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Einsteigen bitte: Interaktives Digital-TV für Deutschland

Free-TV-Anbieter und Gerätehersteller wollen MHP nun gemeinsam anschieben. Die deutschen Free-TV-Anbieter und Gerätehersteller wollen nun endlich an einem Strang ziehen, um die Einführung der Multimedia Home Platform (MHP) – eines offenen Standards für digitales interaktives Fernsehen – zu beschleunigen. In Berlin einigten sich darüber Vertreter von ARD, ZDF, RTL Television, der ProSiebenSat.1 Media AG, der Deutschen Landesmedienanstalten (DLM) und der Geräteindustrie im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI).
/ Christian Klaß
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Die Partner bewerben die Multimedia Home Platform als "interaktives digitales Mehrwertfernsehen ohne jegliche Zugangsbarrieren" . MHP ermögliche, neben den frei zugänglichen Programmen verschiedene Zusatzdienste über praktisch jedes kompatible Endgerät zu empfangen.

Gemeinsam wollen die Beteiligten die Einführung des "optimalen" digitalen Fernsehstandards MHP nun durch ein "Maßnahmenpaket" vorantreiben. Dieses soll die Fortentwicklung der "Mainzer Erklärung" gewährleisten, in der man sich bereits 2001 grundsätzlich auf die Einführung von MHP in Deutschland verständigt hatte. Das laufende Jahr 2004 sei dabei für die Einführung des interaktiven digitalen Fernsehens in Deutschland von entscheidender Bedeutung.

RTL, ARD und ZDF bieten bereits seit Sommer 2002 MHP-Anwendungen als regulären Dienst im Free-TV an und entwickeln diese weiter. Die ProSiebenSat.1-Gruppe will im Laufe des Jahres mit MHP-Anwendungen folgen. Da der schönste Standard aber ohne die Endgeräte nichts nutzt, ist auch die Geräteindustrie gefragt. Die im ZVEI vertretene Geräteindustrie will sich nun verstärkt darum bemühen, noch 2004 verschiedene Free-TV-Gerätetypen auf MHP-Basis zu vermarkten und zu ansprechenden Preisen anzubieten. Die Landesmedienanstalten haben ihrerseits Unterstützung zugesagt und wollen sich aktiv für die Verbreitung von MHP-Receivern in den Kabelnetzen einsetzen.

Weitere Marktteilnehmer wie Premiere und die Kabelnetzbetreiber wurden eingeladen, die Verbreitung des interaktiven digitalen Fernsehens auf Basis von MHP zu unterstützen. Insbesondere den Kabelnetzbetreibern kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Abhängig davon, wie schnell und in welchem Umfang die Kabelnetze modernisiert werden, ist auch die Entwicklung von MHP. Denn ohne Rückkanal kann MHP seine Vorteile nicht ausspielen.

Laut einer dmmv-Analyse werden interaktive TV-Anwendungen voraussichtlich erst ab dem Jahr 2005 zunehmende Verbreitung finden und MHP erst gegen 2010 von einem Großteil der Bevölkerung genutzt werden können. Ende letzten Jahres bemängelte der dmmv noch, dass die Marktteilnehmer sich gegenseitig ausbremsen würden – doch vielleicht kommt nun etwas Fahrtwind für MHP und die Reise ins digitale Fernsehzeitalter auf.


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