Spieletest: Sabrewulf - 80er-Jahre-Klassiker auf dem GBA
Neue Entwicklung der Kult-Schmiede Rare. Spiele-Veteranen werden sich unter Umständen noch an Sabrewulf erinnern – der für die damalige Zeit recht ungewöhnliche Titel sorgte bereits in den 80er-Jahren auf Heimcomputern für Furore. Die britischen Entwickler von Rare haben das Konzept jetzt wieder ausgegraben, neu gestaltet und nun nach recht langer Entwicklungszeit für den GBA fertig gestellt.
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Die prinzipielle Rahmenhandlung ist auf dem GBA identisch mit dem Urgestein des Action-Adventures: Ein böser Wolf – der "Sabrewulf" – sorgt in einem kleinen Dorf und den angrenzenden Gegenden für Angst und Schrecken, weil er sich alle Schätze und diverse andere wichtige Gegenstände einverleibt und sich dann damit in seinen Höhlen verschanzt. Besiegen kann den Wolf einzig und allein der Sabreman – ein wackerer Abenteurer mit Schnauzbart, der vom Spieler fortan durch zahlreiche Level geführt wird.
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In sehr hübsch animierten Arealen wie einem Dorf, Minen oder dem Gebirge steuert man den Sabreman, lässt ihn Gespräche mit Dorfbewohnern führen oder probiert witzige Mini-Spiele. Vor allem aber ist man beständig auf der Suche nach dem bösen Wolf – der versteckt sich nämlich immer in neuen Höhlen. Hat man erst einmal den Schatz aus einer Höhle entfernt, vergräbt sich der Wolf sofort an einer anderen Stelle in einem neuen Unterbau.
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Das eigentliche Gameplay findet in eben diesen 2D-Wolfshöhlen statt, die allesamt wie kurze Jump-&-Run-Level aufgebaut sind – man startet am Eingangspunkt, muss irgendwie zum Ende des Levels kommen, dem Wolf seine Beute entreißen und dann so schnell wie möglich wieder zum Eingang zurückrennen. Unzählige Fallen, Abgründe und böse Gegner erschweren es einem allerdings, den Wolf überhaupt zu erreichen.
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Das Besondere an Sabrewulf ist, dass man den Kontrahenten nicht auf übliche Plattform-Art mit Sprüngen auf den Kopf oder Waffen zu Leibe rückt. Stattdessen hat der Sabreman eine Reihe von Kreaturen, die stets zu seinen Diensten sind – etwa eine Schlange, die sich in der Luft positionieren lässt und als Leiter dient, explodierende Affen, mit denen sich Bösewichte wegsprengen lassen und vieles mehr wie etwa Trampolin-Tiere, Keulenschwinger, Blasebalgs und so weiter. Die Herausforderung besteht nun darin, jeden Level so schnell wie möglich mit so wenig Kreaturen wie möglich erfolgreich abzuschließen.
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Ist das Ganze zu Beginn noch eine recht simple Angelegenheit, die man meist mit dem ersten Versuch erfolgreich hinter sich bringt, werden die Level später immer komplexer und schwieriger – da ist schon einiges an Gehirnschmalz gefragt, um mit den begrenzten Mitteln (man hat nur eine vorgegebene Anzahl an Kreaturen) die Aufgaben zu erfüllen. Selbst der zweite Teil der Level – das Wegrennen mit der Beute – wird dann zur Herausforderung: Zwar sind auf dem Rückweg sämtliche Gegner verschwunden, dafür ist einem der Wolf aber dicht auf den Fersen. Wer da einen Fehler macht – etwa in einen Abgrund stürzt oder den falschen Abzweig nimmt – muss dem Sabrewulf seine Beute wieder überlassen.
Optik und Sound (eine Variation der damaligen Original-Melodie) sind wie für Rare typisch sehr gut gelungen, die Steuerung ist ebenfalls perfekt umgesetzt. Einzig die Spiellänge gibt ein wenig Grund zur Klage – mehr als acht Stunden wird man kaum benötigen, um den Titel erfolgreich zu beenden. Jeder Level lässt sich aber nach dem ersten Durchspielen erneut anwählen, so dass man noch zusätzliche Stunden damit verbringen kann, die benötigte Zeit und den Kreaturen-Einsatz in jeder Höhle zu optimieren und dafür mit Boni belohnt zu werden.
Fazit: Nach dem nicht voll und ganz begeisternden Banjo-Kazooie hat Rare mit Sabrewulf einen kleinen Hit für den GBA geschaffen – das Gameplay wiederholt sich zwar prinzipiell beständig, durch die immer schwieriger werdenden Herausforderungen und die vielen Lösungswege, die einem dank der unterschiedlichen eigenen Kreaturen zur Auswahl stehen, lässt der Spielspaß aber auch nach mehreren Stunden noch nicht nach. Nur der Umfang enttäuscht ein wenig – wer viel spielt, bekommt leider viel zu früh die Abschlusssequenz dieses gelungenen Titels zu sehen.