Richterin: SCO muss mehr Code vorlegen
SCO hat nun 45 Tage Zeit, um alle vom Gericht schon im Dezember geforderten Unterlagen vorzulegen, auch die, die SCO nach eigenen Angaben bislang nicht beibringen konnte. Zudem muss SCO alle "geklauten" Code-Zeilen nennen, die zu diesem Zeitpunkt für SCO erkennbar sind, insbesondere alle Code-Zeilen, die IBM aus SCOs Unix System V genommen und in Linux eingebracht haben soll. Zudem muss SCO alle Code-Zeilen in Linux benennen, an denen SCO Rechte beansprucht.
Im Gegenzug fordert Wells aber auch IBM auf, Code vorzulegen, allerdings nicht in dem von SCO geforderten Umfang, sondern vielmehr in der von IBM angebotenen Form. Während SCO fordert, dass IBM die Quelltexte aller Versionen von AIX und Dynix vorlegt, hat IBM angeboten, die Quelltexte der 232 AIX- und Dynix-Versionen vorzulegen. Das Gericht nahm dieses Angebot an, was laut IBM-Anwalt David Marriott rund drei Millionen Seiten umfasst.
Auch IBM räumt das Gericht 45 Tage ein, so dass beide Parteien ihren Code gleichzeitig vorlegen müssen. SCO hatte verlangt, dass IBM zunächst seinen Code vorlegt, bevor man selbst weitere Quelltextteile benennen wollte.
Richterin Wells fordert IBM zudem auf, SCO allen nicht öffentlichen Code vorzulegen, den IBM in Linux eingebracht hat.
SCOs Forderung, IBM solle rund 7.200 an der Software beteiligte Entwickler nennen, kommt die Richterin auch nur in Teilen nach. Sie fordert, wie von IBM angeboten, eine Liste der 1.000 wichtigsten Entwickler, erst danach will sie entscheiden, ob IBM weitere Personen identifizieren muss.