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Spieletest: Pitfall - Klassiker im Indiana-Jones-Look

Spiel für alle aktuellen Konsolen-Plattformen erhältlich. Pitfall gehört zu den legendären Konsolen-Spielen der ersten Stunde – wer jemals einen Atari 2600 besessen hat, wird sich wohl auch noch an diesen Plattform-Klassiker erinnern. Activision hat den Oldie reanimiert und mit komplett erneuertem Design nun für GameCube, Xbox, PlayStation 2 und GBA auf den Markt gebracht.
/ Thorsten Wiesner
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Plattform-Spiele sind heutzutage natürlich keine derartige Sensation mehr wie beim ersten Erscheinen von Pitfall Harry, und die Entwickler haben auch gar nicht erst versucht, das Genre erneut zu revolutionieren. Stattdessen war es ganz offensichtlich ihr Ziel, einen soliden Plattformer mit typischem Pitfall-Ambiente zu schaffen – und das Ganze durch eine kräftige Prise Humor so unterhaltsam wie möglich zu gestalten.

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Das Spiel beginnt ohne große Vorworte – kaum hat man den Titel gestartet, darf man auch gleich in einer düsteren Arena gegen einen wildgewordenen Jaguar-Dämon antreten, ohne genau zu wissen, wie man überhaupt in diese blöde Situation gekommen ist. Das Ganze dauert aber nur ein paar Sekunden – danach bekommt man Harrys Stimme zu hören, die einem in einer Rückblende anfängt zu erzählen, wie er in diese prekäre Lage gelangen konnte. Alles beginnt mit einem Flugzeugabsturz; plötzlich hat man seine Crew verloren und steht auf sich alleine gestellt im peruanischen Dschungel.

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Was danach folgt, erinnert vom Design und dem Humor oft an die Indiana-Jones-Filme: Mit verschiedenen Hilfsmitteln muss sich Harry auf den Weg durch den Dschungel machen und dabei wilden Ureinwohnern entkommen, aggressiven Affen aus dem Weg gehen, gefährliche Schlangengruben überspringen und sich an Lianen über Abgründe hangeln. Gelungen sind vor allem die zahlreichen humoristischen Einlagen: Beim unvorsichtigen Absteigen an einer Treppe etwa knallt man bei jeder Stufe mit dem Kinn gegen die Sprossen. Und wenn man beim Überqueren eines Tümpels nicht aufpasst, findet man sich schnell im Maul eines Krokodils wieder – und muss dann erst mal mit aller Kraft dessen Kiefer auseinander drücken, um da wieder rauszukommen.

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Um zwischen den einzelnen Levels vorwärts zu kommen, benötigt man immer wieder Hilfsmittel, die man erst im Spielverlauf bekommt – eine Fackel etwa, Dynamit oder auch ein Seil. Natürlich beherrscht man aber schon von Anfang an einige Bewegungen wie etwa Doppelsprünge, und die anfangs eher schwachen Attacken lassen sich durch Einkäufe bei den immer wiederkehrenden Schamanen ausbauen. Trotzdem ist der Kampf eher rudimentär – mehr als ein paar Knöpfchen drücken muss man nicht, die spielerische Herausforderung liegt also mehr in den zahlreichen Geschicklichkeitspassagen und bei den Rätseln.

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Leider durchkreuzen auch bei Pitfall einige unnötige Mankos den vollkommenen Spielspaß: So positioniert sich die Kamera manchmal derart ungünstig, dass man auf Angriffe durch fliegende Kokosnüsse, Baumstämme oder wilde Tiere nicht vorbereitet ist; manchmal denkt man auch, sicher abspringen zu können und landet dennoch im Abgrund. Und im späteren Spielverlauf offenbart der Titel diverse überflüssige Längen – da müssen etwa weite Wege zurückgelegt werden, nur um an einer Stelle ein Objekt einzusammeln und dann wieder zum Ausgangspunkt zurückzulaufen. Diese Passagen wirken so, als ob die Entwickler die mit etwa zehn Stunden eher kurze Spielzeit mit der Brechstange verlängern wollten.

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Die Optik ist vor allem auf PlayStation 2 und GameCube teilweise auch unschön verschwommen, die Xbox punktet hier mit etwas besseren Texturen und weniger Rucklern. Fehlende Details macht Pitfall aber mit zahlreichen witzigen Animationen, obskuren Charakteren und gelungenen Szenarien wieder wett. Eine Klasse für sich ist zudem die Sprachausgabe: Der Abenteurer und vermeintliche Frauenheld Harry wurde brillant synchronisiert, aber auch die anderen Gesprächspartner überzeugen mit Wortwitz und stimmungsvollen Stimmen. Einzig das ewige Gekreische der Affen und die immer gleichen Worte der Ur-Einwohner beginnen auf Dauer, die Ohren des Spielers doch arg zu strapazieren.

Fazit:
Das neue Pitfall ist sicherlich kein absoluter Hit, genauso wenig zieht das Spiel aber den Ruf der berühmten Serie in den Schmutz. Spielerisch wird eben über weite Strecken sehr unterhaltsame Plattform-Action geboten, und die zahlreichen witzigen Einfälle sorgen dafür, dass einem das prinzipiell nicht sonderlich einfallsreiche Gameplay nicht so schnell langweilig wird. Die Längen im späteren Verlauf hätten allerdings wirklich nicht sein müssen.


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