Test: Quelles PalmOS-Smartphone Xplore G18 mit Macken
PalmOS-Smartphone Xplore G18 im Handy-Format mit integrierter Digitalkamera. Ausgerechnet Quelle überraschte Ende Mai 2004 die Fachwelt mit der Ankündigung, ein PalmOS-Smartphone "für alle" auf dem deutschen Markt anbieten zu wollen. Bislang fristen PalmOS-Smartphones in Deutschland ein Nischendasein, weil sie nicht über die Mobilfunk-Betreiber erhältlich sind. Darum bemüht sich palmOne mit dem Treo 600 vergeblich, während Samsung sein SGH-i500 erneut auf das dritte Quartal 2004 verschieben musste. An diesem Status Quo will Quelle nun rütteln und das unter Universum-Marke laufende PalmOS-Smartphone ab dem 10. Juni 2004 anbieten – für eine Woche sogar zum Aktionspreis. Der Test klärt auf, für wen sich die Anschaffung lohnt und was man von einem der kleinsten PalmOS-Geräte am Markt zu erwarten hat.
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Das von Quelle angebotene Universum-Gerät trägt die viel sagende Bezeichnung "Smartphone im Handyformat" und entspricht dem Xplore G18 des Hongkonger Herstellers Group Sense PDA, der damit erstmals deutschen Boden mit seinen Smartphones betritt. Im nachfolgenden Test wird das Gerät Xplore G18 genannt, da Quelle auf eine eindeutige Typenbezeichnung verzichtet. Mit dem Xplore G18 rühmt sich der Hersteller Group Sense PDA zurecht, das kleinste Smartphone der Welt auf Basis von PalmOS anzubieten. Denn für ein PalmOS-Gerät fällt sofort die geringe Gerätegröße von 100 x 46 x 21 mm ins Auge: Das Smartphone-Gehäuse gleicht in Maßen und Gewicht (105 Gramm) einem gewöhnlichen Klapp-Handy und ist damit deutlich kleiner als herkömmliche PDAs.
Der Hersteller verzichtete im Xplore G18 auf eine Handy-Klaviatur, so dass viele Kommandos über den Touchscreen als zentrales Bedienelement ausgeführt werden, obwohl das Gerät auch über einen 5-Wege-Navigator verfügt, der jedoch zumeist nur grundlegende Bedienschritte erlaubt. So muss man für viele Vorhaben den ausziehbaren, sehr dünnen Stift zücken.
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Insgesamt besitzt der Xplore G18 nur wenige Tasten: Da sind zum einen eine grüne sowie eine rote Telefontaste, worüber die vom Handy gewohnten Funktionen ausgeführt werden. Neben dem 5-Wege-Navigator gibt es einen belegbaren Applikationsknopf für den Aufruf der Kamerafunktion sowie einen so genannten Zurück-Knopf, um etwa zu einem vorher gestarteten Programm zu wechseln, was die Bedienung zum Teil erleichtert. Zusätzlich gibt es am linken Gehäuserand Tasten zum Einstellen der Hörerlautstärke. Man kann das Gerät nur über den Power-Knopf einschalten, da alle übrigen Tasten blockiert sind, um ein versehentliches Einschalten zu verhindern.
Die Hardware-Eckdaten entsprechen zwar nicht mehr der Höhe der Zeit aktueller PDAs, genügen jedoch den meisten Ansprüchen. So setzt der Hersteller im Xplore G18 auf einen mit 33 MHz getakteten Dragonball-Prozessor, dem 16 MByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen, der sich nur über einen ansteckbaren SD-Card-Adapter erweitern lässt. Somit wird der Einsatz von Speicherkarten wohl eine Ausnahme bleiben, weil damit die Gerätegröße anwächst und das Smartphone unhandlicher wird. Das 4-MByte-Flash-ROM besitzt einen reservierten Speicherbereich von 1 MByte, der zu Backup-Zwecken genutzt werden kann. Der Einsatz der Dragonball-CPU macht den Einsatz des Xplore G18 als MP3-Player auf Grund nicht ausreichender Rechenleistung unmöglich. Demzufolge kommt auch "nur" PalmOS 4.1.2 zum Einsatz, das bis auf die fehlende ARM-Unterstützung dem aktuellen PalmOS 5 gleicht.
