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Bahn setzt auf Linux

Linux für die Server, Windows für die Desktops. Die Deutsche Bahn AG hat Linux zu einer ihrer strategischen Serverplattformen erklärt. So weit möglich und sinnvoll sollen neue IT-Systeme auf Linux basierend entwickelt und bereits vorhandene Systeme umgestellt werden, verkündet die Bahn, die sich von diesem Schritt Kostenvorteile in Höhe von mehreren Millionen Euro pro Jahr verspricht.
/ Jens Ihlenfeld
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Man habe in der Vergangenheit bereits positive Erfahrungen mit dem Open-Source-Betriebssystem gesammelt, beispielsweise bei der Fahrplanauskunft. Nun soll DB Systems, der konzerninterne IT-Dienstleister der Bahn, weite Teile des IT-Betriebs Linux-fähig machen.

Statt nach und nach einzelne IT-Systeme umzustellen, entwickelte DB Systems eine komplette Standard-Architekturplattform. Diese ist gewissermaßen als Baukasten konzipiert, aus dem Linux-Architekturen für verschiedene Anwendungen zusammengestellt werden können. Der Aufwand für einzelne Umstellungen soll dadurch deutlich reduziert werden. Zudem soll durch die einheitliche Plattform sichergestellt werden, dass es nicht zu "Unverträglichkeiten" kommt.

Zunächst will man IT-Systeme umstellen, die portiert werden können, auf denen also die gleichen Applikationen wie zuvor laufen. Das betrifft in erster Linie Standardapplikationen wie Lotus Notes oder SAP Application Server. Diese sollen bis Ende 2004 umgestellt werden. Dabei kompensieren bereits die Einsparungen der Portierung von Lotus Notes, das bei der Bahn unter anderem als Mail-System im Einsatz ist, die Kosten für das gesamte Linux-Projekt, frohlockt die Bahn.

Parallel zur Portierung werden neue Projekte größtenteils auf Linux implementiert, aktuell zum Beispiel das Configuration-Management-System der Bahn (PROCON). Im dritten Schritt prüft DB Systems, inwiefern es wirtschaftlich und technisch machbar ist, laufende Verfahren zu migrieren.

Einige Anwendungen wird man aus wirtschaftlichen Gründen vorerst aber nicht anfassen. Und auch High-End-Anwendungen mit hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit seien nur bedingt durch Linux ersetzbar. Zudem will die Bahn auf Desktops weiterhin auf Microsoft-Betriebssysteme setzen.


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