Spieletest: Fist Alpha - Add-On für Vietcong
Den Trupp führen Warren Douglas SFC und Nguyen Nham an, zudem gibt es fünf weitere Protagonisten, die durch unterschiedliche Fähigkeiten mehr oder minder glänzen. Das Erweiterungspaket bietet sieben neue Einzelspieler-Missionen sowie acht neue Multispielerszenarien, bei denen bis zu 64 Spieler über einen LAN oder das Internet teilnehmen können.
Im Spiel tauchen auch der Jagdbomber Phantom F-4U, der schwere Bomber B-52 und die altbewährten Hubschrauber der Ära auf, die sogar heute teilweise noch im Einsatz sind. Die Einzelspielermissionen sind ziemlich aufwendig gestaltet und dauern richtig lange, so dass der Preis des Spiels durchaus gerechtfertigt ist. Das gesamte Fist Alpha ist deutlich schwieriger als das ursprüngliche Spiel geworden.
Das Gameplay hat sich hingegen nicht besonders verändert – die größte Verbesserung, die man vorfindet, ist das Verhalten des Gegners. Deren Koordination ist nun wesentlich effektiver, so dass man häufiger schwierige Feuerstellungen überwinden muss als beim Ursprungsspiel. Bei der Grafik hat sich nicht allzu viel getan – die Spielphysik wurde jedoch merklich verbessert. So ist der Waffenrückstoß nun deutlicher ausbalanciert, die Explosionen beinflussen die Umgebung stärker.
In manchen Missionen ist der Dschungel nun so realitätsgetreu nachgebildet, dass man nur noch etwas sieht, wenn man aufrecht geht. Die Musikuntermalung ist wie gehabt ausgezeichnet und auch die Toneffekte sind ein wesentlicher Bestandteil der dichten Atmosphäre, die sich beim Spielen aufbaut.
Leider ist die Wegesuche der eigenen und gegnerischen Soldaten immer noch recht mies, so dass sie sich gelegentlich an den unmöglichsten Stellen "verrennen" und so ein zu gutes Ziel bieten.
Fazit:
Vietcong – Fist Alpha ist ein ordentliches Erweiterungspaket für den militärischen First-Person-Shooter. Die Atmosphäre ist wieder genauso dicht wie beim Ursprungsspiel, wobei wiederum der Ton die Musik macht und das Ganze erst so richtig spannend macht. Es wurde zwar bei der Intelligenz des Gegners etwas getan – nur leider wurde auf halber Strecke Halt gemacht. Ein Shooter, bei dem die eigenen und fremden Spielfiguren stupide gegen Baumhindernisse anrennen und so ihr Verderben in Kauf nehmen, ist nicht mehr zeitgemäß.