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Etwas enttäuschender fallen die Handy-Leistungsdaten aus, denn das Xplore G18 funkt nur in den beiden GSM-Netzen 900 und 1.800 MHz, wo die meisten Mittelklasse-Handys mindestens Tri-Band-Fähigkeiten vorweisen. Für den schnellen Datenfunk steht GPRS der Klasse 10 bereit, was Datenraten von 53,6 KBit/s beim Empfang und 26,8 KBit/s beim Versand verspricht. Leider wurde auf Bluetooth ganz verzichtet, so dass drahtlose Headsets nicht verwendet werden können, sich aber immerhin drahtlos Daten über die Infrarotschnittstelle an der rechten Gehäuseseite austauschen lassen. Eingehende Anrufe, SMS und MMS signalisiert das Handy mit polyphonen Klingeltönen und per Vibrationsalarm. Der ansonsten ordentliche Vibrationsalarm kann nicht für Terminerinnerungen genutzt werden, was zum Ärgernis wird, wenn ein Vibrationsprofil gewählt ist. Denn Erinnerungen im Kalender geben dann keinen Mucks von sich, so dass einem diese leicht entgehen. Während viele Handy-Modelle Anrufe per Sprachbefehl vornehmen können, fehlt dies leider beim Xplore G18 ebenso wie eine Freisprechfunktion und ein externer Antennen-Anschluss.
Group Sense PDA spendierte dem Xplore G18 oberhalb des Applikationsmenüs eine Statusleiste, die in jeder Anwendung über Uhrzeit, Akkustand, aktives Ruftonprofil, den GSM-Level, die GPRS-Funktion sowie Kurzmitteilungen und verpasste Anrufe informiert. Am unteren Bildrand ist ein Soft-Graffiti-Feld mit Graffiti 2 eingebunden, das sich wegklicken lässt, so dass nur noch eine minimierte Funktionsleiste verbleibt. Diese bietet einen Home-Knopf, ein Menü- und Suchenfeld sowie ein Schnellstart-Menü, um darüber bequem Kontextbefehle auszuführen. Ferner lassen sich über die minimierte Graffiti-Leiste Helligkeit und Kontrast des Displays einstellen und natürlich das Graffiti-Feld aktivieren oder eine Soft-Tastatur aufrufen. Letztere verwendet leider nicht das Soft-Graffiti-Feld, sondern verdeckt den normalen Programmbildschirm, anstatt hier platzsparend und effektiv zu Werke zu gehen.
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Im Soft-Graffiti-Feld und noch viel stärker bei der Nutzung der Soft-Tastatur macht sich die geringe Display-Größe negativ bemerkbar, weil gehöriges Geschick und eine ruhige Hand vonnöten sind, will man über die winzigen Tasten die richtigen Buchstaben treffen. Beim Lesen gewöhnt man sich recht schnell an das kleine Display, da die Auflösung von 160 x 240 Pixeln angenehm hoch ist und alle Informationen klar zu erkennen sind. Dies gilt zumindest, solange das Umgebungslicht nicht zu hell ist, denn bei direkt einfallendem Sonnenlicht muss man sich anstrengen, etwas auf dem nicht transflektiven Display erkennen zu können. Bei normalem Tageslicht kann das 260.000-Farben-Display aber vollends überzeugen und erfreut durch eine feinstufige Helligkeitsregelung, worüber die Display-Beleuchtung selbst bei totaler Dunkelheit angenehm weit nach unten geregelt werden kann.
