ShareReactor: Schweizer Polizei macht Piratenplattform dicht
Die Internet-Site, deren Server sogar in Frauenfeld stand, war rund 30 Monate online und verzeichnete zuletzt durchschnittlich rund 220.000 Zugriffe pro Tag, bevor sie von den Thurgauer Behörden vom Netz genommen wurde. Das Verzeichnis funktionierte als Drehscheibe für Links zum Download vorwiegend von urheber- und markenrechtlich geschützten Computerspielen und Filmen, die auf Peer-to-Peer-Tauschbörsen führten.
Nach einer entsprechenden Anzeige diverser Unternehmen, vertreten durch die Schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (SAFE), eröffnete das Kantonale Untersuchungsrichteramt Thurgau eine Untersuchung, beschlagnahmte die Server in Frauenfeld und ließ die Site abschalten. SAFE versteht sich als Organisation, die gemäß Schweizerischem Urheberrecht verbotene Handlungen dokumentiert und ihre Erkenntnisse an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weiterleitet.
Der verantwortliche Betreiber zeigte sich in den ersten Einvernahmen zur Erhebung der Sachlage nach Angaben der Behörden sehr kooperativ. Die Ermittlungen dauern an und werden einige Zeit in Anspruch nehmen.
Das Ganze wird sich für den Betreiber nach Angaben des zuständigen Untersuchungsrichters, Christian Affolter, vermutlich strafrechtlich auswirken. In der Schweiz werden Markenschutzverletzungen im Höchstfall mit Gefängnis oder Geldstrafe bis zu 100.000 Schweizer Franken bestraft. Dazu kommen eventuell auch zivilrechtliche Ansprüche der betroffenen Firmen.
In einem Interview mit der Thurgauer Zeitung sagte Affolter, dass die indirekte zur Verfügungstellung von Raubkopien in Form von eDonkey-Links allerdings in einen Graubereich falle, was natürlich auch Auswirkungen auf den Ausgang der nun anstehenden Verfahren haben kann.



