Spieletest: Ninja Gaiden - Schwertkampf für Profis
Grandioser, aber schwieriger Action-Titel für Xbox. Xbox-Besitzern wurden in den letzten Monaten nur wenige Highlights geboten, umso größer war daher die Vorfreude auf Ninja Gaiden – schließlich sorgt der neue Action-Titel der Dead-or-Alive-Entwickler bereits seit Monaten in Japan und den USA für Furore. Für die deutsche Version hat man zwar ein paar gewalttätige Szenen entfernt, ansonsten ist aber auch die hier jetzt im Handel erhältliche Fassung eine Klasse für sich – insofern man denn über die nötige Frust-Resistenz verfügt.
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Die in zahlreichen sehr schönen Zwischensequenzen erzählte Hintergrundgeschichte kann man prinzipiell getrost vernachlässigen – viel mehr als die schon unzählige Male gehörte Mär vom tapferen Ninja, der ein mächtiges Schwert beschützen muss, bekommt man auch hier nicht geboten. Umso mehr Zeit hat man aber, um sich auf die im Mittelpunkt stehende Action zu konzentrieren – und die hat es wirklich in sich.
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Während andere Action-Adventure nur mit den typischen zwei bis drei Schlägen und Tritten aufwarten, lässt Ninja Gaiden dem Spieler immense Freiheit bei der Wahl seiner Aktionen – durch Kombinieren der Aktionstasten sind zahlreiche optisch und spielerisch beeindruckende Angriffe möglich. Das Ganze lässt sich zudem wunderbar mit den vielen Bewegungsmöglichkeiten kombinieren: Unser Ninja kann nicht nur springen, sondern auch Wände hoch oder seitlich entlanglaufen, sich an Kanten entlanghangeln oder Seile für beeindruckende Sprünge nutzen. Zudem gibt es neben den Nahkampftaktiken auch Fernwaffen wie Wurfsterne, die auch aus der Distanz Schaden anrichten.
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Mindestens ebenso wichtig wie die Angriffsoptionen sind aber auch die Defensivmöglichkeiten – wer nicht schnell lernt, wie man feindliche Attacken blockt, wird an Ninja Gaiden wenig Spaß haben. Nur in den seltensten Fällen muss man nämlich nur mit einem feindlichen Ninja, Zombie oder Monster den Kampf aufnehmen – meist warten gleich ganze Gruppen darauf, vom Spieler vermöbelt zu werden. Da verlieren Anfänger schnell die Lust – wenn man von drei Ninjas mit Schwertschlägen beharkt wird und ein weiterer aus sicherer Entfernung feuert, ist man dem virtuellen Ableben beständig recht nahe.
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Für zusätzlichen Frust in großem Umfang sorgt die Kameraperspektive, die es beständig versteht, immer genau den falschen Bildschirmausschnitt einzufangen – andauernd darf man sich also der Angriffe von Kontrahenten erwehren, die man gar nicht sieht. Hinzu kommen dann noch viel zu wenig Speicherpunkte und fertig ist ein Spiel, das auch bei Profis schon bald für zahlreiche ausgerissene Haare und an die Wand gepfefferte Joypads sorgt.
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Warum man sich das Ganze trotzdem antun sollte? Neben den akrobatischen Einlagen des Hauptcharakters vor allem auf Grund der äußerst schicken Präsentation. Schauplätze und Gegner sind wunderschön gestaltet, unzählige Effekte sorgen für eine teilweise atemberaubend stimmungsvolle und spannende Atmosphäre. Zudem wird einem im Spielverlauf beständig Neues geboten – man findet weitere Waffen, erlernt zusätzliche Moves, wird in der Magie geschult und vieles mehr. Kleinere – allerdings meist recht harmlose – Rätsel gilt es ebenfalls zu bewältigen.
Kein Wunder, dass bei derart viel Geschnetzel nicht gerade wenig Blut fließt. Die in der US-Fassung noch enthaltenen Finishing Moves, mit denen man seinen Kontrahenten den Kopf abtrennte, wurden für die deutsche Fassung aber zu Gunsten einer USK-16-Freigabe entfernt.
Fazit: Keine Frage: Ninja Gaiden ist ein Action-Spiel der Extra-Klasse – kaum ein anderer Titel in diesem Bereich konnte zuletzt mit so spektakulären Animationen und einem derart vielseitigen Kampfsystem aufwarten. Der unglaublich hohe Schwierigkeitsgrad macht Ninja Gaiden aber wirklich nur für echte Profis interessant – wer etwa schon bei Prince of Persia auf Grund zahlreicher kniffliger Passagen verzweifelte, braucht diesen noch deutlich fordernderen Titel erst gar nicht auf seinen Einkaufszettel zu schreiben.