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Sony, Philips und Nokia verbinden Geräte per RFID

Nahfeldkommunikation "NFC" fürs Wohnzimmer, das Handy und die Kreditkarte. Sony und Philips wollen einen neuen drahtlosen Vernetzungsstandard etablieren, der nicht nur eine einfache Vernetzung von benachbarter Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik ermöglichen soll. Die als "Nahfeldkommunikation" (engl. Near Field Communication, NFC) bezeichnete Technik verbindet kontaktlose eindeutige Geräteidentifikation via RFID, um den gesicherten drahtlosen Datenaustausch zweier aneinander gehaltener Geräte zu ermöglichen; eingesetzt werden soll die Technik nicht nur in Unterhaltungselektronik, sondern auch in mobilen Endgeräten sowie Kreditkarten.
/ Christian Klaß
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Die Verbindung zweier Geräte soll durch einfaches Aneinanderhalten initiiert werden. Nachdem sie so einander "bekannt gemacht" wurden, ist ein verschlüsselter Datenaustausch möglich. Gefunkt wird mit NFC im RFID-üblichen 13,56-MHz-Frequenzband im Abstand von mehreren Zentimetern. Zwischen aktiven NFC-Geräten soll eine Datenrate von bis zu 424 Kbps möglich sein, was für die Übertragung von Audio, kleineren Videoschnipseln sowie Dokumenten reicht. Für die Zukunft sind höhere Datenraten geplant. Für den Kontakt mit passiven Geräten bzw. Smart Cards (z.B. Kreditkarten) sind Datenraten von 106 Kbps bzw. 212 Kbps möglich, je nachdem, ob Philips' Smart-Card-Protokoll MIFARE oder Sonys Smart-Card-Protokoll FeliCa genutzt wird. Mobile Geräte können auch im Passivmodus arbeiten, um Strom zu sparen.

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Gegenüber Bluetooth und WLAN soll die Vernetzung von NFC-fähiger Hardware deutlich einfacher sein, diese aber nicht ersetzen. "Um mit jemandem ein privates Gespräch zu führen, würden wir eher einen Raum voller Menschen durchqueren als laut über alle Köpfe hinwegzubrüllen" , heißt es in einer Pressemitteilung des eigens gegründeten NFC Forums, zu deren Gründern neben den NFC-Entwicklern Sony und Philips auch der Handy-Hersteller Nokia gehört. Im Gegensatz zum mit 10 bis 100 Meter funkenden Bluetooth sei es zur Verbindung nicht nötig, sich in einer Gruppe von Bluetooth-Handy-Nutzern aus einer unübersichtlichen Liste von möglichen Kommunikationspartnern den gewünschten herauszusuchen. Das einfache Aneinanderhalten reiche aus und sei natürlicher in der Nutzung, heißt es dazu von den Partnern.

Als Anwendungsbeispiele werden nicht nur der Datentransfer von der Digicam zum Fernseher, zwischen Handys, zwischen Handy oder PDA und Ticketsystem oder von einem Poster mit integriertem NFC-Chip zum davorgehalten PDA genannt. Auch eine Integration in Breitband-Router sowie deren automastische Konfiguration per in die Nähe gehaltener NFC-Smart-Card des Providers soll so möglich sein. Darüber hinaus soll NFC auch dazu genutzt werden können, um Bluetooth- oder WLAN-Verbindungen zwischen Geräten einzurichten, indem diese erst per NFC einander bekannt gemacht werden und dann per reichweiten- und/oder bandbreitenstärkerer Funktechnik Daten austauschen können. Vor allem bei Unterhaltungselektronik würde dies eine Vernetzung deutlich vereinfachen. NFC eröffnet jedoch auch Kreditkarten- und Inhalte-Anbietern neue Geschäftsmöglichkeiten, schwärmt Philips.

Philips zeigt auf seinem CeBIT-Stand bereits entsprechende Einsatzideen und kündigte an, bis Ende 2004 erste Produkte mit der Technik anbieten zu wollen. Gleiches scheint für Sony und Nokia zu gelten. Ein um NFC erweitertes Referenzdesign von Philips Personal Media Player "Nexpedia" soll anderen Herstellern bereits für die Entwicklung eigener Produkte zur Verfügung stehen.


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