Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: Black Mirror - Krimi-Adventure mit Grusel-Flair

Tschechisches Point&Click-Adventure. In Tschechien veröffentlichte das kleine Entwicklerteam Unknown Identity das düstere Adventure Black Mirror bereits 2002, in Deutschland ist das Spiel erst seit kurzem erhältlich. Die lange Wartezeit hat sich aber gelohnt: Erstens wartet der Titel nun mit einer erstklassigen Synchronisierung auf – und zweitens sind die spannende Geschichte sowie die Gänsehaut-Atmosphäre des Titels ohnehin zeitlos.
/ Thorsten Wiesner
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Schauplatz von Black Mirror ist ein alter Herrschersitz in England im Jahre 1981. Gleich zu Beginn wird man Zeuge eines mysteriösen Todesfalls: Eben saß Familienoberhaupt William Gordon noch an seinem Schreibtisch und schrieb einen Brief an seinen Enkel Gordon, einen Moment später sieht man nur noch ein offenes Fenster – und der alte William hat seinen letzten Atemzug getan. In der Rolle von Samuel gilt es nun, die mit vielen Wendungen gespickte Story zu durchleben, dabei ein altes Familiengeheimnis aufzudecken und so dann natürlich auch den Grund für den mysteriösen Todesfall zu erfahren.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Verbringt man die erste Zeit noch im Schloss Black Mirror, sucht man später auch angrenzende Gebiete wie den Friedhof oder das kleine angrenzende Dorf auf. Überall trifft man dabei auf Gestalten, wie sie auch in einem Roman von Agatha Christie nicht glaubhafter zum Leben erweckt werden könnten – etwa der typisch britische Butler, undurchsichtige Familienmitglieder, ein seltsamer Totengräber und düstere Gestalten in einer Kneipe.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Das Gameplay ist recht Adventure-typisch: Per Maus steuert man den Helden durch die wunderschön gezeichneten Hintergründe. Lässt sich ein Gegenstand benutzen, verändert der Mauszeiger seine Form, so dass per simplem Klick alle Objekte untersucht werden können. Schön dabei: Hat Samuel etwas untersucht, das für den weiteren Spielverlauf keine Bedeutung mehr hat, lässt sich dieser Gegenstand nicht noch einmal betrachten – das nervige "Immer-wieder-Anschauen" von Gegenständen, sobald man in einer Situation mal festhängt, bleibt einem somit erspart. Das Inventar erreicht man, indem man den Mauszeiger zum Bildschirmrand bewegt.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Neben den typischen Inventar-Kombinationsrätseln und den Multiple-Choice-Gesprächen warten noch viele kleinere Puzzles, die zumeist aber recht einfach zu lösen sind; nur selten ist wirklich viel Knobelei notwendig, um die Denk- und Verschiebe-Aufgaben zu bewältigen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Insgesamt gilt es, sechs Kapitel erfolgreich zu beenden, die allesamt mit einer recht beachtlichen Spiellänge aufwarten; insgesamt braucht man etwa 25 Stunden, um das Geheimnis des dunklen Schlosses zu ergründen. Zu einem Großteil liegt dies an der sehr ausführlich erzählten Story – immer wieder mal darf man minutenlang den Ausführungen einzelner Charaktere lauschen oder liest Informationen in Büchern nach. Der Atmosphäre ist dies zweifellos zuträglich, ungeduldige Spieler, die lieber handeln als sich etwas erzählen zu lassen, dürften hier aber schon bald ein wenig genervt sein. Wer hingegen auch die ausführlichen Story-Passagen von der vergleichbaren Gabriel-Knight-Reihe mochte, dürfte auch Black Mirrors Geschichte lieben.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Einiges zur düsteren und oft unheimlichen Stimmung trägt neben der passenden Sound-Kulisse die erstklassige Synchronisation bei – alle Charaktere wurden äußerst professionell vertont, so dass die Gespräche durchaus Filmqualität haben. Die Optik kann da nicht ganz mithalten: Zwar sind die Hintergründe meist sehr stilvoll und mit Liebe zum Detail gezeichnet, die Spielfiguren bewegen sich vor ihnen aber recht unbeholfen und sehen einfach zu pixelig aus. Und ein weiterer Kritikpunkt muss genannt sein: Die Auflösung des düsteren Geheimnisses – die hier natürlich nicht verraten wird – kommt einfach zu unerwartet; ein bisschen hat man das Gefühl, dass den Entwickler am Ende die Ideen ausgegangen sind.

Fazit:
Trotz der etwas unbefriedigenden Auflösung ist Black Mirror zweifellos das atmosphärischste und spannendste Point-&-Click-Adventure der letzten Monate. Wer Gabriel Knight mochte, Agatha-Christie-Bücher liebt oder einfach endlich wieder ein spannendes Abenteuer mit Tiefgang am PC erleben will, könnte die geforderten 40,- Euro derzeit kaum besser investieren.


Relevante Themen