Forscher erhöhen Kapazitäten von Glasfasernetzen
Selbst modernste Glasfaser-Verbindungen werden mit herkömmlicher Technik ob des schieren Leistungshungers der Computeranwendungen für die Datenflut bald nicht mehr ausreichen. Die Übertragungskapazität der Netze wird bislang von der Leistungsfähigkeit der Schaltknoten begrenzt, die – ähnlich wie ein Weichenstellwerk – einzelne Informationen zu den jeweiligen Bestimmungsorten umleiten. Heute werden dafür elektrisch-mechanische Spiegel verwendet, deren Reaktionszeit jedoch nicht mehr weiter gesteigert werden kann.
Das heutige Glasfasernetz hat eine theoretische Übertragungsgeschwindigkeit von 1,60 Billionen Bits (1,60 Terabit) pro Sekunde. Dabei werden die Informationen auf maximal 160 verschiedenen Lichtwellenlängen mit je zehn Gigabit pro Sekunde verteilt. An den Knotenpunkten, wo die Daten in unterschiedliche Richtungen gelenkt werden, müssen sie von Schaltern entflochten werden. Die Siemens-Forscher aus München mit ihren Partnern haben mit Optical Time-Domain Multiplexing(öffnet im neuen Fenster) (OTDM) nun in einem Feldversuch die Datenmenge von bisher 16 Wellenlängen in einer einzigen gebündelt.
Mit den neu entwickelten optischen Schaltern können zusammengehörige Bits trotz der höheren Datendichte präzise ausgelesen werden, weil der Schalter eine Zugriffszeit von nur 6,25 Pikosekunden (10 -12 Sekunden) hat. Bei der Technik werden die Bits mit einem Laserimpuls markiert, anschließend herausgefiltert und umgelenkt. Damit erhöht sich die Kapazität einer Wellenlänge um den Faktor 16, so dass bei gleicher Übertragungskapazität die Anzahl der Laser verringert werden kann.
Auf Grund seiner herausragenden Bedeutung für die Telekommunikation der Zukunft wird das Projekt FASHION (Ultra Fast Switching in High-Speed OTDM Networks) von der EU gefördert. Obwohl die optischen Schalter auf der 70 Kilometer langen Teststrecke zwischen den englischen Städten Ipswich und Newmarket fehlerfrei arbeiteten, wird es noch mehrere Jahre dauern, bis das Produkt serienreif ist.
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