Auf Grund der geringen Displaygröße fällt natürlich auch das Soft-Graffiti-Feld deutlich kleiner als sonst aus, was das Erlernen von Graffiti 2 erschwert. Geübten Graffiti-Nutzern macht das weniger Probleme, so dass diese sich schnell daran gewöhnen. Das Ausblenden des Soft-Graffiti-Feldes unterstützen die mitgelieferten Applikationen Kalender, Adressen, Aufgaben, Merkzettel, Kamera, PhotoEditor, Fotoalbum, Dateimanager, Flash-Backup, der E-Mail-Client, das SMS-Programm sowie der angepasste Programmstarter GSLauncher, so dass diese den gesamten Displaybereich nutzen können. Derzeit ist kaum eine Fremdapplikation an das Soft-Graffiti-Feld vom Xplore G18 angepasst, was wohl auch an der geringen Verbreitung des Geräts liegt, das bislang nur im asiatischen Markt erschienen ist und wohl auf Grund fehlender Tri-Band-Funktion nie in die USA kommen wird, wo viele PalmOS-Software-Entwickler residieren.
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Die grundlegenden Telefonfunktionen übernimmt eine Telefonapplikation, welche über die grüne Telefontaste aufgerufen wird und leider eine nicht änderbare Standardansicht in Form einer virtuellen Handy-Klaviatur bietet. Erst über den 5-Wege-Navigator erreicht man die 40 Kurzwahleinträge oder die Kontakte aus dem PalmOS-Adressbuch. Letzteres kann wahlweise auf den PDA-Speicher oder im Wechsel auf die Einträge auf der SIM-Karte zugreifen. Darüber lassen sich zudem einzelne oder alle Einträge der SIM-Karte in den Gerätespeicher oder zurückübertragen. Großen Verdruss beschert das Adressennachschlagen, weil versucht wird, Name und Telefonnummer respektive E-Mail-Adresse ohne Erfolg nebeneinander zu quetschen. So mutiert der Adressenaufruf zur Sisyphos-Aufgabe, da Namen in der Sortierung "Nachname, Vorname" aus Platzmangel meist auf weniger als fünf Buchstaben verkürzt werden und man kaum einen Kontakt zweifelsfrei erkennt, was die Sortierung "Firma, Nachname" noch verschlimmert. Eine alternative Darstellungsoption sucht man hier leider vergebens.
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Da diese Adresssuche mehrfach Verwendung findet, leiden auch die SMS-, MMS- und E-Mail-Applikationen darunter und man muss schon viel guten Willen beweisen, um sich mit dieser Schikane anzufreunden. Nur in den Telefonapplikationen kann man dieses Ungemach über die 40 Schnellwahltasten umgehen. Immerhin bleibt als schwacher Trost, dass man aus dem Adressbuch heraus Anrufe tätigen oder SMS sowie E-Mails mit einem Knopfdruck versenden kann – wenn man denn den passenden Adressaten gefunden hat.
Die Adressdatenbank erhielt spezielle Ergänzungen für den Handy-Einsatz, um einem Kontakt einen eigenen Klingelton sowie ein Foto zuzuordnen, damit man Anrufer am Klingelton oder am Bild erkennt. Zudem lassen sich Adressen einer Kategorie mit einem speziellen Klingelton versehen. Die Adressbuch-Einträge kennen auch ein Geburtstagsfeld mit Erinnerungsmöglichkeit; welche im Test jedoch nicht funktionierte. Eine Exportfunktion der Geburtstagstermine in den Kalender gibt es nicht, um sich etwa über bevorstehende Geburtstage zu informieren. Um einen reibungslosen Datenaustausch per Infrarot mit anderen PalmOS-Geräten zu garantieren, existiert klugerweise beim Datenversand die Auswahl, Daten im Standard-Format zu übermitteln. Bedauerlich, dass sich diese zusätzlichen Adressfelder nicht in der Windows-Software Palm Desktop wiederfinden, so dass man diese Daten nur mühsam auf dem Smartphone bearbeiten kann. Als etwas verwirrend erweist sich die Eigenheit, dass dem über die Telefonapplikation aufgerufenen Adressbuch sämtliche Menüs und Bearbeitungsfunktionen fehlen, so dass dafür erst die Adressbuch-Applikation über den Programmstarter geöffnet werden muss.
