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Spieletest: Shadowbane - Eldorado für Spieler-Killer?

Online-Rollenspiel ist den Entwicklern zufolge "Massively Merciless". Seit Anfang 2004 ist das Online-Rollenspiel Shadowbane auch für europäische PC- und Mac-Spieler zugänglich. Obwohl auch Konkurrenten wie Dark Age of Camelot auf Konflikte zwischen Spielern ausgelegt sind, überbietet Shadowbane dieses eindeutig – statt romantischen Abenteuern in der Gruppe oder gemeinsamem Rätsellösen gibt es hier beständig eins auf die virtuelle Mütze.
/ Christian Klaß
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In Shadowbane kämpfen nicht nur Reiche miteinander, denen sich Spieler bei Spielstart anschließen, sondern einzelne Spieler und ganze Gilden um Gebiete und selbst gebaute Städte. Wer genügend Reichtum angehäuft hat, kann seine eigene Gilde ins Leben rufen, Mitglieder rekrutieren, eine Stadt und letztendlich ein eigenes Reich gründen. Sofern man die Anfängergebiete nicht verlässt, kann man einigermaßen sicher leben, auch wenn andere Spieler einem dennoch die Beute aus den gefällten Gegnern klauen können.

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Um jedoch richtig schnell zu immer höheren Charakterstufen aufzusteigen, Erfahrung im Umgang mit gefährlicheren Gegnern zu sammeln und sich nicht zu langweilen, müssen gefährlichere Gebiete aufgesucht werden. Das bedeutet nicht nur härtere Monster für mehr Erfahrungspunkte, sondern auch hochstufige Mitspieler, die einen im Vorbeirennen umnieten und ausrauben. Die eine oder andere, mit niedrigen Ausrüstungspreisen lockende Spielerstadt wird so zur Todesfalle für den eigenen Charakter – kaum ist der Teleport zu Ende und eine kurze Unverwundbarkeitsphase abgelaufen, kann es aus dem Hinterhalt Pfeile und hämische Sprüche hageln. Während in frühen Leveln Sterben und Wiederauferstehen noch keinen zu großen Aufwand darstellt, kommen später empfindliche Nachteile hinzu, häufiges "Pixelgrasbeißen" kann also zu ordentlichem Frust führen.

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Umso wichtiger ist es für Spieler, sich schnell mit der Welt vertraut zu machen und eine vertrauenswürdige Gruppe aus Gleichgesinnten zusammenzustellen – sei es, um wiederum andere auszurauben oder um sich Geld und Gegenstände durch die "ehrliche Monsterhatz" zu verschaffen. Gegenstände können in Shadowbane übrigens nicht selbst gefertigt, sondern nur erobert, geklaut oder gekauft werden. Auch Questen gibt es nicht, dafür aber dann und wann spezielle, von den Entwicklern veranstaltete Events zur Weiterentwicklung der Welt und Förderung der Spieler.

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Fairplay-gewohnte Rollenspieler, die unter Spielspaß kollegiales Miteinander verstehen, sollten um Shadowbane einen Bogen machen oder sich vorher die 15-Tage-Testversion(öffnet im neuen Fenster) kostenlos herunterladen. Vielleicht fühlen sie sich dann ja unversehens in einer Rächer-Rolle wohl. Spaß haben in Shadowbane werden nicht nur machtbesessene Spieler-gegen-Spieler-Fans, sondern vor allem Taktiker wegen des komplexen, aber logischen und zudem viele Möglichkeiten zur individuellen Charakter- und Strategieentwicklung bietenden Regelsystems.

Shadowbane spielt in einer sich langsam wieder von einer riesigen Katastrophe erholenden magischen Fantasy-Welt, deren Steppen, Wälder, Wüsten und Eislandschaften zu harten Abenteuern einladen. Spieler können aus elf Rassen mit ihren unterschiedlichen Vor- und Nachteilen auswählen; neben dem Üblichen – Menschen, Zwerge, Elfen und Halb-Giganten – gibt es dabei auch Mischwesen, Halbdämonen, Zentauren, Minotauren und Vogelmenschen. Letztere drei werden erst Stück für Stück für Abonnenten freigeschaltet.

