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Google: E-Mail-Dienst mit 1-GByte-Postfach?

Gmail - Aprilscherz oder gutes Marketing? Lange gab es Gerüchte, Google würde ins E-Mail-Geschäft einsteigen, nun kündigt Google im Stile eines Aprilscherzes einen E-Mail-Dienst mit einer Speicherkapazität von 1 GByte pro Postfach an. Auf Grund der Ankündigung liegt aber die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Dienst um einen Aprilscherz handelt, denn ungewöhnlich ist die Ankündigung auch für Googles Verhältnisse allemal.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Idee für Gmail(öffnet im neuen Fenster) sei von Seiten der Nutzer gekommen, die sich über die unzureichenden Funktionen bestehender E-Mail-Dienste beschwert haben, so Google-Gründer Larry Page. Dabei soll sich Gmail grundlegend von anderen E-Mail-Diensten unterscheiden: Der Nutzer soll nicht gezwungen werden, Dateien oder E-Mails zu löschen oder diese lange suchen müssen.

Gmail soll dazu über eine integrierte Suche verfügen, die es jedem Nutzer erlauben soll, alle von ihm geschriebenen und empfangenen E-Mails schnell zu durchstöbern. Dazu stellt Gmail jedem Nutzer 1 GByte Speicherplatz zur Verfügung, so Google in seiner Ankündigung zum 1. April 2004.

Google verspricht zudem eine höhere Effizienz im Umgang mit E-Mails, ohne dass E-Mails in Ordner einsortiert werden müssen. Gmail speichert hingegen individuelle E-Mails in Form von sinnvollen "Konversationen", die die einzelnen Nachrichten in einen Kontext setzen. Auch Spam-E-Mails sollen dabei herausgefiltert werden.

Doch die Angkündigung wirkt ob des Datums allemal "merkwürdig", auch wenn zahlreiche seriöse US-Medien teilweise bereits vorab am 31. März 2004 über den Dienst berichteten. So soll Gmail zunächst nur einer kleinen Gruppe von Testern zur Verfügung stehen statt wie sonst bei Google üblich im Rahmen eines offenen Beta-Tests erprobt werden. Wann der Dienst allgemein zugänglich gemacht werde, stehe noch nicht fest, finanzieren wolle man diesen über die bei Google üblichen Textanzeigen.

Aber auch die Ankündigung an sich(öffnet im neuen Fenster) lässt an einem 1. April aufhorchen, ist das Datum der entsprechenden Pressemitteilung doch mit der Angabe einer Zeitzone (UTC, Coordinated Universal Time) versehen, die man bei Googles Pressemitteilungen üblicherweise nicht findet und dafür sorgt, dass die Meldung in den USA schon am 31. März erschienen ist. Zudem geht Google in der Mitteilung explizit auf Gerüchte ein, die seit langem immer wieder aufgetaucht sind, was für eine Pressemitteilung als ungewöhnlich einzustufen ist.

Dennoch würde ein entsprechendes Angebot von außen betrachtet durchaus in die Strategie von Google passen, sich zunehmend auch außerhalb des Kernbereichs "Suche" ein Standbein aufzubauen. Die ungewöhnliche Ankündigung wäre dann eine wohl sehr erfolgreiche Marketingmaßnahme, lässt sie den Dienst, über den so gut wie nichts bekannt ist, doch wie von einem anderen Stern erscheinen.

Apropos anderer Stern: Wenn auch nicht von einem anderen Stern, aber immerhin vom Mond sollte wohl kommen, wer sich um einen Job in Googles Copernicus Center(öffnet im neuen Fenster) bewerben will.


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