Prototypen in Japan gezeigt – Automobil-Konzern plant kommerzielle Verwertung. Auch Toyota will groß in den noch jungen Markt für persönliche digitale Assistenten einsteigen, womit allerdings nicht PDAs im Sinne von Handcomputern gemeint sind, sondern etwas klobigere, aber dennoch recht mobile Roboter-Diener. In Tokio stellte der japanische Konzern verschiedene, teils humanoide und recht beeindruckende "Partner-Roboter" vor, an denen die Toyota-Ingenieure derzeit arbeiten.
Einen Markt für Roboter-Diener sieht Toyota besonders in Japan: Dort falle die Geburtenrate, während gleichzeitig die Bevölkerung rapide altere und die Sorgen um die Sicherung einer stabilen Versorgung mit Arbeitskräften nährt. Schließlich solle die Bevölkerung auch im Alter in der Lage sein, sich komfortabler Lebensstandards zu erfreuen.
Mit Blick auf heutige und künftige Probleme wirbt Toyota nun für Roboter-Diener, die Menschen helfen sollen. In die Roboter-Entwicklung einfließen sollen dabei die in den Bereichen Fahrzeugentwicklung und Fertigungstechnik gesammelten Erfahrungen der Toyota Group. Um die Akzeptanz von Roboter-Dienern zu steigern und sie nicht als kalte Maschinen wirken zu lassen, sollen menschliche Charakteristika wie Agilität, Wärme und Freundlichkeit nachgeahmt werden.
Die Maschinen sollen in der Lage sein, bestimmte Geräte in den Bereichen persönliche Assistenz, der Pflege älterer Menschen, der Fertigung und der Mobilität zu steuern. Zu viel sollte hier nicht erwartet werden: Da auch Toyota keine Wunder in der Entwicklung künstlicher Intelligenz vollbringen kann, werden die Roboter-Diener lediglich begrenzt einsetzbar sein und auch nicht als Gesprächspartner taugen. Es sei denn, man erwartet keine Antwort.
Da jeder Bereich seine speziellen Anforderungen stellt, zeigt Toyota drei verschiedene Roboter-Typen: Während einer wie ein Mensch auf zwei Beinen läuft, rollt der andere auf zwei Rädern und der Dritte dient als röhrender Sessel mit zwei Beinen. Jedes der futuristisch wirkenden Modelle soll seine eigenen Fertigkeiten mit sich bringen.
Der 1,20 Meter hohe und 75 kg schwere humanoide Roboter-Diener läuft auf zwei Beinen, was recht sicher aussieht, aber noch nicht ganz an den natürlichen Gang des Menschen herankommt. Dafür schwenkt er immerhin die Arme beim Gehen, um das Gleichgewicht besser halten zu können und soll zudem dank seiner Hände kompliziertere Aktionen ausführen können. Seinen Einsatz soll das Gerät in der Altenpflege finden, weil es wegen seiner Ähnlichkeit zum Menschen am wenigsten gewöhnungsbedürftig sein soll – die wenig aufdringliche weiße Gehäusefarbe erinnert vermutlich auch nicht ohne Grund an Pflegepersonal.
Wenn es um einen weniger Platz einnehmenden und sich schneller bewegenden Roboter geht, soll das elegant auf zwei parallel platzierten Rädern balancierende rollende Modell (1 Meter hoch, 35 kg schwer) von Vorteil sein. Seine Hände können Dinge tragen und andere Aktionen ausführen. Sowohl das Lauf- als auch das Roll-Modell seiner mit Kopf und Arme versehenen Roboter hat Toyota im Rahmen einer Präsentation im Duett Trompete spielen lassen. Toyota entwickelte für das Trompetenspiel künstliche Lippen, die eine ähnliche Beweglichkeit aufweisen wie die des Menschen. Leider hat der Hersteller den Ton in seinen Videomitschnitten aus urheberrechtlichen Gründen deaktiviert.
Etwas aus dem Rahmen fällt das 1,80 cm hohe, 75 kg schwere dritte Modell, das Toyota als intelligente Laufmaschine konzipiert hat, die ihre Passagiere fast überall hin tragen soll. Die Bedienung per Joystick soll Spaß machen, allerdings bewegt sich der Prototyp in einem Demonstrations-Video noch verhältnismäßig langsam. Er scheint im Unterschied zu den anderen beiden Robotern noch nicht von der Stromversorgung abgenabelt zu sein und schüttelt darüber hinaus seine Passagiere beim Transport offenbar noch etwas durch.
Die Bewegungen der drei Roboter sichert ein von Toyota selbst entwickeltes Stabilisationssystem ("Mobility Control Technology"), das aus der Automobil-Entwicklung hervorgegangen ist. Dabei wird ein kleiner, leichter und günstiger Sensor eingesetzt, der die Schieflage des Roboters erkennt. Zusätzlich zu den Trompeter-Lippen und der Stabilisatortechnik entwickelt Toyota auch ein Verfahren, mit der im Torso platzierte Motoren über Seilzüge die Arme und Beine bewegen, was gleichzeitig Gewicht und Energie sparen soll. Das geringere Gewicht sorge zudem für größere Beweglichkeit, was ein Demonstrationsvideo eines vierten, recht putzigen humanoiden Modells zeigt.
Toyotas erste Roboter-Vorstellung soll nicht die letzte sein. Auf der Expo 2005 im japanischen Aichi sollen die Maschinen in Aktion zu bewundern sein. In der Zwischenzeit sollen Verbesserungen an den Roboter-Dienern vorgenommen und die bisherigen Prototypen weiterentwickelt werden.