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Bei der Charaktererschaffung entscheidet man sich schließlich für eine der vier Hauptcharakterklassen (Dieb, Kämpfer, Heiler, Magier), die nach einigen erlangten Spielstufen wiederum die Wahl verschiedener Disziplinen ermöglichen. Zudem stehen verschiedene Runensteine mit Spezialfertigkeiten und -boni zur Verfügung. Die mit den Spielstufen zunehmende Zahl an Fertigkeiten wird durch Vergabe von beim Aufstieg erhaltenen Punkten verbessert, auch körperliche Attribute werden auf diese Art gesteigert. Neben Gegenständen mit speziellen Boni und Funktionen kann der eigene Charakter auch später noch mit weiteren, im Spiel sehr begehrten Runensteinen aufgemotzt werden.

Die Benutzeroberfläche von Shadowbane ist zwar konfigurierbar, die Fenster etwa auf die eigenen Bedürfnisse anpassbar, könnte aber in Sachen Benutzerfreundlichkeit durchaus noch verbessert werden. Der Spieler kann zwar zwischen Beobachter- und Ich-Perspektive wechseln und die Kamera auch selbst steuern – besonders intelligent ist die Kamera dabei nicht, da es mitunter dazu kommen kann, dass man in Gebäuden oder unter Zelten kurz den Überblick verliert. Im Kampf kann das fatal sein. Deutlich nerviger ist jedoch, dass die Steuerung mittels Mausklick in die Landschaft keinen Wegfinde-Algorithmus berücksichtigt – eine Treppe hochzugehen erfordert da schon mehrere Klicks, damit der Charakter nicht irgendwo hängen bleibt. Entsprechend nervig ist es auch, in Shadowbane durch einen Wald zu gehen, wenn man ständig an Bäumen hängen bleibt.

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Die Grafik von Shadowbane ist funktional und kann in Verbindung mit der ordentlichen Sound-Untermalung auch für Stimmung sorgen, ist aber nicht gerade detailliert und liefert auch keine atemberaubenden Effekte. Kein Wunder: Die eingesetzte Engine macht von der Rechenleistung der Grafikkarte kaum Gebrauch. Wolfpack hat aber vor kurzem angekündigt, dies in künftigen Updates beheben zu wollen, damit das Spiel weniger CPU-lastig und wohl auch etwas hübscher wird. Vielleicht stürzt dann das Spiel – wie bei uns im Test geschehen – bei per Treiber erzwungener Kantenglättung auch nicht mehr ab.

Die Mindestvoraussetzungen sind ein 700-MHz-Pentium-III oder beim Mac ein 350-MHz-G3 und jeweils mind. 128 MByte Hauptspeicher. Ruckler gibt es auch bei deutlich schnelleren CPUs noch häufiger, allerdings liegen diese meist an Netzwerk-Problemen, die zwar in den letzten Wochen etwas reduziert wurden, jedoch immer noch zu in Kämpfen gefährlichen Wartezeiten führen können.

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Die in Deutschland nur mit integrierter Erweiterung Rise of Chaos angebotene Shadowbane-Box ("Shadowbane Gold") kostet 29,95 Euro, nach einem Freimonat werden – sofern man sich nicht abmeldet – monatliche Kosten fällig. Wird monatlich bezahlt, werden 12,99 Euro fällig, im Drei-Monats-Rhythmus 34,99 Euro (11,66 Euro/Monat), bei Sechs-Monats-Abo 64,99 Euro (10,83 Euro/Monat) und für ein ganzes im Voraus bezahltes Jahr 119,99 Euro (rund 10,- Euro/Monat). Das Abo kann nicht nur per Kreditkarte und Überweisung, sondern auch per Lastschrift bezahlt werden. Die Box enthält das englischsprachige Spiel und die eingedeutschte Anleitung.

Fazit:
Wem es bei Online-Rollenspielen nicht um soziales Miteinander, sondern mehr um Solo- oder Team-Kämpfe gegen andere Spieler geht und wer Spaß daran hat, seine Charaktere so gut wie möglich gegen bestimmte Gegner zu optimieren, der sollte sich Shadowbane definitiv einmal anschauen. Wer hingegen mehr sucht als dauerhaftes Gerangel um Macht, Geld und magische Gegenstände, der sollte sich eher nach anderen Spielen umschauen. Die Grafik von Shadowbane ist verbesserungswürdig, die Netzwerkprobleme scheinen die Entwickler langsam in den Griff zu bekommen.


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