Y statt X - Neues Window-System für Unix
Thomas geht mit X dabei hart ins Gericht, das System sei zu langsam, mache Programmierern unnötig viel Arbeit, verfüge über kein Standard-Toolkit, sei zu komplex und am Ende seiner Tage angelangt. Dennoch, so Thomas, verfügt X über einige Funktionen, die ein Nachfolger unbedingt mitbringen muss: Netzwerk-Transparenz, Modularität und Erweiterbarkeit.
Nach diesen Anforderungen entwickelte er Y, das er in Form einer rudimentären Implementierung veröffentlicht hat. Y setzt auf ein Objektmodell und biete ein entsprechendes Nachrichten-System, um auf die Objekte zuzugreifen, verfügt über eigene Widgets und die Möglichkeit, diese in verschiedenen Stilen auf unterschiedlicher Grafikhardware zu rendern. Zudem existiert eine Client-Bibliothek für Y-Applikationen in C++ sowie einige kleine Beispielapplikationen.
Y verfügt laut Thomas über alle nützlichen Funktionen von X, insbesondere in Bezug auf die Netzwerktransparenz und Erweiterbarkeit. Dabei sollen Y-Applikationen auch über schmale Bandbreiten mit ähnlichen Reaktionszeiten nutzbar sein, wie X-Applikationen in einem lokalen Netzwerk. Möglich wird dies unter anderem, da einige Widget-Klassen fest in den Server eingebaut sind und so schon auf User-Seite vorliegen.
Dennoch ist Y derzeit noch eine Baustelle, sind doch erst acht Widgets implementiert, während normale Toolkits mehr als 40 Standard-Widgets mitbringen. Erst wenn sich deren Zahl erhöhe, sei an die Implementierung komplexer Anwendungen und auch die Portierung von plattformunabhängigen Toolkits wie wxWindows, Qt oder SWT zu denken. Auch in den Bereichen 3D-Unterstützung, Multimedia-Wiedergabe und Internationlisierung ist noch viel Arbeit zu tun. Zudem ist die Unterstützung des alten X-Protokolls angedacht, um die breite Palette an existierenden X-Applikationen unter Y nutzen zu können.
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