Spieletest: Breed - Hilfe, die Aliens sind zu blöd
Action-Kost für Halo-Verschmäher. CDV hat nach wiederholten Verschiebungen nun endlich seinen First-Person-Shooter "Breed" auf den Markt gebracht. Die Story ist schnell erzählt – in einer fernen Zukunft zieht man gegen die kriegerischen, außerirdischen "Breed" zu Felde. Dabei kommandiert man einen Zug von Soldaten, die sich durch verschiedene Spezialbegabungen und Waffen auszeichnen. So gibt es zum Beispiel einen Scharfschützen, einen Waffenspezialisten fürs Grobe, einen MG-Schützen und weitere Spezialisten.
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Bei der Installation fällt auf, dass der Rechner einmal neu gestartet werden muss – damit sich der zuvor installierte Kopierschutztreiber ins System einhängen kann und die CD erkennt. Außerdem muss im Spiel beim ersten Starten die Seriennummer eingetippt werden, die auf das Handbuch geklebt wurde.
Vor der Schlacht steht ein Besuch im Trainingslager an, um die zahlreichen Waffen, die Fahrzeuge und die Bedienung des Spiels kennen zu lernen, bevor es wirklich ernst wird. Anders als beispielsweise in "Halo" – mit dem "Breed" immer wieder verglichen wird – steuert man also ein Team und daraus ergeben sich auch zahlreiche taktische Situationen, die mit Finesse ausgenutzt werden können, anstatt einfach nur mit Waffengewalt und Schnelligkeit durch die riesigen Level zu rennen.
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Besonders vielfältig sind die Befehle leider nicht, die man seinen Kameraden geben kann: Halten, bewegen, feuern oder Feuer einstellen sind neben Munitions- und Sanitätsanforderungen sowie Formationsanweisungen so ziemlich das einzig Mögliche. Reicht dies nicht aus oder handeln die Kameraden nicht wie gewünscht, kann man zum Glück jederzeit in die Rolle der einzelnen Gruppenmitglieder schlüpfen und selbst Hand anlegen.
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Die Waffen toter Feinde und auch die herumliegenden Munitionsbestände können eingesammelt und benutzt werden – was angesichts des knappen eigenen Munitionsvorrats auch sinnvoll ist. Wie auch in "Halo" kann man in "Breed" einige Fahrzeuge selbst steuern, darunter Fluggeräte und sogar Panzer, die mit diversen Waffensystemen wie Raketen, Kanonen, MGs und Ähnlichem ausgerüstet sind. Deren Steuerung will allerdings gelernt sein – damit ein Ausflug vor allem mit den schnelleren Vertretern nicht im Graben endet und man ein umso besseres Ziel für die Alien-Horden abgibt.
Der Schwierigkeitsgrad des Spiels, das aus 18 Einzelmissionen besteht, ist in drei Stufen einstellbar. Zumindest bis zum mittleren Grad kommt man mit ein wenig Shooter-Erfahrung recht problemlos vorwärts, wobei sich hier zur Vermeidung von Spielerfrust empfielt, die Speicherfunktion ausgiebig zu nutzen.
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Die Intelligenz der eigenen Einheiten nähert sich gegen null – sie schießen ihre knappen Munitionsbestände schnell weg, stehen manchmal tumb vor dem Spieler und dass sie selbstständig in Deckung gehen, ist ein Gerücht. Zum Glück verlaufen sie sich auch nur sehr selten, springen dafür aber manchmal aus großer Höhe in den sicheren Tod.
Bei den Breed selbst darf man sich augenzwinkernd schon fragen, wie sie es überhaupt geschafft haben, so weit zu kommen und den Weltraum samt Erde erobern konnten. Sie verfolgen die selbstmörderische Strategie, einfach immer auf den Feind (uns) zuzurennen, gelegentlich einmal einen Haken zu schlagen und ansonsten auch bei ausweglosen Situationen bis zur letzten Patrone wie angewurzelt stehen zu bleiben. Nur durch ihre schiere Übermacht und überdimensionierte Fernwaffen gelingt ihnen gelegentlich der Sieg.
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Die Grafiken und Effekte sind überwiegend hervorragend, wenngleich auch die Aliens durch ihren türkis leuchtenden Kopf aus der Ferne manchmal wie überdimensionale herumhüpfende Glühwürmchen aussehen. Die Detaillierung von Fahrzeugen und anderem technischen Gerät kann nicht ganz mit dem mithalten, was beispielsweise schon die Demo von Unreal Tournament 2004 zeigt.
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Obwohl die Soundeffekte durchaus stimmig sind und etwas Atmosphäre in das Spiel bringen, kann das leider von den lieblosen Sprachsequenzen nicht gesagt werden. Gleiches gilt für die Musikuntermalung: Sie besteht scheinbar aus einer Endlosschleife – inklusive Tonpause vor dem Neustart und inhaltlich aus einer nervigen Melange aus Techno-Gehämmere und Rock-Klängen. Immerhin fügt sie sich so in die insgesamt recht lieblose Aufmachung und die wenig mitreißende Hintergrundgeschichte ein.
Den Multiplayermodus, der über LAN und Internet in den drei Varianten Deathmatch, Team Deathmatch und Deathmatch Melee genutzt werden kann, macht mit der lahmen KI Schluss, da man auch in die Rolle der Breed schlüpfen und gegen menschliche Gegner antreten kann. Und diese sind meist deutlich schlauer und können einem gehörig einheizen. Wer glaubt, dass – wie in Unreal Tournament 2004 – der Fahrzeugeinsatz die meiste Laune macht, irrt. So braucht das Programm mehrere Sekunden, um zu erkennen, dass ein Spieler in ein Fahrzeug einsteigen will.
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"Breed" ist ab 16 Jahren freigegeben, kostet knapp 30,- Euro und stellt sehr hohe Anforderungen an den Rechner, auf dem es gespielt werden soll. Auch wenn eine CPU mit 1,5 GHz von CDV empfohlen wird, beginnt das Spiel eigentlich erst jenseits der 2-GHz-Grenze und mit einer aktuellen Grafikkarte Spaß zu machen – da man dann auch in hohen Auflösungen mit entsprechenden Detailgraden ruckelfrei loslegen kann.
Fazit: "Breed" ist nicht "Halo" und erst recht kein "Halo"-Killer. Ein Klonen des Spielprinzips wäre auf Grund des anderen Konzeptes mit mehreren steuerbaren Teammitgliedern auch gar nicht möglich gewesen. Dennoch macht "Breed" einigermaßen Spaß, am ehesten noch im Multiplayermodus, während der Einzelspielermodus nach den 18 Missionen doch recht ermüdend und vor allem schnell durchgespielt ist. Die Gegnerintelligenz und auch die der eigenen Soldaten ist fast verloren gegangen – schade eigentlich.