Kaum Möglichkeiten zum Ausstieg aus Virtuellem Arbeitsmarkt
Weise sagte in einem Interview des Nachrichtenmagazins Focus zu der voraussichtlich zu zahlenden Gesamtsumme für das Projekt: "Wenn man sich glücklich rechnen will, wären das unter 165 Millionen. Aber meine Erfahrung sagt mir, das wird wohl kaum passieren." Man könne "über Mängelrügen vielleicht noch ein bisschen diskutieren. Vertraglich gebunden sind wir aber über 115 Millionen Euro. 44 Millionen davon sind schon bezahlt." Es bestehe der Verdacht, dass Aufträge über etwa 15 Millionen unter der Hand vergeben worden seien. "Diese Aufträge sind anscheinend von der Projektleitung ohne die Vergabestelle an den Auftragnehmer Accenture gegangen."
Zur weiteren Zusammenarbeit der BA mit dieser Firma fügte Weise hinzu: "Wir erkennen im Moment nicht, dass wir Accenture irgendwelche Vorwürfe machen können. Aber natürlich wird es jetzt Gespräche geben." Die Möglichkeit zu einem Ausstieg aus den Verträgen bestehe nur theoretisch, nicht praktisch, so Weise. "Eine Entwicklung, die so weit voran geschritten ist, kann von keinem anderen übernommen werden. Die Frage kann nur sein, wie man dieses Projekt zu Ende bringt und worauf man dabei verzichtet."
BA-Verwaltungsratsmitglied Jürgen W. Heike forderte in FOCUS die Staatsanwaltschaft auf, in vollem Umfang Ermittlungen einzuleiten. Der bayerische Arbeitsstaatssekretär sagte: "Es wäre ein unglaublicher Vorgang, wenn die Staatsanwaltschaft nicht ermitteln würde. Das geht schließlich auch gegen unbekannt. Hier geht es nicht um Peanuts, das ist das Toll Collect der Bundesagentur."
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