Sasser-Autor entwickelte auch Netsky
"Auf Grund der engen und guten Zusammenarbeit des LKA Niedersachsen, der zuständigen Staatsanwaltschaft und der Firma Microsoft kam es zur schnellstmöglichen Ergreifung des Täters und zur Sicherstellung der Tatmittel. Somit konnte weltweit weiterer Schaden wirksam verhindert werden", so Rüdiger Butte, Direktor des Landeskriminalamtes Niedersachsen, das den Schüler festnahm. Der Täter habe mittlerweile ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Auf Grund seiner detaillierten Aussage zu den von ihm verbreiteten Viren sei er eindeutig als Urheber identifiziert worden.
Der Schüler habe motiviert durch die im Umlauf befindlichen Würmer einen "Antivirus" programmieren wollen. Dieser sollte die anderen Schädlinge von den befallenen Rechnern entfernen. So sollte beispielsweise "Netsky A" die Böslinge "Mydoom" und "Bagle" bekämpfen, so die Ermittler.
Der Schüler habe angespornt durch Gespräche mit Klassenkameraden "Netsky" weiter- und schließlich Sasser entwickelt. Über die dadurch entstehenden Folgen und Schäden habe sich der Schüler keine Gedanken gemacht.
Auch eine Untersuchung eines Teils des nachgereichten Quellcodes durch Sicherheitsexperten von Microsoft habe ergeben, dass der Code authentisch ist. Zudem zeigte sich, dass der Urheber des "Sasser"-Wurms zugleich Autor der verschiedenen Varianten des Computervirus "Netsky" ist.
Zwischen den Würmen Netsky und Bagle tobt seit Anfang 2004 ein regelrechter Krieg. Im Abstand weniger Tage entstanden immer wieder neue Varianten der Schädlinge, so dass den Antiviren-Labors bei der Bennenung der Varianten die Buchstaben aus dem englischen Alphabet bereits ausgegangen waren und die ersten Bagle- und NetSky-Würmer mit einer Zwei-Buchstaben-Kennung (AA) versehen wurden.
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