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Sprengstoff auf Mikrochips für schnellere Airbags

TU Chemnitz zeigt neue Technik auf der Hannover Messe 2004. Chemnitzer Forscher entwickeln gemeinsam mit Industriepartnern sprengstoffbeschichtete Mikrochips, die Airbags deutlich schneller "explodieren" lassen als herkömmliche Lösungen. Insbesondere für Hersteller von Seitenairbags sollen neue Zünder von großem Interesse sein.
/ Christian Klaß
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Nötig seien schnelle Zünder, da bei einem Frontalaufprall eines Autos mit 40 Kilometern pro Stunde ein Airbag nach sieben Hundertstelsekunden aufgeblasen sein muss, um den Fahrer optimal zu schützen – in dieser winzigen Reaktionszeit laufen komplexe Operationen zwischen Sensor, elektronischer Steuerung und Airbagzündung ab. Moderne Autos haben bis zu acht Luftsäcke, die in der geringen zur Verfügung stehenden Zeitspanne unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden müssen.

"Unser mit sehr niedriger Energie zündendes Element lässt sich hervorragend in ein Konzept integrieren, bei dem alle sicherheitsrelevanten Systeme im Auto über ein so genanntes Bussystem miteinander kommunizieren", erläutert Mario Baum. Baum ist Mitglied einer Forschungsgruppe des Fraunhofer-Institus für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) und des Zentrums für Mikrotechnologien (ZfM) an der TU Chemnitz.

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Die Forscher entwickelten zudem einen High-Tech-Sensorchip, der auf Grund einer speziellen Titanoxidbeschichtung sofort anschlägt, wenn sich Betriebstemperaturen von mehreren hundert Grad Celsius die Anteile an Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen im Abgas nur um wenige Millionstel ändern. Ein weiteres Beispiel ist eine Technologieentwicklung zur Strukturierung von Silizium, die es ermögliche, winzige bewegliche Teile herzustellen. Mit diesen "beweglichen Massen" könnten Beschleunigungen, Kreisbewegungen, Neigungen und Vibrationen gemessen werden. In der Kombination mit Mikroarrays entstehen so Vibrationsdetektoren, die einfacher und kostgünstiger arbeiten sollen als die bislang vorwiegend eingesetzten breitbandigen Piezo-Aufnehmer mit Fourier-Transformation.

Diese und weitere Lösungen aus der Sensorik und der Mikrosystemtechnik wollen die Wissenschaftler beider Forschungsteams vom 19. bis 24. April 2004 auf der Hannover Messe in Halle 14 am Stand G 62 ("µtec-SAXONY") vorstellen.


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