Betrugsvorwurf: Wirbel um Nvidias Far-Cry-Screenshots
Auf Letztere schaltete CryTeks Far-Cry-Engine nur in der Version 1.0 des Spiels auf Nvidias GeForceFX- und GeForce-6800-Hardware automatisch herunter, während ATI-Hardware die hübscheren Shader-2.0-Effekte zeigt. Den Grund für den unfairen Vergleich nannte Nvidia-Konkurrent ATI gegenüber dem britischen Online-Magazin The Inquirer(öffnet im neuen Fenster): "Es ist so gut wie unmöglich, ein Shader-3.0-Spiel merklich anders als ein Shader-2.0-Spiel aussehen zu lassen; deswegen hat Nvidia den 2.0/3.0-Pfad mit einem 1.1-Pfad verglichen."
Im Gegensatz zu Nvidias neuer Hardware wird ATIs ebenfalls für den Mai 2004 erwarteter Radeon-9800-XT-Nachfolger "R420" lediglich Shader-2.0-Programme unterstützen – soll dafür aber laut ATI schneller sein als Nvidias GeForce-6800-Chips.
Unabhängig davon, ob ATIs Leistungsversprechen haltbar sind oder nicht: Nvidias Marketing-Strategie rutscht damit wieder ins Rampenlicht und Betrugsvorwürfe werden laut – auch wegen der im Moment für Presseberichte mitgelieferten Beta-Treiber, die laut einer interessanten Analyse von Driverheaven(öffnet im neuen Fenster) insbesondere in Benchmarks dank vom Nutzer nicht steuerbaren "Überoptimierungen" negative Auswirkungen auf die Darstellungsqualität haben können. Allerdings gibt Driverheaven selbst zu, dass man die Unterschiede meist nicht mit bloßem Auge sieht. Im Forum der 3D-Hardware-Site 3DCenter.de(öffnet im neuen Fenster) geht man davon aus, dass es sich nicht um Optimierungen oder Cheats handele, sondern lediglich darin begründet sei, dass Nvidia nicht Microsofts Rasterization-Renderer nutze; dies sei auch weder Standard noch Vorgabe für 3D-Grafikdarstellung.
CryTek hat gegenüber ATI und The Inquirer bestätigt, dass lediglich Shader-1.1-Effekte für den Vergleich herangezogen wurden. Der Renderpfad für Shader 2.0 und 3.0 sei derselbe, es gebe optisch in der Tat keine sichtbaren Unterschiede. Allerdings habe ein Entwickler gegenüber The Inquirer angegeben, dass sich durch die flexibleren Shader 3.0 ein leichter Geschwindigkeitsvorteil ergeben könnte. Somit scheint Virtual Displacement Mapping auch auf Shader-2.0-fähiger Hardware machbar zu sein.
Ab dem bereits erhältlichen Far-Cry-Patch 1.1, der in der neuen deutschen Version des Spiels bereits integriert ist, sollen auch auf GeForceFX-Grafikkarten Shader-2.0-Effekte laufen, wie Nvidias Vizepräsident für technisches Marketing, Tony Tamasi, in einem Interview mit Tech Report(öffnet im neuen Fenster) mitteilte. Dies bestätigt auch die Beschreibung von CryTek und dem zuständigen Publisher Ubi Soft auf FarCry.de(öffnet im neuen Fenster): Ab der Version 1.1 laufen GeForceFX-Karten schneller und machen in Verbindung mit Nvidia-Treibern keine Fogging-Probleme mehr; zudem gibt es jetzt ein Shader-3.0-Profil. Dieses setzt derzeit auf GeForce-6800-Hardware auf, wird aber für Spieler vermutlich erst ab dem noch nicht öffentlich verfügbaren DirectX 9.0c zur Verfügung stehen.
Man darf nun also auf die Reaktion von Nvidia bezüglich der neuen Vorwürfe gespannt sein. Immerhin ist die Unterstützung von Shader 3.0 das wichtigste Marketing-Argument, mit dem Käufer gelockt werden sollen. Auch wenn Shader-3.0-Unterstützung insbesondere in Hinblick auf 2005/2006 erscheinende Titel ein Vorteil sein wird, sollte man wohl nicht zu viel erwarten.
Nachtrag:
In den USA hat Nvidia zur offiziellen Vorstellung der GeForce-6800-Familie CryTek seine Far-Cry-Engine direkt auf der Bühne zeigen lassen. CryTek wies darauf hin, dass der Patch 1.1 sowohl mit Shader 2.0 als auch mit Shader 3.0 die gleichen hübschen Effekte bringt, während der Nvidia-Sprecher versuchte, das Gespräch nur auf Shader 3.0 zu lenken, wie einem Videomitschnitt(öffnet im neuen Fenster) (etwa Minute 25 bis 29) zu entnehmen ist.
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