Zum Hauptinhalt Zur Navigation

ATI-Treiber Catalyst 4.6 - Mehr Leistung, neue Funktionen

Endlich OpenGL-Hardware-Beschleunigung bei aktiver Bildschirmrotation. Das von ATI am 9. Juni 2004 veröffentlichte Windows-Treiberpaket Catalyst 4.6 für Radeon-Grafikkarten und ATI-Onboard-Grafik-Chipsätze bringt zwar noch nicht die von ATI in Aussicht gestellten, bahnbrechenden neuen Funktionen mit sich, bietet aber wenigstens etwas Neues und auch mehr Leistung. So funktioniert nun laut ATI endlich die OpenGL-Hardware-Beschleunigung auch bei rotiertem Bildschirm.
/ Christian Klaß
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Bisher gibt es die Catalyst-Treiberversion 4.6 nur für Windows 2000 und XP, so dass die für alle ATI-Chips mögliche OpenGL-Hardware-Beschleunigung bei gedrehter Bildschirmdarstellung momentan nur unter diesen Betriebssystemen unterstützt wird. Weiter verbessert hat ATI die HDTV-Unterstützung; während mit dem Catalyst 4.5 die HDTV-Ausgabe korrekt zentriert auf per Komponenten-Ausgang angeschlossenen Displays oder Projektoren erfolgen sollte, können mit der Version 4.6 auch eigene HDTV-Auflösungen für den Komponenten-Ausgang konfiguriert werden. Letzteres ist im Moment allerdings für Europa noch eher uninteressant, da entsprechende Geräte kaum verbreitet sind und Radeon-Karten in der Regel ohne Komponenten-Kabel geliefert werden.

Mehr Leistung verspricht ATI dank eines neuen Pixel-Shader-Compilers, der mit Pixel-Shader-2.0-Effekten einen spürbaren Geschwindigkeitszuwachs mit sich bringen soll: in Halo etwa 2 bis 3 Prozent, in Tomb Raider: Angel of Darkness und im 3D-Mark-03-Test Mother Nature je zwischen 4 und 5 Prozent mehr. Auch der ShaderMark 2 soll im Schnitt 3 bis 6 Prozent mehr Leistung zeigen, wobei der größte Zuwachs in den High-Dynamic-Range-Szenen (Tests 20 und 21) mit 10 bis 15 Prozent erfolgen soll.

Das Treiber-Tuning für die Radeon-X800-Chips soll mehr Leistung bei verschiedenen Vertex-Shader-lastigen Tests mit sich bringen. So sollen etwa Radeon-X800-Pro-Karten bei den 3DMark-03-Tests Battle of Proxycon, Troll's Lair und Mother Nature zwischen 9 und 15 Prozent schneller sein. Darüber hinaus soll der Treiber dank Speicher-Tuning mit Chips der X800-Serie ab dem Catalyst 4.6 mehr Kantenglättungsleistung bieten.

Weitere Verbesserungen etwa im Textur-Management sollen bei datenlastigen Spielen zu mehr Leistung führen: In Re-Volt soll bei 1.600 x 1.200 Bildpunkten so auf verschiedenen Grafikchips eine Steigerung um 25 Prozent erfolgen. Der Shader Mark Test 14 (Veined Marble) profitiere ebenfalls bei 1.600 x 1.200 Bildpunkten auf einigen 256-MByte-Grafikkarten.

Bei den OpenGL-Treibern scheint ATI nun endlich Nvidia Paroli bieten zu wollen, denn auch hier sollen Verbesserungen zu mehr Leistungen geführt haben, wenn auch nur im Bereich von 1 bis 3 Prozent höheren Bildraten bei Call of Duty, Wolfenstein - Enemy Territory, Star Trek - Elite Force II, Serious Sam, Return to Castle Wolfenstein und Quake III Arena.

Bestehende Darstellungs- und sonstige Treiber-Probleme behob ATI auch mit dem Catalyst 4.6 wieder: unter anderem bei der Bildrotation in Verbindung mit dem erweiterten Desktop, mit ATIs Truform-Funktion, mit Windows-Abstürzen bei Bildschirm-Wechsel während einer Video-Darstellung auf dem zweiten Bildschirm, bei kurzem Betriebssystem-Einfrieren bei Bildrotation mittels Hotkey oder ATI-Icon und Absturz bei DVD-Wiedergabe bei gedrehtem Bild. Auch das Verschieben von OpenGL-Fenstern auf dem Windows-Desktop soll nun nicht mehr zu kurzen Aussetzern führen.

Mit Spielen und verschiedenen Anwendungen hat ATI einen Haufen Fehler beseitigt, bei Spielen unter anderem mit Battlefield Vietnam, 4x4 EVO 2, Flight Simulator 2004, Halo, Homeworld 2, Silent Storm, Splinter Cell Pandora Tomorrow und World Fables. Bei Anwendungen machen nun 3ds max, ProEngineer und Solidworks 2004 weniger Probleme, während Adobe Gamma und andere Farb-Kalibrierungs-Software nun auch Gamma-Werte verändern können. Allerdings weist ATI darauf hin, dass die Gamma-Werte bei Beendigung einiger Tools wieder auf die Standardeinstellung zurückgesetzt werden.

Das Treiberpaket Catalyst 4.6 ist für Windows 2000/XP(öffnet im neuen Fenster) (29,6 MByte) sowie die Windows XP Media Center Edition(öffnet im neuen Fenster) (25,6 MByte) zum Download(öffnet im neuen Fenster) erhältlich. Windows-9x/ME-Nutzer gehen wieder leer aus; die letzte Treiber-Version (Catalyst 4.3) ist hier vom März 2004. Unterstützt werden jeweils alle Radeon-Chip-Serien von 7000 bis X800 sowie ATIs Mainboard-Chipsätze mit Onboard-Grafik.

Nachtrag vom 21. Juni 2004:
Mitte Juni ist auch der inoffizielle Omega-Treiber auf Basis des Catalyst 4.6 erschienen. Die Software soll einiges Neues mit sich bringen und Optionen freischalten. Anstatt unter OmegaCorner.com werden die Treiber in naher Zukunft nur noch unter der neuen Web-Adresse OmegaDrivers.net(öffnet im neuen Fenster) zu finden sein.


Relevante Themen