Kritiker machen es der Freenet AG nicht leicht

Trotz rechtlicher Schritte weiter offener Widerstand gegen Internet-Provider

Die Freenet.de AG hatte ihren Call-by-Call-Nutzern zwischenzeitlich den Zugriff auf einige Websites gesperrt, die sich kritisch zum Geschäftsgebaren des Internet-Providers äußern. Seit Aufhebung der Sperre, die dem Unternehmens-Image vermutlich eher schadete, versucht Freenet die Angelegenheit auf rechtlichem Weg zu klären - wie es scheint mit gemischtem Erfolg.

Artikel veröffentlicht am ,

Auf den zeitweilig von Freenet gesperrten Websites www.freenetbeschiss.de.vu ("Der große Freenet-Beschiss") und www.dirk-hertfelder.de ("Anormaler-Freedepp") wurde dem Unternehmen vorgeworfen, dass es unberechtigt Rechnungen versende, das Geld ohne Wenn und Aber über ein Inkasso-Büro eingefordert würde und auch Foren-Beiträge verfälscht würden. Auf dem von Freenet beanstandeten Angebot wird zudem dem Unternehmen unter anderem vorgeworfen, dass seine Mitarbeiter in Meinungs- und Testportalen wie Ciao und Dooyoo anonym positive Berichte über eigene Produkte eingestellt haben. Wer sich über Freenet einwählte und versuchte, eine der beiden Adressen zu erreichen, wurde anstatt dessen auf eine Counterstrike-Website aus dem Freenet-Angebot umgeleitet.

Stellenmarkt
  1. Requirements Engineer / Anforderungsmanager (w/m/d) - Bildungstransfer
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau
  2. SAP ABAP Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Hannover
Detailsuche

Der Betreiber der Website www.dirk-hertfelder.de, Dirk Hertfelder, erhielt am 10. März 2004 Post von der von Freenet beauftragten Kanzlei Jaschinski Biere Brexl. Nur einen Tag Zeit erhielt er, die darin enthaltene strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterzeichnen. Den Streitwert legten die Anwälte auf 100.000 Euro fest, so dass der Privatmann Hertfelder nun 1.000,- Euro Abmahnkosten zu tragen hat und im Fall einer schuldhaften Zuwiderhandlung 10.000,- Euro Strafe fällig werden.

"Um weiteren Schaden sowie Abmahnungen vorzubeugen, habe ich alle geschilderten Fälle gelöscht und bin den Unterlassungsauflagen über das geforderte Maß hinaus ohne Anerkennung einer Schuld nachgekommen", so Hertfelder auf seiner Website, die nun in "Anormaler-Freedirk" umgetauft wurde.

In Zukunft darf Hertfelder eigenen Angaben zufolge auf seiner Website bestimmte Wörter nicht mehr verwenden und habe Verlinkungen auf Seiten zu unterlassen, auf denen sich "geschäftsschädigende Äußerungen über die freenet.de AG" befinden. Im Besonderen seien ihm Links oder Hinweise zu aktuellen URLs der Seite "der große Fr**beschiss" untersagt. Deren Inhalte habe er sich laut den Freenet-Anwälten durch die Hyperlinks zu eigen gemacht, so Hertfelder. "Bei genauer Lesart der Abmahnung gibt es nach meiner Kenntnis weit über 100 weiterer Seiten im 'freien Internet', auf die meine Abmahnkriterien zutreffen. Aber mit Google kann das ja jeder selbst recherchieren", so Hertfelder.

Während Hertfelder auf seiner Website in Zukunft lediglich im Rahmen eines "Zensurtagebuchs" über den Fortgang der Abmahnung berichten will, haben der oder die Betreiber der Website "Der große Freenet-Beschiss" unter dem neuen Namen "Der große F**enet-Beschiss" Widerstand angemeldet. Von einer Abmahnung war dort zwar noch nichts zu lesen, dafür befindet sich aber die Domain www.freenetbeschiss.de.vu seit einigen Tagen wieder in der Obhut des Domain-Anbieters. "Der große F**enet-Beschiss" regierte prompt, meldete fünf weitere Domains an, spiegelte sein Angebot auf russische sowie ukrainische Server und wünscht Freenet beim Schreiben der Löschgesuche hämisch viel Erfolg. "Unsere Seite wird immer im Netz existieren", heißt es selbstbewusst.

Noch scheint der Streit zwischen Freenet und Kritikern also nicht beendet zu sein - das Ansehen des Providers könnte durch zu hartes Umspringen mit unzufriedenen Verbrauchern weiteren Schaden nehmen, bereits nach der Website-Sperrung bzw. -Umleitung schlug die Stimmung in verschiedenen Foren hoch.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


peter winzer 03. Okt 2005

lassen sie die Finger von diesem Verein, habe im Juni eine Flat bestellt,dann 3 Monate...

Karl Eckl 17. Mär 2004

Hallo ihr alle, war eben im Begriff, zu F-dingsda zu wechseln- aber nach Kenntnisnahme...

Deamon 16. Mär 2004

So so, (Ok, das ist hier nicht das Thema in diesem Thread) /* ich habe mir ein derartikes...

KalleWirsch 16. Mär 2004

habe die ganze Sache mit freenet nur am Rand verfolgt, hab mich aber immer schon von...

blurb 16. Mär 2004

Unter den ersten Links auf Google: http://www.beckmannundnorda.de/merkblatt_abmahnung.pdf...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cyrcle Phone 2.0
Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten

Dass Mobiltelefone in den letzten 20 Jahren meist nicht rund gewesen sind, scheint einen guten Grund zu haben, wie das Cyrcle Phone 2.0 zeigt.

Cyrcle Phone 2.0: Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten
Artikel
  1. Bundesinnenministerium: Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert
    Bundesinnenministerium
    Nur jede neunte Verwaltungsleistung ist digitalisiert

    Meldebescheinigungen oder Baugenehmigungen warten weiter auf die Digitalisierung.

  2. Stühle und Tische: Ikea bringt Möbel fürs Gaming-Zimmer
    Stühle und Tische
    Ikea bringt Möbel fürs Gaming-Zimmer

    Stühle, höhenverstellbare Tische und Zubehör: Ikea bringt viele Produkte heraus, die sich an Gamer richten - auch Mauspads und Trinkbecher.

  3. Smartphones: Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen
    Smartphones
    Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen

    Das Handelsembargo der USA gegen Huawei zeigt Wirkung, wenn auch anders als geplant.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • iPhone 13: jetzt alle Modelle vorbestellbar • Sony Pulse 3D PS5-Headset Midnight Black vorbestellbar 89,99€ • Breaking Deals mit Club-Rabatten (u. a. Samsung 65" QLED 1.189,15€) • WD Black SN750 1TB 96,99€ • Amazon Exklusives in 4K-UHD • GP Anniversary Sale: History & War [Werbung]
    •  /