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Die Telefonapplikation liefert zudem Funktionen zur An- respektive Abmeldung im GSM-Netz, kann Anruferprofile wechseln und einstellen oder eine Rufumleitung konfigurieren. In der GSM-Anmeldefunktion bestimmt man, zu welchen Zeiten sich das Handy im GSM-Netz an- oder abmeldet. Sehr praktisch: Nach einem Absturz des Betriebssystems oder einem Reset erfolgt die GSM-Anmeldung automatisch. Besonders aus Sicherheitsgründen weniger schön ist, dass die Eingabe der GSM-PIN im Klartext erscheint, die sonst mit Platzhaltern überschrieben wird. In der Telefonapplikation ruft die grüne Telefontaste eine Liste mit eingegangenen und gewählten Anrufen auf, wobei sich einzelne Rufnummern leicht im Adressbuch ablegen lassen. Schade, dass eine Möglichkeit in der Telefonapplikation fehlt, eine Telefonnummer aus der Zwischenablage einzufügen. Immerhin lässt sich diese recht umfassend einhändig per 5-Wege-Navigator steuern. Wie in allen übrigen Applikationen lassen sich jedoch Programmmenüs generell nur per Stift steuern.
Ähnlich gut lässt sich die SMS-Applikation per 5-Wege-Navigator steuern, so dass zur Ansicht von Kurzmitteilungen der Stift nur selten gezückt werden muss. Eingegangene Kurzmitteilungen werden ohne Mengenangabe nur in der Statusleiste mit einem Icon angezeigt sowie mit einem Klingelton respektive per Vibration begleitet. Über das SMS-Icon startet die zugehörige Applikation, wobei sofort auffällt, dass die im Betriebssystem festgelegten Ländereinstellungen ignoriert werden und alle Zeitangaben in am/pm-Darstellung erscheinen.
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Für den SMS-Versand können Adressaten aus dem Adressbuch gesucht werden, wobei die oben genannten Nachteile der Adresssuche zu Tage treten. Erfreulich: Eine Kurzmitteilung kann einfach an mehrere Empfänger versendet werden, indem die Adressaten per Komma separiert werden. Etwas schade, dass man aus einer geöffneten Kurzmitteilung nicht über die Hoch-Runter-Tasten zur nächsten SMS wechseln kann, sondern erst die aktive schließen und anschließend die nächste SMS öffnen muss. Gut gefällt, dass einzelne Kurzmitteilungen "gesperrt" werden können, so dass diese nur nach Eingabe des System-Kennwortes angezeigt werden.
Beim Verfassen neuer Kurzmitteilungen wird ständig die verwendete Zeichenanzahl eingeblendet – allerdings fehlt ein Hinweis, sobald die maximale Anzahl von 160 Zeichen pro SMS überschritten ist, so dass man leicht ungewollt zwei Kurzmitteilungen statt einer versendet – was entsprechende Kosten verursacht. Obwohl die SMS-Applikation nicht von PalmSource stammt – darin sind die Probleme bereits seit Jahren bekannt und wurden nie behoben -, weist auch die Software von Group Sense PDA das alte Umlautproblem auf: Auf älteren Mobiltelefonen erscheinen dann Kurzmitteilungen mit Umlauten entweder gar nicht oder nur in Form von Datenmüll. Zur Abhilfe lässt sich ein anderer SMS-Client installieren, allerdings unterstützt derzeit keine SMS-Applikation den Neuling.
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Als größeres Ärgernis schafft es die SMS-Applikation nicht einmal, empfangene Kurzmitteilungen automatisch dem Kontakt im Adressbuch zuzuordnen und den betreffenden Namen anzuzeigen, so dass nur die kryptische Handy-Nummer erscheint. Erst nach der Speicherung des Kontakts aus der SMS-Applikation heraus werden neu eingegangene Kurzmitteilungen erkannt. Die mitgelieferte MMS-Applikation ließ zwar keine Begeisterungsstürme aufkommen, lieferte aber die relevanten Funktionen, wenn auch häufig der Blick in die digitale Anleitung erforderlich wurde, weil die zahlreichen Funktions-Icons alles andere als selbsterklärend waren.
