zufolge wird das Usenet in der Praxis mit UsenetDHT komplett abgebildet dann vermutlich auf drei bis vier Servern liegen, ansonsten aber verteilt über viele Systeme gespeichert - dabei können die Server-Betreiber weiterhin selbst festlegen, welche Usenet-Groups sie abonnieren. Wenn ein Nutzer dann einen neuen Beitrag ins Peer-to-Peer-Usenet stellt, wird der Beitrag vom lokalen UsenetDHT-Server ins DHT geschrieben. Die Server tauschen untereinander nur die Header-Informationen aus.

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Je mehr Provider teilnehmen, umso besser soll das skalierende System funktionieren. In einer Beispielrechnung führte Anderson ein UsenetDHT-Netz von 300 Providern an, das im Vergleich zum herkömmlichen Usenet-Datenabgleich die übertragene Datenmenge von 12 MByte/s bzw. 10 TByte/Woche auf nur noch 120 KByte/s respektive 60 GByte/Woche senken könnte, wenn etwa jeder der Server 1 Prozent aller Artikel abruft.

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sundown 14. Jun 2004

"rettung des usenet" ....ja wer/was/wie bedroht es denn das es gerettet werden...

Tyrael 14. Jun 2004

Da hast Du Recht: Es gibt leider eine sehr verzerrte Wahrnehmung von P2P. Jedermann denkt...

donern 14. Jun 2004

Hm, ok. Klar kann man es auch legal nutzen, aber das passiert in den seltesten Fällen...

Tyrael 14. Jun 2004

Weil P2P Netzwerke durchaus sinnvoll sein können, z.B. um private Sachen (keine Porns...

donern 14. Jun 2004

nt


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