Verschiebt sich Debian Sarge auf 2005?
Debian soll von jeher komplett aus freier Software, wie sie in den "The Debian Free Software Guidelines" definiert ist, bestehen. Software, die diese Richtlinien nicht erfüllt, darf für eine Debian-Installation nicht unabdingbar sein und wird in einem eigenen "Non-Free-Bereich" gepflegt. Nach Änderungen in den Formulierungen des Debian-Gesellschaftsvertrages gelten diese Anforderungen aber nicht mehr nur für Software, sondern umfassen alle Komponenten ausgeweitet, einschließlich Dokumentation und Firmware.
Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, sei es daher notwendig, Firmware in allen Bereichen aus dem Kernel zu entfernen und einzeln in Paketen zu Verfügung zu stellen, so Towns. Zudem sei es notwendig, den Debian Installer neu zu schreiben, so dass dieser auch Firmware in Non-Free-Paketen akzeptiert, nicht aber andere Non-Free-Pakete. Auch müsste die zum Booten notwendige Firmware für Treiber in speziellen Paketen bereitgestellt werden.
Nichtsdestotrotz würde in Debian die Dokumentation zu zentralen Paketen wie beispielsweise glic fehlen und auch deutlich weniger Hardware unterstützt werden. Theodore Ts'o(öffnet im neuen Fenster) weist zudem darauf hin, dass bei stringenter Auslegung auch alle Schriften aus Debian entfernt werden müssten, da diese, auch wenn sie unter freien Lizenzen stehen, nicht im Quelltext vorliegen.
Als Ausweg sieht Anthony Towns eine Resolution des Technischen Komitees oder die Verabschiedung einer General-Resolution an. Auf diesem Wege könnte Debian Sarge doch noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.
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