Für die mobile Internetkommunikation liegt dem Gerät ein E-Mail-Client sowie ein WAP-Browser bei; der Besuch von HTML-Seiten ist ohne Zusatz-Software nicht möglich. Der E-Mail-Client unterstützt POP3-Postfächer und bietet lediglich minimale Grundfunktionen. Es fehlt eine Grenzwertbestimmung für die Größe von E-Mails, damit nicht etwa Nachrichten mit MByte-großen Anhängen auf dem mobilen Begleiter landen. Auch Filterfunktionen kennt die Software ebenso wenig wie eine Erweiterung der vorgegebenen Mail-Verzeichnisse, so dass sich die Software nicht sinnvoll einsetzen lässt. Bleibt als schwacher Trost, dass sich E-Mail-Clients anderer Anbieter mit angemessenem Funktionsumfang installieren lassen.
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Noch mehr Verärgerung löst der mitgelieferte WAP-Browser aus, der von Jataayu Software stammt und gegen einige PalmOS-Bedienregeln verstößt. So werden Dialogbestätigungen über ein "X" in der oberen, rechten Ecke eines Fensters vorgenommen, wo sonst ausschließlich Hilfetexte zu finden sind. Auch beim Anblick der Lesezeichen gruselt es einem: In einem winzigen Ausschnittsfenster listet der Browser nur maximal drei Einträge, was einen schnellen Lesezeichenaufruf so gut wie unmöglich macht. Der schlechte Gesamteindruck setzt sich dadurch fort, dass der WAP-Browser weder das Soft-Graffiti-Feld noch den 5-Wege-Navigator unterstützt.
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Neben dem normalen Programmstarter wird der von Group Sense PDA entwickelte GSLauncher mitgeliefert, der – im Unterschied zum normalen Launcher – an das Soft-Graffiti-Feld angepasst ist und sich per 5-Wege-Navigator bedienen lässt, um Applikationen zu starten und zwischen Kategorien zu wechseln. Die Kategorien-Zuordnung übernimmt die Software aus den Einstellungen des normalen Programmstarters, was aber nicht erklärt, warum die Kategorienzuordnung nur darüber möglich ist. Auch eine Kopierfunktion fehlt dem GSLauncher, um Programme zwischen Gerätespeicher und einer Speicherkarte zu übertragen, so dass dafür ebenfalls der normale Launcher oder der mitgelieferte Dateimanager bemüht werden muss. Im Unterschied zum normalen Programmstarter liest der GSLauncher sämtliche Verzeichnisse einer Speicherkarte ein, was den Vorgang verlangsamt und der Übersichtlichkeit nicht gerade förderlich ist, zumal neben PalmOS-Applikationen auch Bilder von der Speicherkarte eingebunden werden. Nur tröstlich, dass man Speicherkarten ohnehin eher selten verwenden wird, weil dazu immer erst der SD-Card-Adapter angestöpselt werden muss.
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Als ungewöhnlich bei PalmOS-Geräten entpuppt sich die integrierte Backup-Funktion, mit der sich ausgewählte Daten in einem 1 MByte großen Flash-ROM-Bereich ablegen lassen. Falls etwa der Akku leer gesaugt ist und die Daten im RAM-Speicher verloren gehen würden, können diese so vorher ohne PC gesichert werden. Nach einem Datenverlust oder einem Hard-Reset wird ein angelegtes Backup nach einer Abfrage zurückgespielt. Leider lassen sich damit jedoch nur Daten und keine Applikationen speichern, so dass zusätzliche Applikationen im Falle eines Datenverlusts auf diese Weise nicht restauriert werden können. Unverständlich blieb, warum die Software die Systemeinstellungen nicht automatisch speichert und auch die Anrufprofile nicht sichert, selbst wenn alle Telefondaten zur Speicherung ausgewählt wurden.
