Heim-Server-Software passt Multimedia-Daten auf Endgeräte an

Insgesamt besteht das System aus stationären Home-Entertainment-Systemen, genannt "Multimedia-Box", und mobilen Geräten, wie PDAs und Handys. Die Multimedia-Box basiert laut der Uni des Saarlandes auf einem Standard-PC in einem wohnzimmertauglichen Gehäuse, das an einen Fernseher angeschlossen wird und sich komplett mit einer Fernbedienung steuern lässt. Das PC-basierte und erweiterbare Home-Entertainment System dient als Videorekorder, DVD-, CD-, und MP3-Player.
Durch die Netzwerkfähigkeit der zu Grunde liegenden NMM-Architektur bestehe zudem die Möglichkeit der nahtlosen Integration von mobilen Geräten. Dies ermögliche neue ortsabhängige Unterhaltungsdienste, wie etwa die nahtlose Übergabe der Medien-Wiedergabe von einem mobilen Endgerät auf ein stationäres System. So könnte z.B. die Audio- oder Videowiedergabe vom PDA auf die besser klingende Stereoanlage bzw. den größeren Fernsehbildschirm umgelenkt werden. Umgekehrt kann ein drahtlos in ein Netzwerk eingebundenes mobiles Endgerät ohne eigenen TV-Tuner Fernsehprogramme empfangen.
Die nötige Konvertierung und Anpassung der Multimedia-Daten an die Möglichkeiten des mobilen Gerätes soll in diesem Fall transparent von im Netzwerk verfügbaren Rechnern erledigt werden. Darüber hinaus erlaubt die NMM-Architektur auch, dass mehrere Benutzer die gleichen Inhalte simultan auf verschiedenen Endgeräten konsumieren können – Fernsehprogramm sowie die digitale Video-, Bild- und Musik-Sammlung stehen so zeitgleich auf verschiedenen Geräten zur Verfügung.
Das NMM-Projekt wird von Motorola und aus Mitteln der Landesforschungsförderung des Saarlandes finanziell unterstützt. Die Software läuft unter dem freien Betriebssystem Linux und ist als Open Source auch selbst frei verfügbar. Näheres dazu zur Multimedia-Box und NMM findet sich unter www.networkmultimedia.org(öffnet im neuen Fenster) . Seit Mitte 2002 wird dort ständig erweiterter Quellcode veröffentlicht.
Das System wird von seinen Entwicklern vom 18. bis 24. März auf der CeBIT 2004 am saarländischen Forschungsstand (Halle 11, Stand E 30) vorgestellt. Die NMM-Architektur dient auch als Grundlage für zwei weitere Projekte, die ebenfalls am saarländischen Forschungsstand gezeigt werden:
Das Linux-basierte VCORE(öffnet im neuen Fenster) -System erlaubt die Aufzeichnung von Präsentationen. Es nimmt hierbei nicht nur Audio- und Video-Datenströme des Vortragenden auf, sondern speichert auch die Bildschirmpräsentation mit zusätzlichen Annotationen, die über ein berührungssensitives Display eingegeben werden können. Mobile Dienste für die Breitbandnetze von morgen stellt das Projekt UMTS-Doit(öffnet im neuen Fenster) des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI GmbH vor. UMTS-doit ermöglicht z.B. mit einem UMTS-fähigen Endgerät per Videostream auf die TV-Aufzeichnungen des Heimnetzwerkes zuzugreifen.



