Bundesregierung kritisiert Microsofts Trusted-Computing
In der nächsten Windows-Generation will Microsoft ein Schutzsystem namens Next Generation Secure Computing Base (NGSCB) einbauen. Dieses basiert auf Krypto-Chips der Trusted Computing Group und teilt den PC in einen geschützten und einen ungeschützten Bereich.
So dürfen in Deutschland personenbezogene Daten nur mit Zustimmung des Benutzers abgerufen werden. Ebenso dürfen über NGSCB keine Marktzugangsschranken für andere Systeme aufgebaut werden. Als Anwalt der Open-Source-Gemeinschaft fordert die Bundesregierung daher von Microsoft eine transparente Informations- und Schnittstellenpolitik: "Eine diskriminierende Ausgrenzung von Hardware- oder Software-Herstellern durch die NGSCB-Lizenzbedingungen darf nicht stattfinden" , so die deutliche Mahnung an den Software-Riesen.
Sicherheitsexperten beurteilen den Nutzen der Pläne skeptisch: Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer Institut für Sichere Telekooperation (SIT), glaubt nicht, dass NGSCB die erhoffte Alternative ist: "Viren und Würmer werden uns weiter begegnen."
Und Robert Fitz von der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften schimpft: "Microsoft will damit primär das Raubkopieren seiner Produkte eindämmen und macht dies Anwendern über Microsoft-kontrollierte Sicherheit schmackhaft." Als wirklich sichere Alternative bringen die unabhängigen Fachleute das freie Betriebssystem Linux ins Spiel, das zwar auch komplex sei, aber modular und anpassbar. Andreas Westfeld von der TU Dresden gegenüber der Computer Zeitung: "Für allgemeine Hardware kann ein gehärtetes und intensiv getestetes Linux die Anforderungen an sichere Systeme am besten erfüllen."