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Das Objektiv der integrierten Digitalkamera liefert eine Lichtstärke von F/2,0, womit sich Schnappschüsse in den Auflösungen 160 x 160, 160 x 200 oder 240 x 320 Pixeln schießen lassen und Serienbildaufnahmen mit maximal neun Fotos möglich sind. Da das Objektiv pfiffigerweise leicht schräg in der Gehäuserückseite untergebracht ist, muss man das Handy für Fotoaufnahmen nicht unnatürlich gerade halten, sondern schießt Bilder in üblicher Handy-Schrägposition. Die entsprechende Kamera-Applikation bietet einen Selbstauslöser, dessen Intervall sich zwischen 5 und 30 Sekunden in sechs Schritten einstellen lässt, sowie neben einer Automatikfunktion die Weißabgleichoptionen sonnig, bewölkt, Glühlampe und Leuchtstoffröhre. Zusätzlich legt man die Belichtung fest und blendet auf Wunsch das Datum in das Foto ein – allerdings nicht nach dem deutschen Datumsformat. Außerdem können unterschiedliche Rahmen in ein Foto integriert werden. Wurde die Kamera-Applikation nicht verlassen, können die zuletzt aufgenommenen Bilder mit einem Tastendruck betrachtet werden, um diese zu speichern, zu löschen oder per MMS zu versenden. Erfreulicherweise lassen sich alle Kamerafunktionen über den 5-Wege-Navigator steuern.
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Etwas schlechter fällt die Unterstützung vom 5-Wege-Navigator im Fotoalbum aus, das alle geschossenen oder empfangenen Bilder verwaltet. Die Grundfunktionen zum Ansehen der Bilder lassen sich zwar ohne Stift erledigen, viele Aufgaben verlangen aber nach dem Stift. Das Fotoalbum besteht in der Standard-Konfiguration aus vier Alben und kann um eigene Alben ergänzt werden. Im Fotoalbum landen alle mit der Kamera geschossenen Einzelbilder sowie alle Bilder, die per Infrarot ober Synchronisation mit dem Desktop-PC auf das Smartphone gelangen. Zumindest neue Alben können auf Speicherkarten abgelegt werden, was sich jedoch nicht nachträglich ändern lässt. Eine Diashow-Funktion mit Überblendeffekten zeigt Bilder aus einem Album auf Wunsch mit Hintergrundmusik, welche man – etwas versteckt – in den Album-Informationen konfiguriert.
Um geschossene Fotos nachträglich zu bearbeiten, steht mit dem Photo Editor eine Bildbearbeitungs-Software bereit, welche die grundlegenden Arbeitsschritte beherrscht. Damit kann man in Fotos malen, Linien ziehen, Texte einfügen oder Bilderrahmen nachträglich zuweisen. Zudem können Bilder damit gedreht, vergrößert oder verkleinert werden.
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Im Test fiel eine merkwürdige Eigenart des Xplore G18 auf: Einige Applikationen löschen vor dem Programmstart den gesamten Bildschirm – also auch die Titelleiste und das Soft-Graffiti-Feld -, nur um beides gleich danach neu zu zeichnen. Das wäre weiter kein Problem, wenn das nicht die Geschwindigkeit erheblich beeinträchtigen würde und der Programmstart dadurch bis zu fünf Mal länger dauert, so dass schon mal fünf Sekunden bis zum Programmaufruf vergehen können. Neben den mitgelieferten Spieletiteln Bejeweled, Big Money, Insaniquarium sowie Zap2000 fiel diese Eigenart bei den Applikationen DateBk5, WordSmith und SmartList To Go auf. Diese Neuzeichnungsaktion veranstalten die genannten Applikationen auch beim Programmende, so dass ein Wechsel zu einer anderen Applikation ebenfalls mit etwa fünf Sekunden Wartezeit zu Buche schlägt. Diese Wartezeiten haben wohl damit zu tun, dass die aufgeführten Applikationen in den "Grafikmodus" wechseln, was den im G18 eingebauten Bildschirm-Controller stark beansprucht, zumal dieser keine besonders hohen Geschwindigkeiten liefert.
