Spieletest: Sphinx - Plattform-Action mit Zelda-Touch
Abwechslungsreiches Action-Adventure für alle drei Konsolen. Eigentlich sollte "Sphinx und die verfluchte Mumie" bereits im Herbst 2003 erscheinen. Da THQ allerdings fürchtete, dass der Titel in der allgemeinen Release-Flut unbeachtet untergeht, verschob man ihn in Europa kurzerhand auf Februar 2004. Eine gute Entscheidung, denn in den letzten Wochen ist kaum ein vergleichbar gutes Action-Adventure auf den Markt gekommen.
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Der Titel spielt im alten Ägypten und lässt den Spieler gleich in zwei Rollen antreten: Die meiste Zeit ist man als junger Kämpfer Sphinx unterwegs, der durch einen unglücklichen Zufall in eine ihm völlig unbekannte Welt gelangt ist und dort gegen die Schergen und Pläne des Bösewichts Set antreten muss. Immer mal wieder schlüpft man aber auch in die Rolle von Tut – eine etwas unbeholfen wirkende Mumie, die zwar unsterblich ist, dafür aber auch über keinerlei Waffen verfügt.
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Beide Charaktere lassen sich prinzipiell identisch steuern, das Vorgehen ist aber jeweils ein komplett anderes: Während man als Sphinx mit dem Schwert oder Eis- und Säure-Pfeilen Gegner beseitigt und zahlreiche knifflige Sprung-Passagen erledigt, greift man als Tut eher zu ungewöhnlichen Mitteln, um vorwärts zu kommen – etwa, indem man mit sich selbst ein Feuer legt, sich durch enge Stangen quetscht oder aber vierteilt, um mehrere Schalter gleichzeitig drücken zu können.
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Allerdings muss man in der Gestalt beider Charaktere zahlreiche Rätsel lösen – Schalter- und Plattformaufgaben gehören ebenfalls zum Repertoire wie bestimmte Objekt-Puzzles, für die man im Spielverlauf diverse Gegenstände einsammelt und dann zum jeweils richtigen Zeitpunkt aus dem Menü hervorkramt. Während die Knobelaufgaben mit Tut von Anfang bis Ende äußerst witzig und beinahe schon cartoonartig wirken, lässt die Motivation mit Sphinx leider mit der Zeit ein wenig nach – die Aufgaben wiederholen sich stark, und die Tatsache, dass man oft lange Wege mehrmals zurücklegen muss, spricht auch nicht gerade für das Game-Design.
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Optisch ist "Sphinx" über weite Strecken auf allen drei Konsolen wirklich brillant: Das alte Ägypten ist zwar nicht unbedingt historisch korrekt, dafür aber immens detailreich und schön verziert abgebildet, zudem überzeugen alle Charaktere mit einer gelungenen und realistischen Mimik. Schade nur, dass die Kamera an manchen Stellen die hübsche Grafik zwar gekonnt einfängt, dafür aber aus Spielersicht ein wenig ungünstig steht – ein paar unnötige Tode wird wohl jeder hier mal sterben müssen.
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Etwas seltsam mutet es an, dass dem Spiel keine Sprachausgabe spendiert wurde – die Charaktere geben nur leichte Geräusche von sich, den Gesprächsinhalt muss man anhand der Bildschirmtexte selbst lesen; bei der ansonsten vorbildlichen Präsentation ein verschmerzbares, aber unnötiges Manko.
Bei der Portierung hat man dafür ganze Arbeit geleistet: Im Gegensatz zu vielen anderen Multi-Plattform-Titeln der letzten Zeit, die auf praktisch allen Konsolen identisch waren, wurde "Sphinx" sehr gut an die jeweilige Hardware angepasst, so dass das Spiel sowohl auf dem GameCube als auch auf der PlayStation 2 und der Xbox vorbildlich aussieht. Die Frame-Rate bleibt auch bei viel Action fast immer konstant, und die Bedienung ist mit allen Konsolen-Pads gleichermaßen einfach.
Fazit: "Sphinx und die verfluchte Mumie" liefert ein abwechslungsreiches Gameplay, das sich am ehesten mit Action-Adventure-Klassikern wie "Zelda" vergleichen lässt: Eine gelungene Kombination aus Kampf-, Geschicklichkeits- und Rätselpassagen, eingebettet in ein fantasievolles und schön anzusehendes Szenario. Einige Längen im Gameplay und gelegentliche Kamera-Schwierigkeiten verhindern zwar eine absolute Top-Wertung, ein großer Spielspaß ist der Titel aber allemal – alleine die irrwitzigen Passagen mit der Mumie sollte man sich als Besitzer einer der drei Konsolen nicht entgehen lassen.