Abo
  • IT-Karriere:

Informatiker erforschen das Semantic Web

Wenn Computer verstehen lernen

Mit dem so genannten Semantic Web beschäftigt sich REWERSE, ein Informatik-Forschungsprojekt, das die Europäische Union innerhalb ihres 6. Rahmenprogramms mit fünf Millionen Euro fördert. REWERSE beschäftigt sich mit dem Semantic Web, einer Vision für das Web der Zukunft, in dem es auch Computern möglich sein soll, mit Informationen "intelligent" umzugehen.

Artikel veröffentlicht am ,

Hinter dem Semantic Web steht die Idee, Informationen, die bisher ausschließlich für den Menschen zugänglich sind, auch für Maschinen verstehbar zu machen. Dem bestehenden Internet soll dabei eine Semantikschicht eingezogen werden, welche die logisch verknüpfte Verarbeitung von Daten durch Maschinen ermöglicht.

Stellenmarkt
  1. OEDIV KG, Oldenburg
  2. BavariaDirekt, München

Koordiniert wird das Projekt von Professor François Bry und Professor Hans Jürgen Ohlbach von der Lehr- und Forschungseinheit Programmier- und Modellierungssprachen an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München. Insgesamt sind an dem Projekt REWERSE (REasoning on the WEb with Rules and SEmantics) etwa 100 Wissenschaftler und Forscher aus 27 Einrichtungen beteiligt.

Ziel von REWERSE ist die Entwicklung von Regelsprachen für das Semantic Web und deren Anwendung auf Beispielszenarien. Die Forscher wollen Prototypen und theoretische Ergebnisse erarbeiten, die als "Bausteine" für eine anschließende industrielle Nutzung dienen können.

Wenn man zum Beispiel in die Internet-Suchmaschine "Google" den Suchbegriff "Koch" eingibt, weiß die Suchmaschine derzeit noch nicht, ob der Beruf Koch gemeint ist oder ob eine Person oder ein Unternehmen namens "Koch" gesucht wird. Der Rechner weiß auch nicht notwendigerweise, dass Zahlen in einer Tabelle Preise darstellen sollen. Im Semantic Web hingegen soll es möglich sein, Dokumente ganz oder teilweise mit semantischen Informationen zu versehen, zum Beispiel könnte man einen Preis als "Preis in USD" kennzeichnen. Der Rechner könnte dann wissen, dass "USD" eine Währung ist, die sich in einem bestimmten Verhältnis in "Euro" umwandeln lässt und dann entsprechend darstellbar ist.

Anwendung könnte das Semantic Web darüber hinaus in Zukunft etwa bei PDAs finden. Nutzer könnten ihrem Organizer die Anweisung geben, einen Termin für ein Essen mit einigen Geschäftspartnern zu vereinbaren. Der PDA handelt mit den Organizern der betreffenden Personen automatisch eine passende Uhrzeit aus, die Daten werden ohne weiteres Zutun des Nutzers im Terminkalender gespeichert. Der PDA könnte aber auch dazu eingesetzt werden, seinen Nutzer darüber zu informieren, in welchen Kinos ein bestimmter Film an einem bestimmten Tag läuft und welches Restaurant anschließend um die Ecke besucht werden kann.

Konkret wird sich das Projekt REWERSE mit einem Teilaspekt des Semantic Web beschäftigen. Es geht dabei insbesondere um das so genannte Schließen, also das selbstständige Erschließen von (noch nicht existierenden) Informationen aus vorhandenem Wissen. Im Semantic Web kommunizieren Maschinen miteinander, die im Auftrag von Menschen teilweise autonom handeln. Sie operieren auf Basis der von einem Nutzer eingegebenen Daten und sind bedingt fähig, logisch zu denken. Beim "Schließen" befasst sich REWERSE in diesem Zusammenhang mit regelbasierten Systemen (also stark vereinfacht "WENN-DANN"-Beziehungen), die alle Arten von Regeln umfassen können, beispielsweise Anfragen, Business Rules (etwa Workflow), Zugriffsregeln usw.

REWERSE ist auf vier Jahre angelegt und wird von der EU mit fünf Millionen Euro ausgestattet. Insgesamt arbeiten 27 europäische Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam mit drei außereuropäischen Einrichtungen an REWERSE. Neben der LMU sind unter anderem die Linköpings Universitet in Linköping (Schweden), die Universidade Nova de Lisboa in Lissabon (Portugal), die Technische Universität Wien (Österreich), die Universität Eindhoven (Niederlande) sowie die französischen Forschungseinrichtungen Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique (INRIA) und Laboratoire Lorrain de Recherche en Informatique et ses Applications (LORIA), die Universität Hannover, die Foundation of Research and Technology - Hellas in Heraklion (Griechenland), die Università di Napoli, die Università Ca' Forscari in Venedig und die Universität Zürich sowie mehrere europäische Unternehmen beteiligt.

Das Projekt beginnt offiziell am 1. März 2004.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 344,00€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

hakky 20. Feb 2004

errinnert mich stark an xml

brause.de 19. Feb 2004

Muss das nicht entwickeln heissen ? der Haarspalter...


Folgen Sie uns
       


Maxus EV80 Probe gefahren

Golem.de hat mit dem Maxus EV80 einen chinesischen Transporter mit europäischer DNA getestet.

Maxus EV80 Probe gefahren Video aufrufen
Disintegration angespielt: Fast wie ein Master Chief mit Privatarmee
Disintegration angespielt
Fast wie ein Master Chief mit Privatarmee

Gamescom 2019 Ein dick gepanzerter Held auf dem Schwebegleiter plus bis zu vier Fußsoldaten, denen man Befehle erteilen kann: Das ist die Idee hinter Disintegration. Golem.de hat das Actionspiel ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Omen HP erweitert das Command Center um Spiele-Coaching
  2. Games Spielentwickler bangen weiter um Millionenförderung
  3. Gamescom Opening Night Hubschrauber, Historie plus Tag und Nacht für Anno 1800

Indiegames-Rundschau: Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten
Indiegames-Rundschau
Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten

In Stone Story RPG erwacht ASCII-Art zum Leben, die Astronauten in Oxygen Not Included erleben tragikomische Slapstick-Abenteuer, dazu kommen Aufbaustrategie plus Action und Sammelkartenspiele: Golem.de stellt neue Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Von Bananen und Astronauten
  2. Indiegames-Rundschau Verloren im Sonnensystem und im Mittelalter
  3. Indiegames-Rundschau Drogen, Schwerter, Roboter-Ritter

Erdbeobachtung: Satelliten im Dienst der erneuerbaren Energien
Erdbeobachtung
Satelliten im Dienst der erneuerbaren Energien

Von oben ist der Blick auf die Erde am besten. Satelliten werden deshalb für die Energiewende eingesetzt: Mit ihnen lassen sich beispielsweise die Standorte für Windkraftwerke oder Solaranlagen bestimmen sowie deren Ertrag prognostizieren.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Rocketlab Kleine Rakete wird wiederverwendbar und trotzdem teurer
  2. Space Data Highway Esa bereitet Laser-Kommunikationsstation für den Start vor
  3. Iridium Certus Satelliten-Breitbandnetz startet mit 350 bis 700 KBit/s

    •  /