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Sehr ungewöhnliche Wege geht Group Sense PDA beim Datenaustausch mit einem Windows-PC. Denn das vermeintliche USB-Kabel wird zwar über den USB-Anschluss mit dem PC verbunden, verwendet dann allerdings spezielle USB-Seriell-Treiber. Diese Treiber müssen manuell nach dem Palm Desktop installiert werden, da der Hersteller keinen kombinierten Installationsprozess bereitstellt, wie man es zu Recht erwarten dürfte. Nach diesen Hürden arbeitet die Synchronisation dann ohne Probleme – nur dauert der Datenaustausch recht lange, weil am Smartphone keine USB-Schnittstelle, sondern nur ein serieller Anschluss vorhanden ist. Da passende MacOS-Treiber fehlen, lässt sich ein Datenaustausch nur mit Windows-Systemen vornehmen. Das Netzteil lässt sich ärgerlicherweise nicht am Synchronisationskabel anklemmen, so dass man ständig zwischen beiden Kabeln hin- und herwechseln muss, wenn man die Daten synchronisieren und den Geräteakku aufladen will. Als weiterer Pferdefuß fehlt dem Synchronisationskabel ein HotSync-Knopf, so dass für einen Datenaustausch erst mühsam der HotSync-Manager am Smartphone gesucht und gestartet werden muss. Immerhin fällt das Netzteil angenehm klein aus und nimmt auf Reisen wenig Platz im Gepäck ein.
Neben dem Palm Desktop in der Version 4.1 befinden sich auf der mitgelieferten CD weitere PalmOS-Spiele, ein MIDI-Konverter, die Bildverwaltungs-Software Album Desktop sowie IntelliSync Lite, um PalmOS-Daten auf Wunsch auch mit anderen Windows-PIM-Applikationen wie Outlook abzugleichen. Mit Hilfe der Windows-Software Melody-Converter wandelt man gewöhnliche MIDI-Dateien in polyphone Klingeltöne, um diese dann im Smartphone nutzen zu können. Das erspart den kostenpflichtigen Einkauf kommerzieller Klingeltöne. Die Windows-Software Album Desktop verwaltet die auf dem Smartphone abgelegten Bilder und ermöglicht den Bilder-Transfer auf das mobile Gerät. Der Palm Desktop 4.1 entspricht dem üblichen Leistungsumfang, so dass bedauerlicherweise keine der speziellen Adressbuchfelder des Xplore G18 damit bearbeitet werden können. Will man etwa Geburtstagstermine eingeben, muss dies auf dem Xplore G18 geschehen, was auch für die Foto- und Klingeltonzuweisung gilt.
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Im Test fielen leider zahlreiche Fehler bei der Lokalisierung der Software auf, die zum Teil nur Rechtschreibfehler ("Rükgägig", "üertragen") waren, aber zum Teil auch irreführende Fehler sind – zumal die Anleitung hier oft auch nicht weiterhilft, weil diese offenbar auf einer älteren Übersetzung der Software beruht. In der Telefonapplikation etwa werden verpasste Anrufe in der gänzlich falsch übersetzten Rubrik "verfehlt" gesammelt, während das Flash-Backup-Tool bei der Auswahl der PIM-Daten einen Eintrag namens "Tagebuch" kennt – gemeint sind damit die Kalenderdaten. Aber nicht nur Applikationen auf dem Smartphone haben mit solchen Ungereimtheiten zu kämpfen, auch die Installations-Software vom Palm Desktop weist eklatante Fehler auf, denn sie zeigt schlichtweg keine Umlaute, sondern stellt nur Platzhalter dar. Insgesamt vermittelt das keinen positiven Eindruck und lässt gehörige Zweifel an der Qualität der Endkontrolle aufkommen.
