Echtzeit-Strategiespiel vor dem Nordafrika-Kriegsschauplatz. Wieder einmal gibt es ein Echtzeit-Strategiespiel, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt: Afrika Korps vs. Desert Rats spielt – wie der Name vermuten lässt – in Nordafrika und simuliert die Kämpfe zwischen den Italienern und den mit ihnen verbündeten Deutschen gegen die Alliierten.
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Das Spiel von Monte Cristo erlaubt eine Rundum-Sicht auf das dreidimensionale Geschehen, während Spiele wie beispielsweise Blitzkrieg – Burning Horizon immer noch mit 2D-Landschaften und Objekten auskommen müssen. In Afrika Korps vs. Desert Rats ist neben den historischen Fakten eine kleine Geschichte um zwei Athleten eingeflochten, die sich vor dem Krieg bei den Olympischen Spielen in Berlin kennen gelernt haben.
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Der eine kämpft nun auf deutscher, der andere auf britischer Seite und natürlich gibt es auch noch eine hübsche Frau, die zwischen den beiden steht. Die Rahmenhandlung ist aber ganz klar der Zweite Weltkrieg – lediglich einige sehr gut gerenderte Zwischensequenzen und Missionsbeschreibungen sowie das Anfangs- und Endszenario behandeln die Nebenhandlung.
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Das Spiel erlaubt die einzelne oder Gruppen-Steuerung der Einheiten sowie das Bemannen der unterschiedlichen Fahrzeuge und Geschütze, und natürlich gibt es auch hier zahlreiche Kommandos, die per Menü oder Tastenkürzel die Einheiten zu einem bestimmten Verhalten zwingen.
Neben den üblichen Bewegungs-, Gruppierungs- und Angriffsbefehlen ist auch die Bewegungsgeschwindigkeit und -art festlegbar. Außerdem kann man seinen Männern Verschanzungsanweisungen geben und diverse Angriffsoptionen befehligen. Zudem kann man gegnerisches Gerät nutzen sowie Häuser und Schützengräben als Deckung verwenden.
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Ähnlich wie bei Blitzkrieg kann man auch hier die Fähigkeiten der eigenen Einheiten trainieren, sofern sie sich im Kampf bewähren. Von der Möglichkeit, die Fahrzeuge unterwegs zu reparieren und die Soldaten medizinisch zu versorgen, sollte man regen Gebrauch machen, da der Nachschub – falls überhaupt vorhanden – den originalen Bedingungen entsprechend äußerst knapp bemessen ist.
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In Afrika Korps vs. Desert Rats hat man einen oder mehrere Hauptspielfiguren, die unbedingt überleben müssen und die auch die Protagonisten für die Nebenhandlung stellen. Wenn diese "Helden" in Fahrzeuge gesetzt werden, erhalten sie bessere Kampf- und Sichtwerte, was auch für Scharfschützen und Kundschafter gilt.
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Überlebende Einheiten erhalten bessere Werte und man kann sie natürlich in den weiteren Missionen nutzen. Das gilt auch für erbeutete Fahrzeuge, was das Kapern von kampfstarken deutschen Panzern vor allem von alliierter Seite aus fast zur Pflicht werden lässt. Vor dem eigentlichen Einsatz muss nach der Einsatzbesprechung die Armee zusammengestellt werden, wobei es ein Einheiten- und Punktelimit gibt.
Die Luftunterstützung ist nicht ganz so ausgefeilt wie bei Blitzkrieg, doch gibt es auch hier Bomber und Aufklärungsflugzeuge, die jedoch allesamt deutlich weniger nützlich sind als bei Blitzkrieg, da sie weniger Schaden anrichten. Dafür kann man in Grenzen vor den Missionen bestimmen, wie viele Lufteinsätze es gibt – im Gegenzug ist dann allerdings der Verzicht auf einige Bodeneinheiten angesagt.
Die Grafik ist alleine schon durch den 3D-Ansatz ein herausragendes Feature von Afrika Korps vs. Desert Rats. Man kann sehr nahe an die Einheiten heranzoomen und ist von dem Detailreichtum und den Animationen doch angenehm überrascht. In der Spielrealität ist jedoch die grobe Übersicht fast immer sinnvoller, da sonst schnell die Kontrolle über das Kampfgeschenen auf den weitläufigen und abwechslungsreich gestalteten Karten verloren geht.
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Die genaue Kontrolle der Einheiten ist leider auch aus einem anderen Grund nötig: Die Wegefindung ist beileibe nicht die allerbeste und auch sonst ist es mit der KI der Soldaten nicht weit her – weder mit der eigenen Fraktion noch mit der des Gegners. Taktische Rückzüge, Kapitulationen bei ausweglosen Situationen oder gar die Aufklärung des Gegners findet nicht statt.
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Das Spiel hat dennoch seinen Reiz – man muss nur wesentlich besser auf seine Einheiten aufpassen als bei der Konkurrenz. Ein hektisches Fein-Tuning ist deshalb angesagt und die Pausetaste sowie die Spielstandsspeicherung sollten öfter eingesetzt werden. Mit Hau-Drauf-Methoden ist zumindest keine einzige der Schlachten auf deutscher oder alliierter Seite zu gewinnen.
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Der Sound ist im Wesentlichen geprägt durch die Schussgeräusche, das Kettenrasseln und hin und wieder einmal einem Spruch der Soldaten, die jedoch nicht gerade über ein großes Vokabular verfügen, was den Spieler recht schnell dazu veranlasst, sie per Schieberegler mundtot zu machen. Die Synchronstimmen der Hauptfiguren kann man getrost der Klamottenkiste zuschreiben – die Sprecher mühen sich zwar ab, trotz deutscher Sprache die britischen, neuseeländischen und amerikanischen Sprachfärbungen einzuflechten, doch was vermutlich ernst klingen soll, sorgt eher für den ein oder anderen Lacher.
Neben dem Kampagnen- und Einzelspielmodus gibt es in Afrika Korps vs. Desert Rats eine Mehrspieleroption. Hier entfällt naturgemäß das KI-Problem, was das Spiel wesentlich interessanter macht. Die schlechte Wegfindung bleibt zwar bestehen, doch gerade durch die Möglichkeit, dass Gegner auf die eigenen Schwachpunkte in Angriff oder Verteidigung besser reagieren, wird der Spielspaß angehoben.
Das Spiel hat eine USK-12-Freigabe und benötigt mindestens einen Pentium-III-Prozessor mit 600 MHz. Für ein flüssiges und hochauflösendes Spielgeschehen sollte es allerdings ein P4 mit 1,5 GHz und einer schnellen Grafikkarte mit 64 MByte RAM sein.
Fazit: Afrika Korps vs. Desert Rats ist ein durchaus motivierendes Echtzeit-Strategiespiel vor altbekannter Kulisse, das durch seine ansprechende Grafik und Soundatmosphäre zu überzeugen vermag. Eine bessere Einheiten-Steuerung hätte dem Spiel gut getan, doch auch so lassen die teilweise verzwickten taktischen Situationen den Spieler kaum los.