3Dlabs: Mit Wildcat Realizm gegen Quadro FX 4000 und Co.
Der Wildcat Realizm VSU (Vertex/Scalability Unit) getaufte Vektor-Prozessor verkraftet Grafikkommandos in voller PCI-Express-Bandbreite (bei 16 Datenleitungen). Die aus einer SIMD-Phalanx (Single Instruction Multiple Data) bestehende VSU soll bis zu 67 Milliarden Fließkomma-Operationen zur Berechnung von Polygon-Eckpunkten bieten. So soll sie bis zu zwei VPUs (Visual Processing Units) mit einer Bandbreite von etwa 8,4 GByte/s füttern und die Last auf diese optimal verteilen können. Das Ergebnis ist laut 3Dlabs eine allgemeine Verdopplung der Geometrie- und Füll-Raten-Leistung. Die VPUs der Wildcat-Realizm-Architektur bestehen aus über 150 Millionen Transistoren, werden in 0,13 Mikron gefertigt und sind wie ihr Vorgänger P10 voll programmierbar; auch die VSU ist voll programmierbar.
3Dlabs Wildcat Realizm soll Pixel-Shader-Programme mit bis zu 256.000 Fragment-Shader-Instruktionen aus dem Grafikkarten und virtuellen, vom PC zur Verfügung gestellten Speicher ausführen können. Dabei werden Schleifen, Sub-Routinen und Fallunterscheidungen (Conditionals) abgearbeitet. 3Dlabs zufolge handelt es sich bei der neuen Hardware-Architektur um die erste voll OpenGL-2.0-konforme Grafikkarte, zudem werden auch OpenGL 1.5 inkl. der OpenGL Shading Language sowie DirectX 9.0 und die zugehörige DirectX HLSL unterstützt.
Mit 128-Bit-Floating-Point-Pixeln (32 Bit pro RGBA-Komponente), einer 36-Bit-Floating-Point-Vertex-Pipeline, 32-Bit-Floating-Point-Fragment-Shadern, 16-Bit-Floating-Point-gestützte Pixel Shader für Blending, Hardware-beschleunigten 3D-Volumen-Texturen, einer OpenGL-Bildberechnungs-Pipeline in Hardware, hochqualitativer Kantenglättung ("SuperScene FSAA", multisampled bis 16fach), bis zu 1 GByte Onboard-Speicher (256 Bit, GDDR1/2/3, max. 32 GByte/s) und bis zu 256 GByte virtuellem Speicher will 3Dlabs dabei Nvidia das Fürchten lehren. Durch hierarchisches Z-Buffer-Culling soll sichergestellt werden, dass Szenen schnell gerendert werden, indem nicht sichtbare Bereiche erkannt und nicht berechnet werden.
Die Grafik-Pipeline verkraftet laut 3Dlabs bis zu 32 programmierbare 36-Bit-Vertex-Shader mit bis zu 1.024 Instruktionen, bis zu 96 programmierbare 32-Bit-Fragment-Shader mit bis zu 256.000 Instruktionen sowie bis zu 32 programmierbare 16-Bit-Pixel-Shader. Über die komplette VPU-Pipeline würden dabei erstmals eine volle 32-Bit-Fließkomma-Genauigkeit und die direkte Darstellung von Fließkomma-Pixeln unterstützt. 128-Bit- und 64-Bit-Pixel sollen nahtlos ineinander umgewandelt und mit 16-Bit-Fließkommagenauigkeit verarbeitet werden können. Pixel-Shader können bis zu 32 Texturen gleichzeitig nutzen.
Wie das Versprochene in der Praxis aussieht und wie sich 3Dlabs gegen Nvidias für den Mai 2004 angekündigten Newcomer Quadro FX 4000 schlagen wird, muss jedoch noch abgewartet werden. Die ersten Wildcat-Realizm-Grafikkarten will die Creative-Tochter 3Dlabs erst Mitte 2004 ausliefern. Dann sollen sowohl AGP-8X- als auch PCI-Express-Grafikkarten angeboten werden, ohne dabei wie Nvidia eine PCI-Bridge nutzen zu müssen, schreibt 3Dlabs. Über zwei DVI-I-Ausgänge sollen auch High-End-9,2-Megapixel-Displays angesteuert werden könen. Auch Multiview-Genlock- und Framelock-Funktionen für Videoproduktion und Künstliche-Realität-Anwendungen werden unterstützt. Treiber kündigte 3Dlabs bereits für 32- und 64-Bit-Versionen von Windows- und Linux-Betriebssystemen an.