Die Stromversorgung vom Xplore G18 übernimmt ein leicht auswechselbarer Lithium-Polymer-Akku, so dass sich die Gerätelaufzeit mit Hilfe eines Zweitakkus bequem verlängern lässt. Quelle gibt die Akkulaufzeit mit drei Stunden Sprechzeit sowie sechs Tagen im Empfangsmodus an. Besitzer des Xplore G18 sollten immer einen Blick auf die Akkuleistung haben, denn aus unerfindlichen Gründen fehlt dem Gerät eine frühzeitige Benachrichtigung über das Leerlaufen des Akkus. Erst viel zu spät – wenn der Akku fast komplett leer gesaugt ist – erscheint ein Warnhinweis, woraufhin sich das Gerät bereits 15 Sekunden später ausschaltet.
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Der Lieferumfang des Universum Smartphones kann zu Recht als üppig bezeichnet werden. Neben einem Synchronisationskabel, einem Netzteil, der Installations-CD sowie einer gedruckten Kurzanleitung liegt der SD-Card-Reader sowie ein Autoladekabel bei. Außerdem spendierte Quelle dem Smartphone ein Kabel-Headset, eine Gürteltasche, eine Trageschlaufe und einen Ersatzstift. Ferner sind auf dem Gerät die beliebten PalmOS-Spiele Bejeweled, Big Money, MegaBowling, Insaniquarium und Zap2000 vorinstalliert.
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Quelle bietet das Universum-Smartphone alias Xplore G18 vom 10. Juni 2004 bis 16. Juni 2004 ohne Vertrag für 499,- Euro an. Zusammen mit einem Vodafone-Vertrag kostet das Gerät 99,- Euro. Nach diesem Einführungszeitraum steigen die Preise um jeweils 100,-Euro, so dass es das Universum-Gerät ab dem 17. Juni 2004 für 199,- Euro mit Mobilfunkvertrag und 599,- Euro ohne Mobilfunkvertrag geben wird.
Fazit: Auf den ersten Eindruck begeistert der Xplore G18, allerdings verfliegt diese Begeisterung allzu schnell. Zunächst fällt das angenehm kleine Gehäuse sowie das geringe Gewicht des PalmOS-Smartphones auf. Grund zur Klage ist dabei nicht – wie befürchtet – das kleine Display, sondern vielmehr die zum Teil ungenügenden Applikationen für die Handy-Funktionen und eine halbherzige Tastenbedienerführung, so dass eine einhändige Steuerung des Smartphones meist nur für rudimentäre Grundfunktionen möglich ist und man sehr oft gezwungen ist, den Stift zu zücken.
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Bei den Handy-Funktionen kann die kritisierte Adressbuchansicht nur als Zumutung angesehen werden, da sie quasi unbenutzbar ist, wenn man bei der Adresssuche auf das Geratewohl angewiesen ist. Ein weiteres Trauerspiel stellt die SMS-Applikation dar, die keine Namenszuordnung hinbekommt, Probleme mit Umlauten hat und nicht einmal bei Erreichen der maximalen SMS-Textlänge warnt – und das alles bei einer für den deutschen Markt zentralen Handy-Funktion. Auch der mit minimalen Funktionen bestückte E-Mail-Client handelt sich nur Häme ein, wobei dieser wenigstens ohne großen Aufwand gegen eine ordentliche Alternative ausgetauscht werden kann.
Leider hat sich Quelle keinen Gefallen damit getan, den Xplore G18 exklusiv auf dem deutschen Markt zu vertreiben, weil die negativen Erfahrungen mit dem PalmOS-Smartphone auf den Versandgigant zurückfallen, auch wenn vornehmlich der Hersteller Group Sense PDA dafür geradestehen muss. Das ist besonders schade, da es dem deutschen Markt gut tun würde, wenn der PalmOS-Smartphone-Markt hier zu Lande endlich in Bewegung käme. Wer sich an den beschriebenen Mängeln des Xplore G18 nicht stört, erhält ansonsten ein kompaktes PalmOS-Smartphone, das einige pfiffige Ideen und Ansätze liefert und erfreulich wenig Platz in der Tasche belegt, so dass man seine PalmOS-Daten ständig bei sich haben kann.